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Corey Conners beim Presidents Cup 2026. | © Michael Reaves/Getty Images

Aufs Grün gekickt: Fan sorgt für kuriosen Regelfall

Was sich am Samstag beim Presidents Cup auf dem zweiten Loch des Medinah Country Clubs abspielte, dürfte selbst für erfahrene Golf-Fans neu gewesen sein. Corey Conners schlug seinen zweiten Ball im Foursomes-Match gegen die US-Amerikaner Russell Henley und Jacob Bridgeman weit nach links. Der Ball überquerte die hölzerne Begrenzung und schien eindeutig ins Aus zu fliegen.

 

Doch dann kam ein Zuschauer ins Spiel: Noch während der Ball in Bewegung war, trat der Fan dagegen und beförderte ihn zurück in Richtung Grün. Dort kam der Ball schließlich knapp vier Meter vom Loch entfernt zum Liegen. Was zunächst wie ein kurioser Glücksfall für das internationale Team aussah, wurde allerdings schnell zum Regelfall. Denn ein absichtlicher Eingriff eines Zuschauers wird anders behandelt als ein zufälliger Kontakt.

Kein Glück durch den Fan-Kick

Während der Übertragung erklärte PGA-Tour-Schiedsrichter Mark Dusbabek, dass die Absicht des Zuschauers entscheidend sei. Wäre der Ball lediglich zufällig von einem Zuschauer abgelenkt worden, hätte Conners ihn von der Stelle aus weiterspielen dürfen, an der er anschließend liegen blieb.

 

In diesem Fall war jedoch eindeutig, dass der Zuschauer den Ball bewusst getreten hatte. Gemäß Regel 11 darf niemand absichtlich Einfluss darauf nehmen, wohin sich ein Ball in Bewegung bewegt. In einem solchen Fall wird deshalb ermittelt, wo der Ball ohne die absichtliche Ablenkung zur Ruhe gekommen wäre.

 

Die Antwort war eindeutig: Der Ball wäre im Aus gelandet. Damit half der spektakuläre Volley Conners letztlich also überhaupt nicht. Anstatt den Ball vom Grün aus spielen zu können, musste das internationale Team die Konsequenzen des Ausballs tragen. Nach der „Schlag und Distanzverlust“-Strafe musste der Schlag von der ursprünglichen Stelle aus wiederholt werden.

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Besonders bitter für Conners und Taylor: Auch die US-Amerikaner spielten das Loch nicht fehlerfrei, kamen aber mit einem Bogey davon. Aufgrund des Ausballs und der daraus resultierenden Strafe konnten die Kanadier das Loch jedoch nicht mehr ausgleichen.

 

Der Vorfall zeigt gleichzeitig, warum die Unterscheidung zwischen einem zufälligen und einem absichtlichen Eingriff in den Regeln eine wichtige Rolle spielt. Ein Zuschauer darf also durchaus unfreiwillig Teil des Spiels werden, etwa wenn er von einem Ball getroffen wird. Einen Ball jedoch bewusst zu stoppen, zu treten oder in eine bestimmte Richtung zu lenken, ist für Spieler nicht zulässig.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Die Unterscheidung zwischen einem versehentlich und einem absichtlich abgelenkten Ball ist noch gar nicht so alt. Genau solche Vorkommnisse wie im aktuellen Fall mit dem Zuschauer haben eine Unterscheidung der Ursachen für die Ablenkung des Balls notwendig gemacht.

 

Wäre der Ball eindeutig im Aus gelandet, könnte man ihn nicht absichtlich auf das Grün ablenken. Schwieriger wird es, wenn der Ball nicht im Aus gelandet wäre, sondern neben dem Grün im Rough, im Wald oder im Gebüsch. In diesem Fall muss der Referee dem Spieler eine Stelle vorschlagen, an der der Ball vermutlich zur Ruhe gekommen wäre. Dies wird nicht die schlechteste, aber auch nicht die beste Lage sein und ganz sicher nicht die von einem Zuschauer provozierte Lage auf dem Grün.

 

Im Übrigen funktioniert die Korrektur einer solchen Aktion durch einen Zuschauer auch umgekehrt: Lenkt ein Zuschauer einen Ball absichtlich in einen Strafbereich oder ins Aus ab, wird niemand sagen, das sei Pech gewesen, sondern eine bestmögliche Rekonstruktion der zu erwartenden Lage des Balls verlangen."

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