Adam Hadwin. | © Johnnie Izquierdo/Getty Images

Zwei Strafschläge nach falschem Besserlegen

Im Golf können manchmal nur wenige Zentimeter den Unterschied ausmachen. Für Adam Hadwin waren sie beim Saisonfinale der Korn Ferry Tour gleich zwei Schläge wert. Der 38-jährige Kanadier spielte bei der Korn Ferry Tour Championship im The Federal Club in Virginia von der falschen Stelle, bemerkte seinen Fehler und meldete ihn den Offiziellen selbst. Die Folge: Aus einem Par wurde ein Doppel-Bogey. In einem Turnier, in dem es für Hadwin um die Rückkehr auf die PGA Tour geht, wiegt dieser Zwischenfall besonders schwer.

Eine Schlägerlänge zu viel

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag an der zweiten Spielbahn. Hadwins Abschlag am Par 3 war zu kurz geblieben und im kurz gemähten Bereich vor dem Grün zum Liegen gekommen. Da für das Turnier „Preferred Lies“ galten, durften die Spieler ihren Ball unter bestimmten Bedingungen aufnehmen und innerhalb eines festgelegten Bereichs besser platzieren.

 

Die entscheidende Frage war allerdings, wie weit der Ball anschließend bewegt werden durfte. Bei der Korn Ferry Tour Championship galt die Sonderplatzregel E-3: Durfte der Ball also innerhalb einer Schlägerlänge von der ursprünglichen Position besser gelegt werden? Nein – und genau darin lag Hadwins Fehler. Er nahm eine vollständige Schlägerlänge Erleichterung in Anspruch, obwohl lediglich die Länge einer Scorekarte erlaubt war.

 

Hadwin hatte sich dabei offenbar an einer anderen Regelung orientiert. Bei der Biltmore Championship auf der PGA Tour im Vormonat war der erlaubte Bereich tatsächlich auf eine Schlägerlänge erweitert worden. Für das Saisonfinale der Korn Ferry Tour galt jedoch eine andere Vorgabe.

Der Fehler fällt ihm selbst auf

Der Regelverstoß blieb zunächst unbemerkt. Erst an der folgenden Spielbahn wurde Hadwin aufmerksam. Nachdem er gesehen hatte, wie ein Mitspieler den Ball im Rahmen der Erleichterung versetzte, kamen ihm Zweifel an seiner eigenen Vorgehensweise. Hadwin informierte daraufhin den zuständigen Referee Adam Helmer selbst.

 

Die Entscheidung fiel eindeutig aus. Da Hadwin den Ball von einer falschen Stelle gespielt hatte, erhielt er zwei Strafschläge. Sein Par an der zweiten Bahn wurde somit zu einem Doppel-Bogey. Die Strafe wirkte sich auf seine Auftaktrunde aus, die er mit einer 70 und einem Schlag unter Par beendete.

 

Am Freitag zeigte sich, wie teuer der Fehler werden könnte. Hadwin startete stark in seine zweite Runde und lag nach zehn gespielten Löchern fünf unter Par. Ohne die Strafschläge vom Vortag hätte ihn diese Leistung zwischenzeitlich in die geteilte Führung gebracht. Stattdessen musste er sich zunächst aus einer schlechteren Ausgangslage nach vorne arbeiten.

Eine Regeländerung mit Folgen

Der Hintergrund des Vorfalls geht über Hadwins persönliche Situation hinaus. Die PGA Tour hat zu Beginn des Jahres 2026 die Vorgabe für das Besserlegen bei „Preferred Lies“ geändert. Statt einer Schlägerlänge ist seitdem grundsätzlich nur noch eine Scorekartenlänge vorgesehen, sofern die entsprechende Platzregel gilt. Damit soll verhindert werden, dass Spieler durch einen größeren Versetzungsradius einen zusätzlichen Vorteil erhalten, beispielsweise wenn sie ihren Ball für einen günstigeren Schlagwinkel positionieren können. 

 

Gerade in der Nähe eines Grüns kann der Unterschied erheblich sein. Ein paar Zentimeter können darüber entscheiden, ob ein Spieler einen Chip aus einer ungünstigen Lage ausführen muss oder den Ball etwas besser platzieren kann. Die kürzere Distanz soll für alle Teilnehmer vergleichbare Bedingungen schaffen.

 

Für Hadwin war die Situation besonders bitter, da er sich offenbar an die zuvor geltende Regelung erinnerte. Allerdings gilt im Turniergolf immer die für den jeweiligen Wettbewerb festgelegte Platzregel. Frühere Erlaubnisse lassen sich nicht automatisch auf das nächste Turnier übertragen.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Wenn man auf vielen verschiedenen Plätzen spielt, bergen die Platzregeln immer die Gefahr von Regelverstößen. Zwar gibt es auf den verschiedenen Touren weltweit ziemlich einheitliche Platzregeln, aber dennoch müssen diese immer den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden und ändern sich mitunter auch von Jahr zu Jahr.

 

Man darf wohl davon ausgehen, dass Hadwin die Regelung des vorherigen Turniers im Hinterkopf hatte und diese mit einer Schlägerlänge anwandte. Das geht dann frei nach dem Motto: ‚Ach so, Besserlegen, das weiß ich.‘“ Leider führte dieses vermeintliche Wissen zu einem „Spielen vom falschen Ort“, was ab der kleinsten Abweichung von der zugelassenen Stelle zu zwei Strafschlägen führt, sofern es nicht vor dem nächsten Schlag korrigiert wird.

 

Ist das jetzt zu ‚kleinkariert‘? Sollte man hier eine gewisse Abweichung von der maximalen Entfernung ohne Strafe zulassen? Das wäre ein verlockender und spielerfreundlicher Gedanke, der jedoch einen großen Nachteil hat: Auch der Karenzbereich ist irgendwann zu Ende und dann fällt sofort die Strafe an. Es hilft also nichts, und die Spieler sollten besser sorgfältig prüfen, welche Entfernung beim „Besserlegen“ zugelassen ist (und alle anderen Platzregeln auch).“

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Adam Hadwin. | © Johnnie Izquierdo/Getty Images

Zwei Strafschläge nach falschem Besserlegen

Im Golf können manchmal nur wenige Zentimeter den Unterschied ausmachen. Für Adam Hadwin waren sie beim Saisonfinale der Korn Ferry Tour gleich zwei Schläge wert. Der 38-jährige Kanadier spielte bei der Korn Ferry Tour Championship im The Federal Club in Virginia von der falschen Stelle, bemerkte seinen Fehler und meldete ihn den Offiziellen selbst. Die Folge: Aus einem Par wurde ein Doppel-Bogey. In einem Turnier, in dem es für Hadwin um die Rückkehr auf die PGA Tour geht, wiegt dieser Zwischenfall besonders schwer.

Eine Schlägerlänge zu viel

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag an der zweiten Spielbahn. Hadwins Abschlag am Par 3 war zu kurz geblieben und im kurz gemähten Bereich vor dem Grün zum Liegen gekommen. Da für das Turnier „Preferred Lies“ galten, durften die Spieler ihren Ball unter bestimmten Bedingungen aufnehmen und innerhalb eines festgelegten Bereichs besser platzieren.

 

Die entscheidende Frage war allerdings, wie weit der Ball anschließend bewegt werden durfte. Bei der Korn Ferry Tour Championship galt die Sonderplatzregel E-3: Durfte der Ball also innerhalb einer Schlägerlänge von der ursprünglichen Position besser gelegt werden? Nein – und genau darin lag Hadwins Fehler. Er nahm eine vollständige Schlägerlänge Erleichterung in Anspruch, obwohl lediglich die Länge einer Scorekarte erlaubt war.

 

Hadwin hatte sich dabei offenbar an einer anderen Regelung orientiert. Bei der Biltmore Championship auf der PGA Tour im Vormonat war der erlaubte Bereich tatsächlich auf eine Schlägerlänge erweitert worden. Für das Saisonfinale der Korn Ferry Tour galt jedoch eine andere Vorgabe.

Der Fehler fällt ihm selbst auf

Der Regelverstoß blieb zunächst unbemerkt. Erst an der folgenden Spielbahn wurde Hadwin aufmerksam. Nachdem er gesehen hatte, wie ein Mitspieler den Ball im Rahmen der Erleichterung versetzte, kamen ihm Zweifel an seiner eigenen Vorgehensweise. Hadwin informierte daraufhin den zuständigen Referee Adam Helmer selbst.

 

Die Entscheidung fiel eindeutig aus. Da Hadwin den Ball von einer falschen Stelle gespielt hatte, erhielt er zwei Strafschläge. Sein Par an der zweiten Bahn wurde somit zu einem Doppel-Bogey. Die Strafe wirkte sich auf seine Auftaktrunde aus, die er mit einer 70 und einem Schlag unter Par beendete.

 

Am Freitag zeigte sich, wie teuer der Fehler werden könnte. Hadwin startete stark in seine zweite Runde und lag nach zehn gespielten Löchern fünf unter Par. Ohne die Strafschläge vom Vortag hätte ihn diese Leistung zwischenzeitlich in die geteilte Führung gebracht. Stattdessen musste er sich zunächst aus einer schlechteren Ausgangslage nach vorne arbeiten.

Eine Regeländerung mit Folgen

Der Hintergrund des Vorfalls geht über Hadwins persönliche Situation hinaus. Die PGA Tour hat zu Beginn des Jahres 2026 die Vorgabe für das Besserlegen bei „Preferred Lies“ geändert. Statt einer Schlägerlänge ist seitdem grundsätzlich nur noch eine Scorekartenlänge vorgesehen, sofern die entsprechende Platzregel gilt. Damit soll verhindert werden, dass Spieler durch einen größeren Versetzungsradius einen zusätzlichen Vorteil erhalten, beispielsweise wenn sie ihren Ball für einen günstigeren Schlagwinkel positionieren können. 

 

Gerade in der Nähe eines Grüns kann der Unterschied erheblich sein. Ein paar Zentimeter können darüber entscheiden, ob ein Spieler einen Chip aus einer ungünstigen Lage ausführen muss oder den Ball etwas besser platzieren kann. Die kürzere Distanz soll für alle Teilnehmer vergleichbare Bedingungen schaffen.

 

Für Hadwin war die Situation besonders bitter, da er sich offenbar an die zuvor geltende Regelung erinnerte. Allerdings gilt im Turniergolf immer die für den jeweiligen Wettbewerb festgelegte Platzregel. Frühere Erlaubnisse lassen sich nicht automatisch auf das nächste Turnier übertragen.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Wenn man auf vielen verschiedenen Plätzen spielt, bergen die Platzregeln immer die Gefahr von Regelverstößen. Zwar gibt es auf den verschiedenen Touren weltweit ziemlich einheitliche Platzregeln, aber dennoch müssen diese immer den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden und ändern sich mitunter auch von Jahr zu Jahr.

 

Man darf wohl davon ausgehen, dass Hadwin die Regelung des vorherigen Turniers im Hinterkopf hatte und diese mit einer Schlägerlänge anwandte. Das geht dann frei nach dem Motto: ‚Ach so, Besserlegen, das weiß ich.‘“ Leider führte dieses vermeintliche Wissen zu einem „Spielen vom falschen Ort“, was ab der kleinsten Abweichung von der zugelassenen Stelle zu zwei Strafschlägen führt, sofern es nicht vor dem nächsten Schlag korrigiert wird.

 

Ist das jetzt zu ‚kleinkariert‘? Sollte man hier eine gewisse Abweichung von der maximalen Entfernung ohne Strafe zulassen? Das wäre ein verlockender und spielerfreundlicher Gedanke, der jedoch einen großen Nachteil hat: Auch der Karenzbereich ist irgendwann zu Ende und dann fällt sofort die Strafe an. Es hilft also nichts, und die Spieler sollten besser sorgfältig prüfen, welche Entfernung beim „Besserlegen“ zugelassen ist (und alle anderen Platzregeln auch).“

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Adam Hadwin. | © Johnnie Izquierdo/Getty Images

Zwei Strafschläge nach falschem Besserlegen

Im Golf können manchmal nur wenige Zentimeter den Unterschied ausmachen. Für Adam Hadwin waren sie beim Saisonfinale der Korn Ferry Tour gleich zwei Schläge wert. Der 38-jährige Kanadier spielte bei der Korn Ferry Tour Championship im The Federal Club in Virginia von der falschen Stelle, bemerkte seinen Fehler und meldete ihn den Offiziellen selbst. Die Folge: Aus einem Par wurde ein Doppel-Bogey. In einem Turnier, in dem es für Hadwin um die Rückkehr auf die PGA Tour geht, wiegt dieser Zwischenfall besonders schwer.

Eine Schlägerlänge zu viel

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag an der zweiten Spielbahn. Hadwins Abschlag am Par 3 war zu kurz geblieben und im kurz gemähten Bereich vor dem Grün zum Liegen gekommen. Da für das Turnier „Preferred Lies“ galten, durften die Spieler ihren Ball unter bestimmten Bedingungen aufnehmen und innerhalb eines festgelegten Bereichs besser platzieren.

 

Die entscheidende Frage war allerdings, wie weit der Ball anschließend bewegt werden durfte. Bei der Korn Ferry Tour Championship galt die Sonderplatzregel E-3: Durfte der Ball also innerhalb einer Schlägerlänge von der ursprünglichen Position besser gelegt werden? Nein – und genau darin lag Hadwins Fehler. Er nahm eine vollständige Schlägerlänge Erleichterung in Anspruch, obwohl lediglich die Länge einer Scorekarte erlaubt war.

 

Hadwin hatte sich dabei offenbar an einer anderen Regelung orientiert. Bei der Biltmore Championship auf der PGA Tour im Vormonat war der erlaubte Bereich tatsächlich auf eine Schlägerlänge erweitert worden. Für das Saisonfinale der Korn Ferry Tour galt jedoch eine andere Vorgabe.

Der Fehler fällt ihm selbst auf

Der Regelverstoß blieb zunächst unbemerkt. Erst an der folgenden Spielbahn wurde Hadwin aufmerksam. Nachdem er gesehen hatte, wie ein Mitspieler den Ball im Rahmen der Erleichterung versetzte, kamen ihm Zweifel an seiner eigenen Vorgehensweise. Hadwin informierte daraufhin den zuständigen Referee Adam Helmer selbst.

 

Die Entscheidung fiel eindeutig aus. Da Hadwin den Ball von einer falschen Stelle gespielt hatte, erhielt er zwei Strafschläge. Sein Par an der zweiten Bahn wurde somit zu einem Doppel-Bogey. Die Strafe wirkte sich auf seine Auftaktrunde aus, die er mit einer 70 und einem Schlag unter Par beendete.

 

Am Freitag zeigte sich, wie teuer der Fehler werden könnte. Hadwin startete stark in seine zweite Runde und lag nach zehn gespielten Löchern fünf unter Par. Ohne die Strafschläge vom Vortag hätte ihn diese Leistung zwischenzeitlich in die geteilte Führung gebracht. Stattdessen musste er sich zunächst aus einer schlechteren Ausgangslage nach vorne arbeiten.

Eine Regeländerung mit Folgen

Der Hintergrund des Vorfalls geht über Hadwins persönliche Situation hinaus. Die PGA Tour hat zu Beginn des Jahres 2026 die Vorgabe für das Besserlegen bei „Preferred Lies“ geändert. Statt einer Schlägerlänge ist seitdem grundsätzlich nur noch eine Scorekartenlänge vorgesehen, sofern die entsprechende Platzregel gilt. Damit soll verhindert werden, dass Spieler durch einen größeren Versetzungsradius einen zusätzlichen Vorteil erhalten, beispielsweise wenn sie ihren Ball für einen günstigeren Schlagwinkel positionieren können. 

 

Gerade in der Nähe eines Grüns kann der Unterschied erheblich sein. Ein paar Zentimeter können darüber entscheiden, ob ein Spieler einen Chip aus einer ungünstigen Lage ausführen muss oder den Ball etwas besser platzieren kann. Die kürzere Distanz soll für alle Teilnehmer vergleichbare Bedingungen schaffen.

 

Für Hadwin war die Situation besonders bitter, da er sich offenbar an die zuvor geltende Regelung erinnerte. Allerdings gilt im Turniergolf immer die für den jeweiligen Wettbewerb festgelegte Platzregel. Frühere Erlaubnisse lassen sich nicht automatisch auf das nächste Turnier übertragen.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Wenn man auf vielen verschiedenen Plätzen spielt, bergen die Platzregeln immer die Gefahr von Regelverstößen. Zwar gibt es auf den verschiedenen Touren weltweit ziemlich einheitliche Platzregeln, aber dennoch müssen diese immer den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden und ändern sich mitunter auch von Jahr zu Jahr.

 

Man darf wohl davon ausgehen, dass Hadwin die Regelung des vorherigen Turniers im Hinterkopf hatte und diese mit einer Schlägerlänge anwandte. Das geht dann frei nach dem Motto: ‚Ach so, Besserlegen, das weiß ich.‘“ Leider führte dieses vermeintliche Wissen zu einem „Spielen vom falschen Ort“, was ab der kleinsten Abweichung von der zugelassenen Stelle zu zwei Strafschlägen führt, sofern es nicht vor dem nächsten Schlag korrigiert wird.

 

Ist das jetzt zu ‚kleinkariert‘? Sollte man hier eine gewisse Abweichung von der maximalen Entfernung ohne Strafe zulassen? Das wäre ein verlockender und spielerfreundlicher Gedanke, der jedoch einen großen Nachteil hat: Auch der Karenzbereich ist irgendwann zu Ende und dann fällt sofort die Strafe an. Es hilft also nichts, und die Spieler sollten besser sorgfältig prüfen, welche Entfernung beim „Besserlegen“ zugelassen ist (und alle anderen Platzregeln auch).“

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Frage der Woche KW 42/2026

Achten Sie auf Spieltempo im Flight?

1.

Achten Sie auf Spieltempo im Flight?

Ja, sehr - 87.3 %

Nein, entspannt - 12.7 %

Adam Hadwin. | © Johnnie Izquierdo/Getty Images

Zwei Strafschläge nach falschem Besserlegen

Im Golf können manchmal nur wenige Zentimeter den Unterschied ausmachen. Für Adam Hadwin waren sie beim Saisonfinale der Korn Ferry Tour gleich zwei Schläge wert. Der 38-jährige Kanadier spielte bei der Korn Ferry Tour Championship im The Federal Club in Virginia von der falschen Stelle, bemerkte seinen Fehler und meldete ihn den Offiziellen selbst. Die Folge: Aus einem Par wurde ein Doppel-Bogey. In einem Turnier, in dem es für Hadwin um die Rückkehr auf die PGA Tour geht, wiegt dieser Zwischenfall besonders schwer.

Eine Schlägerlänge zu viel

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag an der zweiten Spielbahn. Hadwins Abschlag am Par 3 war zu kurz geblieben und im kurz gemähten Bereich vor dem Grün zum Liegen gekommen. Da für das Turnier „Preferred Lies“ galten, durften die Spieler ihren Ball unter bestimmten Bedingungen aufnehmen und innerhalb eines festgelegten Bereichs besser platzieren.

 

Die entscheidende Frage war allerdings, wie weit der Ball anschließend bewegt werden durfte. Bei der Korn Ferry Tour Championship galt die Sonderplatzregel E-3: Durfte der Ball also innerhalb einer Schlägerlänge von der ursprünglichen Position besser gelegt werden? Nein – und genau darin lag Hadwins Fehler. Er nahm eine vollständige Schlägerlänge Erleichterung in Anspruch, obwohl lediglich die Länge einer Scorekarte erlaubt war.

 

Hadwin hatte sich dabei offenbar an einer anderen Regelung orientiert. Bei der Biltmore Championship auf der PGA Tour im Vormonat war der erlaubte Bereich tatsächlich auf eine Schlägerlänge erweitert worden. Für das Saisonfinale der Korn Ferry Tour galt jedoch eine andere Vorgabe.

Der Fehler fällt ihm selbst auf

Der Regelverstoß blieb zunächst unbemerkt. Erst an der folgenden Spielbahn wurde Hadwin aufmerksam. Nachdem er gesehen hatte, wie ein Mitspieler den Ball im Rahmen der Erleichterung versetzte, kamen ihm Zweifel an seiner eigenen Vorgehensweise. Hadwin informierte daraufhin den zuständigen Referee Adam Helmer selbst.

 

Die Entscheidung fiel eindeutig aus. Da Hadwin den Ball von einer falschen Stelle gespielt hatte, erhielt er zwei Strafschläge. Sein Par an der zweiten Bahn wurde somit zu einem Doppel-Bogey. Die Strafe wirkte sich auf seine Auftaktrunde aus, die er mit einer 70 und einem Schlag unter Par beendete.

 

Am Freitag zeigte sich, wie teuer der Fehler werden könnte. Hadwin startete stark in seine zweite Runde und lag nach zehn gespielten Löchern fünf unter Par. Ohne die Strafschläge vom Vortag hätte ihn diese Leistung zwischenzeitlich in die geteilte Führung gebracht. Stattdessen musste er sich zunächst aus einer schlechteren Ausgangslage nach vorne arbeiten.

Eine Regeländerung mit Folgen

Der Hintergrund des Vorfalls geht über Hadwins persönliche Situation hinaus. Die PGA Tour hat zu Beginn des Jahres 2026 die Vorgabe für das Besserlegen bei „Preferred Lies“ geändert. Statt einer Schlägerlänge ist seitdem grundsätzlich nur noch eine Scorekartenlänge vorgesehen, sofern die entsprechende Platzregel gilt. Damit soll verhindert werden, dass Spieler durch einen größeren Versetzungsradius einen zusätzlichen Vorteil erhalten, beispielsweise wenn sie ihren Ball für einen günstigeren Schlagwinkel positionieren können. 

 

Gerade in der Nähe eines Grüns kann der Unterschied erheblich sein. Ein paar Zentimeter können darüber entscheiden, ob ein Spieler einen Chip aus einer ungünstigen Lage ausführen muss oder den Ball etwas besser platzieren kann. Die kürzere Distanz soll für alle Teilnehmer vergleichbare Bedingungen schaffen.

 

Für Hadwin war die Situation besonders bitter, da er sich offenbar an die zuvor geltende Regelung erinnerte. Allerdings gilt im Turniergolf immer die für den jeweiligen Wettbewerb festgelegte Platzregel. Frühere Erlaubnisse lassen sich nicht automatisch auf das nächste Turnier übertragen.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Wenn man auf vielen verschiedenen Plätzen spielt, bergen die Platzregeln immer die Gefahr von Regelverstößen. Zwar gibt es auf den verschiedenen Touren weltweit ziemlich einheitliche Platzregeln, aber dennoch müssen diese immer den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden und ändern sich mitunter auch von Jahr zu Jahr.

 

Man darf wohl davon ausgehen, dass Hadwin die Regelung des vorherigen Turniers im Hinterkopf hatte und diese mit einer Schlägerlänge anwandte. Das geht dann frei nach dem Motto: ‚Ach so, Besserlegen, das weiß ich.‘“ Leider führte dieses vermeintliche Wissen zu einem „Spielen vom falschen Ort“, was ab der kleinsten Abweichung von der zugelassenen Stelle zu zwei Strafschlägen führt, sofern es nicht vor dem nächsten Schlag korrigiert wird.

 

Ist das jetzt zu ‚kleinkariert‘? Sollte man hier eine gewisse Abweichung von der maximalen Entfernung ohne Strafe zulassen? Das wäre ein verlockender und spielerfreundlicher Gedanke, der jedoch einen großen Nachteil hat: Auch der Karenzbereich ist irgendwann zu Ende und dann fällt sofort die Strafe an. Es hilft also nichts, und die Spieler sollten besser sorgfältig prüfen, welche Entfernung beim „Besserlegen“ zugelassen ist (und alle anderen Platzregeln auch).“

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Adam Hadwin. | © Johnnie Izquierdo/Getty Images

Zwei Strafschläge nach falschem Besserlegen

Im Golf können manchmal nur wenige Zentimeter den Unterschied ausmachen. Für Adam Hadwin waren sie beim Saisonfinale der Korn Ferry Tour gleich zwei Schläge wert. Der 38-jährige Kanadier spielte bei der Korn Ferry Tour Championship im The Federal Club in Virginia von der falschen Stelle, bemerkte seinen Fehler und meldete ihn den Offiziellen selbst. Die Folge: Aus einem Par wurde ein Doppel-Bogey. In einem Turnier, in dem es für Hadwin um die Rückkehr auf die PGA Tour geht, wiegt dieser Zwischenfall besonders schwer.

Eine Schlägerlänge zu viel

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag an der zweiten Spielbahn. Hadwins Abschlag am Par 3 war zu kurz geblieben und im kurz gemähten Bereich vor dem Grün zum Liegen gekommen. Da für das Turnier „Preferred Lies“ galten, durften die Spieler ihren Ball unter bestimmten Bedingungen aufnehmen und innerhalb eines festgelegten Bereichs besser platzieren.

 

Die entscheidende Frage war allerdings, wie weit der Ball anschließend bewegt werden durfte. Bei der Korn Ferry Tour Championship galt die Sonderplatzregel E-3: Durfte der Ball also innerhalb einer Schlägerlänge von der ursprünglichen Position besser gelegt werden? Nein – und genau darin lag Hadwins Fehler. Er nahm eine vollständige Schlägerlänge Erleichterung in Anspruch, obwohl lediglich die Länge einer Scorekarte erlaubt war.

 

Hadwin hatte sich dabei offenbar an einer anderen Regelung orientiert. Bei der Biltmore Championship auf der PGA Tour im Vormonat war der erlaubte Bereich tatsächlich auf eine Schlägerlänge erweitert worden. Für das Saisonfinale der Korn Ferry Tour galt jedoch eine andere Vorgabe.

Der Fehler fällt ihm selbst auf

Der Regelverstoß blieb zunächst unbemerkt. Erst an der folgenden Spielbahn wurde Hadwin aufmerksam. Nachdem er gesehen hatte, wie ein Mitspieler den Ball im Rahmen der Erleichterung versetzte, kamen ihm Zweifel an seiner eigenen Vorgehensweise. Hadwin informierte daraufhin den zuständigen Referee Adam Helmer selbst.

 

Die Entscheidung fiel eindeutig aus. Da Hadwin den Ball von einer falschen Stelle gespielt hatte, erhielt er zwei Strafschläge. Sein Par an der zweiten Bahn wurde somit zu einem Doppel-Bogey. Die Strafe wirkte sich auf seine Auftaktrunde aus, die er mit einer 70 und einem Schlag unter Par beendete.

 

Am Freitag zeigte sich, wie teuer der Fehler werden könnte. Hadwin startete stark in seine zweite Runde und lag nach zehn gespielten Löchern fünf unter Par. Ohne die Strafschläge vom Vortag hätte ihn diese Leistung zwischenzeitlich in die geteilte Führung gebracht. Stattdessen musste er sich zunächst aus einer schlechteren Ausgangslage nach vorne arbeiten.

Eine Regeländerung mit Folgen

Der Hintergrund des Vorfalls geht über Hadwins persönliche Situation hinaus. Die PGA Tour hat zu Beginn des Jahres 2026 die Vorgabe für das Besserlegen bei „Preferred Lies“ geändert. Statt einer Schlägerlänge ist seitdem grundsätzlich nur noch eine Scorekartenlänge vorgesehen, sofern die entsprechende Platzregel gilt. Damit soll verhindert werden, dass Spieler durch einen größeren Versetzungsradius einen zusätzlichen Vorteil erhalten, beispielsweise wenn sie ihren Ball für einen günstigeren Schlagwinkel positionieren können. 

 

Gerade in der Nähe eines Grüns kann der Unterschied erheblich sein. Ein paar Zentimeter können darüber entscheiden, ob ein Spieler einen Chip aus einer ungünstigen Lage ausführen muss oder den Ball etwas besser platzieren kann. Die kürzere Distanz soll für alle Teilnehmer vergleichbare Bedingungen schaffen.

 

Für Hadwin war die Situation besonders bitter, da er sich offenbar an die zuvor geltende Regelung erinnerte. Allerdings gilt im Turniergolf immer die für den jeweiligen Wettbewerb festgelegte Platzregel. Frühere Erlaubnisse lassen sich nicht automatisch auf das nächste Turnier übertragen.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Wenn man auf vielen verschiedenen Plätzen spielt, bergen die Platzregeln immer die Gefahr von Regelverstößen. Zwar gibt es auf den verschiedenen Touren weltweit ziemlich einheitliche Platzregeln, aber dennoch müssen diese immer den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden und ändern sich mitunter auch von Jahr zu Jahr.

 

Man darf wohl davon ausgehen, dass Hadwin die Regelung des vorherigen Turniers im Hinterkopf hatte und diese mit einer Schlägerlänge anwandte. Das geht dann frei nach dem Motto: ‚Ach so, Besserlegen, das weiß ich.‘“ Leider führte dieses vermeintliche Wissen zu einem „Spielen vom falschen Ort“, was ab der kleinsten Abweichung von der zugelassenen Stelle zu zwei Strafschlägen führt, sofern es nicht vor dem nächsten Schlag korrigiert wird.

 

Ist das jetzt zu ‚kleinkariert‘? Sollte man hier eine gewisse Abweichung von der maximalen Entfernung ohne Strafe zulassen? Das wäre ein verlockender und spielerfreundlicher Gedanke, der jedoch einen großen Nachteil hat: Auch der Karenzbereich ist irgendwann zu Ende und dann fällt sofort die Strafe an. Es hilft also nichts, und die Spieler sollten besser sorgfältig prüfen, welche Entfernung beim „Besserlegen“ zugelassen ist (und alle anderen Platzregeln auch).“

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Im Golf können manchmal nur wenige Zentimeter den Unterschied ausmachen. Für Adam Hadwin waren sie beim Saisonfinale der Korn Ferry Tour gleich zwei Schläge wert. Der 38-jährige Kanadier spielte bei der Korn Ferry Tour Championship im The Federal Club in Virginia von der falschen Stelle, bemerkte seinen Fehler und meldete ihn den Offiziellen selbst. Die Folge: Aus einem Par wurde ein Doppel-Bogey. In einem Turnier, in dem es für Hadwin um die Rückkehr auf die PGA Tour geht, wiegt dieser Zwischenfall besonders schwer.

Eine Schlägerlänge zu viel

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag an der zweiten Spielbahn. Hadwins Abschlag am Par 3 war zu kurz geblieben und im kurz gemähten Bereich vor dem Grün zum Liegen gekommen. Da für das Turnier „Preferred Lies“ galten, durften die Spieler ihren Ball unter bestimmten Bedingungen aufnehmen und innerhalb eines festgelegten Bereichs besser platzieren.

 

Die entscheidende Frage war allerdings, wie weit der Ball anschließend bewegt werden durfte. Bei der Korn Ferry Tour Championship galt die Sonderplatzregel E-3: Durfte der Ball also innerhalb einer Schlägerlänge von der ursprünglichen Position besser gelegt werden? Nein – und genau darin lag Hadwins Fehler. Er nahm eine vollständige Schlägerlänge Erleichterung in Anspruch, obwohl lediglich die Länge einer Scorekarte erlaubt war.

 

Hadwin hatte sich dabei offenbar an einer anderen Regelung orientiert. Bei der Biltmore Championship auf der PGA Tour im Vormonat war der erlaubte Bereich tatsächlich auf eine Schlägerlänge erweitert worden. Für das Saisonfinale der Korn Ferry Tour galt jedoch eine andere Vorgabe.

Der Fehler fällt ihm selbst auf

Der Regelverstoß blieb zunächst unbemerkt. Erst an der folgenden Spielbahn wurde Hadwin aufmerksam. Nachdem er gesehen hatte, wie ein Mitspieler den Ball im Rahmen der Erleichterung versetzte, kamen ihm Zweifel an seiner eigenen Vorgehensweise. Hadwin informierte daraufhin den zuständigen Referee Adam Helmer selbst.

 

Die Entscheidung fiel eindeutig aus. Da Hadwin den Ball von einer falschen Stelle gespielt hatte, erhielt er zwei Strafschläge. Sein Par an der zweiten Bahn wurde somit zu einem Doppel-Bogey. Die Strafe wirkte sich auf seine Auftaktrunde aus, die er mit einer 70 und einem Schlag unter Par beendete.

 

Am Freitag zeigte sich, wie teuer der Fehler werden könnte. Hadwin startete stark in seine zweite Runde und lag nach zehn gespielten Löchern fünf unter Par. Ohne die Strafschläge vom Vortag hätte ihn diese Leistung zwischenzeitlich in die geteilte Führung gebracht. Stattdessen musste er sich zunächst aus einer schlechteren Ausgangslage nach vorne arbeiten.

Eine Regeländerung mit Folgen

Der Hintergrund des Vorfalls geht über Hadwins persönliche Situation hinaus. Die PGA Tour hat zu Beginn des Jahres 2026 die Vorgabe für das Besserlegen bei „Preferred Lies“ geändert. Statt einer Schlägerlänge ist seitdem grundsätzlich nur noch eine Scorekartenlänge vorgesehen, sofern die entsprechende Platzregel gilt. Damit soll verhindert werden, dass Spieler durch einen größeren Versetzungsradius einen zusätzlichen Vorteil erhalten, beispielsweise wenn sie ihren Ball für einen günstigeren Schlagwinkel positionieren können. 

 

Gerade in der Nähe eines Grüns kann der Unterschied erheblich sein. Ein paar Zentimeter können darüber entscheiden, ob ein Spieler einen Chip aus einer ungünstigen Lage ausführen muss oder den Ball etwas besser platzieren kann. Die kürzere Distanz soll für alle Teilnehmer vergleichbare Bedingungen schaffen.

 

Für Hadwin war die Situation besonders bitter, da er sich offenbar an die zuvor geltende Regelung erinnerte. Allerdings gilt im Turniergolf immer die für den jeweiligen Wettbewerb festgelegte Platzregel. Frühere Erlaubnisse lassen sich nicht automatisch auf das nächste Turnier übertragen.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Wenn man auf vielen verschiedenen Plätzen spielt, bergen die Platzregeln immer die Gefahr von Regelverstößen. Zwar gibt es auf den verschiedenen Touren weltweit ziemlich einheitliche Platzregeln, aber dennoch müssen diese immer den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden und ändern sich mitunter auch von Jahr zu Jahr.

 

Man darf wohl davon ausgehen, dass Hadwin die Regelung des vorherigen Turniers im Hinterkopf hatte und diese mit einer Schlägerlänge anwandte. Das geht dann frei nach dem Motto: ‚Ach so, Besserlegen, das weiß ich.‘“ Leider führte dieses vermeintliche Wissen zu einem „Spielen vom falschen Ort“, was ab der kleinsten Abweichung von der zugelassenen Stelle zu zwei Strafschlägen führt, sofern es nicht vor dem nächsten Schlag korrigiert wird.

 

Ist das jetzt zu ‚kleinkariert‘? Sollte man hier eine gewisse Abweichung von der maximalen Entfernung ohne Strafe zulassen? Das wäre ein verlockender und spielerfreundlicher Gedanke, der jedoch einen großen Nachteil hat: Auch der Karenzbereich ist irgendwann zu Ende und dann fällt sofort die Strafe an. Es hilft also nichts, und die Spieler sollten besser sorgfältig prüfen, welche Entfernung beim „Besserlegen“ zugelassen ist (und alle anderen Platzregeln auch).“

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Grüne Nachhaltigkeit

Adam Hadwin. | © Johnnie Izquierdo/Getty Images

Zwei Strafschläge nach falschem Besserlegen

Im Golf können manchmal nur wenige Zentimeter den Unterschied ausmachen. Für Adam Hadwin waren sie beim Saisonfinale der Korn Ferry Tour gleich zwei Schläge wert. Der 38-jährige Kanadier spielte bei der Korn Ferry Tour Championship im The Federal Club in Virginia von der falschen Stelle, bemerkte seinen Fehler und meldete ihn den Offiziellen selbst. Die Folge: Aus einem Par wurde ein Doppel-Bogey. In einem Turnier, in dem es für Hadwin um die Rückkehr auf die PGA Tour geht, wiegt dieser Zwischenfall besonders schwer.

Eine Schlägerlänge zu viel

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag an der zweiten Spielbahn. Hadwins Abschlag am Par 3 war zu kurz geblieben und im kurz gemähten Bereich vor dem Grün zum Liegen gekommen. Da für das Turnier „Preferred Lies“ galten, durften die Spieler ihren Ball unter bestimmten Bedingungen aufnehmen und innerhalb eines festgelegten Bereichs besser platzieren.

 

Die entscheidende Frage war allerdings, wie weit der Ball anschließend bewegt werden durfte. Bei der Korn Ferry Tour Championship galt die Sonderplatzregel E-3: Durfte der Ball also innerhalb einer Schlägerlänge von der ursprünglichen Position besser gelegt werden? Nein – und genau darin lag Hadwins Fehler. Er nahm eine vollständige Schlägerlänge Erleichterung in Anspruch, obwohl lediglich die Länge einer Scorekarte erlaubt war.

 

Hadwin hatte sich dabei offenbar an einer anderen Regelung orientiert. Bei der Biltmore Championship auf der PGA Tour im Vormonat war der erlaubte Bereich tatsächlich auf eine Schlägerlänge erweitert worden. Für das Saisonfinale der Korn Ferry Tour galt jedoch eine andere Vorgabe.

Der Fehler fällt ihm selbst auf

Der Regelverstoß blieb zunächst unbemerkt. Erst an der folgenden Spielbahn wurde Hadwin aufmerksam. Nachdem er gesehen hatte, wie ein Mitspieler den Ball im Rahmen der Erleichterung versetzte, kamen ihm Zweifel an seiner eigenen Vorgehensweise. Hadwin informierte daraufhin den zuständigen Referee Adam Helmer selbst.

 

Die Entscheidung fiel eindeutig aus. Da Hadwin den Ball von einer falschen Stelle gespielt hatte, erhielt er zwei Strafschläge. Sein Par an der zweiten Bahn wurde somit zu einem Doppel-Bogey. Die Strafe wirkte sich auf seine Auftaktrunde aus, die er mit einer 70 und einem Schlag unter Par beendete.

 

Am Freitag zeigte sich, wie teuer der Fehler werden könnte. Hadwin startete stark in seine zweite Runde und lag nach zehn gespielten Löchern fünf unter Par. Ohne die Strafschläge vom Vortag hätte ihn diese Leistung zwischenzeitlich in die geteilte Führung gebracht. Stattdessen musste er sich zunächst aus einer schlechteren Ausgangslage nach vorne arbeiten.

Eine Regeländerung mit Folgen

Der Hintergrund des Vorfalls geht über Hadwins persönliche Situation hinaus. Die PGA Tour hat zu Beginn des Jahres 2026 die Vorgabe für das Besserlegen bei „Preferred Lies“ geändert. Statt einer Schlägerlänge ist seitdem grundsätzlich nur noch eine Scorekartenlänge vorgesehen, sofern die entsprechende Platzregel gilt. Damit soll verhindert werden, dass Spieler durch einen größeren Versetzungsradius einen zusätzlichen Vorteil erhalten, beispielsweise wenn sie ihren Ball für einen günstigeren Schlagwinkel positionieren können. 

 

Gerade in der Nähe eines Grüns kann der Unterschied erheblich sein. Ein paar Zentimeter können darüber entscheiden, ob ein Spieler einen Chip aus einer ungünstigen Lage ausführen muss oder den Ball etwas besser platzieren kann. Die kürzere Distanz soll für alle Teilnehmer vergleichbare Bedingungen schaffen.

 

Für Hadwin war die Situation besonders bitter, da er sich offenbar an die zuvor geltende Regelung erinnerte. Allerdings gilt im Turniergolf immer die für den jeweiligen Wettbewerb festgelegte Platzregel. Frühere Erlaubnisse lassen sich nicht automatisch auf das nächste Turnier übertragen.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Wenn man auf vielen verschiedenen Plätzen spielt, bergen die Platzregeln immer die Gefahr von Regelverstößen. Zwar gibt es auf den verschiedenen Touren weltweit ziemlich einheitliche Platzregeln, aber dennoch müssen diese immer den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden und ändern sich mitunter auch von Jahr zu Jahr.

 

Man darf wohl davon ausgehen, dass Hadwin die Regelung des vorherigen Turniers im Hinterkopf hatte und diese mit einer Schlägerlänge anwandte. Das geht dann frei nach dem Motto: ‚Ach so, Besserlegen, das weiß ich.‘“ Leider führte dieses vermeintliche Wissen zu einem „Spielen vom falschen Ort“, was ab der kleinsten Abweichung von der zugelassenen Stelle zu zwei Strafschlägen führt, sofern es nicht vor dem nächsten Schlag korrigiert wird.

 

Ist das jetzt zu ‚kleinkariert‘? Sollte man hier eine gewisse Abweichung von der maximalen Entfernung ohne Strafe zulassen? Das wäre ein verlockender und spielerfreundlicher Gedanke, der jedoch einen großen Nachteil hat: Auch der Karenzbereich ist irgendwann zu Ende und dann fällt sofort die Strafe an. Es hilft also nichts, und die Spieler sollten besser sorgfältig prüfen, welche Entfernung beim „Besserlegen“ zugelassen ist (und alle anderen Platzregeln auch).“

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Leaderboards

DP World India Championship

15.-18.10.2026 DP World

Nicolai von Dellingshausen

Freddy Schott

Marcel Siem

Hangzhou Open

15.-18.10.2026 HotelPlanner

Jan Schneider

Anton Albers

Jannik de Bruyn

Hurly Long

Dominic Foos

SJM Macao Open

15.-18.10.2026 Asian

Marc Hammer

Max Rottluff

DGV-Themen

Adam Hadwin. | © Johnnie Izquierdo/Getty Images

Zwei Strafschläge nach falschem Besserlegen

Im Golf können manchmal nur wenige Zentimeter den Unterschied ausmachen. Für Adam Hadwin waren sie beim Saisonfinale der Korn Ferry Tour gleich zwei Schläge wert. Der 38-jährige Kanadier spielte bei der Korn Ferry Tour Championship im The Federal Club in Virginia von der falschen Stelle, bemerkte seinen Fehler und meldete ihn den Offiziellen selbst. Die Folge: Aus einem Par wurde ein Doppel-Bogey. In einem Turnier, in dem es für Hadwin um die Rückkehr auf die PGA Tour geht, wiegt dieser Zwischenfall besonders schwer.

Eine Schlägerlänge zu viel

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag an der zweiten Spielbahn. Hadwins Abschlag am Par 3 war zu kurz geblieben und im kurz gemähten Bereich vor dem Grün zum Liegen gekommen. Da für das Turnier „Preferred Lies“ galten, durften die Spieler ihren Ball unter bestimmten Bedingungen aufnehmen und innerhalb eines festgelegten Bereichs besser platzieren.

 

Die entscheidende Frage war allerdings, wie weit der Ball anschließend bewegt werden durfte. Bei der Korn Ferry Tour Championship galt die Sonderplatzregel E-3: Durfte der Ball also innerhalb einer Schlägerlänge von der ursprünglichen Position besser gelegt werden? Nein – und genau darin lag Hadwins Fehler. Er nahm eine vollständige Schlägerlänge Erleichterung in Anspruch, obwohl lediglich die Länge einer Scorekarte erlaubt war.

 

Hadwin hatte sich dabei offenbar an einer anderen Regelung orientiert. Bei der Biltmore Championship auf der PGA Tour im Vormonat war der erlaubte Bereich tatsächlich auf eine Schlägerlänge erweitert worden. Für das Saisonfinale der Korn Ferry Tour galt jedoch eine andere Vorgabe.

Der Fehler fällt ihm selbst auf

Der Regelverstoß blieb zunächst unbemerkt. Erst an der folgenden Spielbahn wurde Hadwin aufmerksam. Nachdem er gesehen hatte, wie ein Mitspieler den Ball im Rahmen der Erleichterung versetzte, kamen ihm Zweifel an seiner eigenen Vorgehensweise. Hadwin informierte daraufhin den zuständigen Referee Adam Helmer selbst.

 

Die Entscheidung fiel eindeutig aus. Da Hadwin den Ball von einer falschen Stelle gespielt hatte, erhielt er zwei Strafschläge. Sein Par an der zweiten Bahn wurde somit zu einem Doppel-Bogey. Die Strafe wirkte sich auf seine Auftaktrunde aus, die er mit einer 70 und einem Schlag unter Par beendete.

 

Am Freitag zeigte sich, wie teuer der Fehler werden könnte. Hadwin startete stark in seine zweite Runde und lag nach zehn gespielten Löchern fünf unter Par. Ohne die Strafschläge vom Vortag hätte ihn diese Leistung zwischenzeitlich in die geteilte Führung gebracht. Stattdessen musste er sich zunächst aus einer schlechteren Ausgangslage nach vorne arbeiten.

Eine Regeländerung mit Folgen

Der Hintergrund des Vorfalls geht über Hadwins persönliche Situation hinaus. Die PGA Tour hat zu Beginn des Jahres 2026 die Vorgabe für das Besserlegen bei „Preferred Lies“ geändert. Statt einer Schlägerlänge ist seitdem grundsätzlich nur noch eine Scorekartenlänge vorgesehen, sofern die entsprechende Platzregel gilt. Damit soll verhindert werden, dass Spieler durch einen größeren Versetzungsradius einen zusätzlichen Vorteil erhalten, beispielsweise wenn sie ihren Ball für einen günstigeren Schlagwinkel positionieren können. 

 

Gerade in der Nähe eines Grüns kann der Unterschied erheblich sein. Ein paar Zentimeter können darüber entscheiden, ob ein Spieler einen Chip aus einer ungünstigen Lage ausführen muss oder den Ball etwas besser platzieren kann. Die kürzere Distanz soll für alle Teilnehmer vergleichbare Bedingungen schaffen.

 

Für Hadwin war die Situation besonders bitter, da er sich offenbar an die zuvor geltende Regelung erinnerte. Allerdings gilt im Turniergolf immer die für den jeweiligen Wettbewerb festgelegte Platzregel. Frühere Erlaubnisse lassen sich nicht automatisch auf das nächste Turnier übertragen.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Wenn man auf vielen verschiedenen Plätzen spielt, bergen die Platzregeln immer die Gefahr von Regelverstößen. Zwar gibt es auf den verschiedenen Touren weltweit ziemlich einheitliche Platzregeln, aber dennoch müssen diese immer den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden und ändern sich mitunter auch von Jahr zu Jahr.

 

Man darf wohl davon ausgehen, dass Hadwin die Regelung des vorherigen Turniers im Hinterkopf hatte und diese mit einer Schlägerlänge anwandte. Das geht dann frei nach dem Motto: ‚Ach so, Besserlegen, das weiß ich.‘“ Leider führte dieses vermeintliche Wissen zu einem „Spielen vom falschen Ort“, was ab der kleinsten Abweichung von der zugelassenen Stelle zu zwei Strafschlägen führt, sofern es nicht vor dem nächsten Schlag korrigiert wird.

 

Ist das jetzt zu ‚kleinkariert‘? Sollte man hier eine gewisse Abweichung von der maximalen Entfernung ohne Strafe zulassen? Das wäre ein verlockender und spielerfreundlicher Gedanke, der jedoch einen großen Nachteil hat: Auch der Karenzbereich ist irgendwann zu Ende und dann fällt sofort die Strafe an. Es hilft also nichts, und die Spieler sollten besser sorgfältig prüfen, welche Entfernung beim „Besserlegen“ zugelassen ist (und alle anderen Platzregeln auch).“

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