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Unter dem Prädikat „designed by Bernhard Langer“ entstanden Plätze in Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und Italien, aber auch in Irland, Griechenland, Mauritius und Asien. | © Clubs/PR

Bernhard Langer: Seine zehn spannendsten Golfplatz-Designs

Über die Karriere von Bernhard Langer als Golfprofi ist nahezu alles erzählt. Zwei Siege beim Masters in Augusta, Ryder-Cup-Held, Kapitän des europäischen Siegerteams von 2004 und eine außergewöhnliche zweite Karriere auf der PGA Tour Champions haben ihn zum erfolgreichsten deutschen Golfer der Geschichte gemacht.

 

Deutlich weniger bekannt ist eine andere Seite seiner Karriere. Seit Mitte der 1980er Jahre beschäftigt sich Langer intensiv mit Golfplatzdesign. Unter dem Prädikat „designed by Bernhard Langer“ entstanden seither Plätze in Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und Italien, aber auch in Irland, Griechenland, Mauritius und Asien.

 

Dabei erscheint der Schritt vom Spieler zum Designer bei kaum einem Golfer konsequenter. Langers Spiel war nie ausschließlich von Länge oder spektakulären Schlägen geprägt. Präzision, Strategie, Course Management und die Fähigkeit, Risiken richtig einzuschätzen, gehörten über Jahrzehnte zu seinen größten Stärken.

 

Ähnliche Prinzipien finden sich in seiner Vorstellung von Golfarchitektur. Langer nennt die großen Architekten der Vergangenheit wie Alister MacKenzie, Donald Ross, Harry Colt oder James Braid als Vorbilder. Plätze sollen die natürlichen Gegebenheiten des Geländes nutzen und unterschiedliche strategische Möglichkeiten bieten, anstatt dem Spieler nur eine richtige Lösung vorzugeben.

 

Seit 1986 war Langer an einer Vielzahl internationaler Projekte beteiligt, teilweise gemeinsam mit etablierten Golfarchitekten und Designbüros. Einige seiner Plätze wurden später selbst zur Bühne großer Profiturniere.

 

Wir stellen zehn der spannendsten Golfplatz-Designs von Bernhard Langer vor.

Île aux Cerfs Golf Club – Mauritius

Spektakulärer kann ein Golfplatz kaum liegen. Der Île aux Cerfs Golf Club befindet sich auf einer kleinen Insel vor der Ostküste von Mauritius – die Anreise zum Golfplatz erfolgt per Boot.

 

Der 2003 eröffnete Course erstreckt sich über rund 38 Hektar im nördlichen Teil der Insel. Alle 18 Löcher bieten zumindest teilweise Blick auf den Indischen Ozean, einige führen unmittelbar an die Küste. Vulkanisches Gestein, tropische Vegetation, Seen und Meeresbuchten bilden eine Kulisse, die sich deutlich von Langers europäischen Designs unterscheidet.

 

Spielerisch ist der Platz jedoch alles andere als ein Urlaubs-Spaziergang. Teilweise enge Spielkorridore, große Sandflächen und Wasser verlangen präzise Schläge, drei Abschläge führen sogar über Meeresbuchten. Gerade die Kombination aus spektakulärer Umgebung und strategischem Anspruch macht Île aux Cerfs zu einem der außergewöhnlichsten Plätze in Langers Portfolio.

The Dunes Course, Costa Navarino – Griechenland

Als der Dunes Course 2010 eröffnete, begann damit gleichzeitig eine neue Ära für den Golftourismus in Griechenland. Langer entwickelte den ersten Signature Course des Landes gemeinsam mit European Golf Design.

 

Der Platz an der südwestlichen Küste des Peloponnes wechselt dabei mehrfach seinen Charakter. In Meeresnähe erinnern Dünen, Pot Bunker und Wind an einen Links Course, weiter im Landesinneren führen die Bahnen durch eine typisch messenische Landschaft mit Oliven- und Zitrusbäumen. Mehrere Löcher begleiten zudem den kleinen Fluss Sellas. Große ondulierte Grüns, breite Fairways und strategisch platzierte Bunker sorgen dafür, dass der Platz unterschiedliche Spielstärken zulässt, ohne seinen Championship-Anspruch zu verlieren. Heute besitzt Costa Navarino vier Golfplätze und zählt zu den führenden Golfresorts Europas – der Dunes Course bildete dafür den Ausgangspunkt.

Jameson Golf Links, Portmarnock – Irland

Für einen Spieler, der einen großen Teil seiner Karriere auf den klassischen Links-Plätzen Großbritanniens und Irlands verbracht hat, war ein eigener Links Course beinahe eine logische Herausforderung. Anfang der 1990er Jahre begann Langer gemeinsam mit Stan Eby von European Golf Design mit der Entwicklung des damaligen Portmarnock Hotel & Golf Links. Es war Langers erster eigener Links-Entwurf.

 

Der Platz führt durch die Dünen des historischen Jameson Estate unmittelbar an der Irischen See. Rollende Fairways, Fescue-Gräser, Pot Bunker und ständig wechselnder Küstenwind bestimmen den Charakter. 2008 und 2009 war der Course Austragungsort der Ladies Irish Open. Inzwischen wurde die Anlage umfassend weiterentwickelt und trägt den Namen Jameson Golf Links. Die ursprüngliche DNA des Langer/Eby-Designs bleibt jedoch die Grundlage des Platzes.

Golf Nippenburg – Deutschland

Kaum ein Langer-Design besitzt in Deutschland eine größere Turnierhistorie. Der Championship Course vor den Toren Stuttgarts wurde 1994 eröffnet und war bereits von 1995 bis 1997 dreimal Schauplatz der German Open. Damit betraten schon kurz nach der Eröffnung einige der besten Spieler der Welt Langers neues Design. Colin Montgomerie gewann 1995, Ian Woosnam ein Jahr später und Ignacio Garrido 1997.

 

Langer integrierte die 18 Bahnen in das ehemalige landwirtschaftliche Gelände rund um die historische Nippenburg. Der Par-71-Course ist kein Platz der spektakulären Inszenierung, sondern verlangt vor allem gutes Course Management und präzise Platzierung. Dass ein praktisch neuer deutscher Golfplatz unmittelbar nach seiner Eröffnung drei Jahre hintereinander Austragungsort eines bedeutenden European-Tour-Turniers wurde, macht Nippenburg zu einem der sportlich wichtigsten Designs in Langers Karriere.

Beckenbauer Golf Course, Bad Griesbach – Deutschland

Bernhard Langer und Franz Beckenbauer – zwei der größten Namen der deutschen Sportgeschichte treffen in Bad Griesbach auf einem Golfplatz zusammen. Der nach dem „Kaiser“ benannte Course ist das sportliche Aushängeschild des Resorts. Die überwiegend flachen Bahnen führen durch die Auenlandschaft der Rott, doch der optisch vergleichsweise freundliche Eindruck täuscht. Wasser kommt an zahlreichen Löchern ins Spiel, die Drive-Landezonen sind teilweise eng und große Grüns verlangen präzise Annäherungen.

 

Seine Qualität als Turnierplatz bewies der Course über mehrere Jahre auf internationaler Bühne. Von 2013 bis 2017 gastierten Veranstaltungen der European Tour in Bad Griesbach, 2015 und 2016 wurde hier die Porsche European Open ausgetragen. Für das Profiturnier wurde der Platz zusätzlich angepasst und verschärft. Damit gehört der Beckenbauer Course zu den wenigen deutschen Golfplätzen, die über mehrere Jahre regelmäßig internationales Tourgolf beherbergten – und entsprechend zu den bedeutendsten Langer-Designs auf heimischem Boden.

Golfclub Schladming-Dachstein – Österreich

Mitten in der steirischen Bergwelt zeigt sich eine völlig andere Seite von Langers Arbeit als auf Mauritius, in Irland oder Griechenland. Der Course bei Schladming liegt im breiten Ennstal, eingerahmt vom Dachsteinmassiv und den Schladminger Tauern. Obwohl das Alpenpanorama permanent präsent ist, verzichtete Langer auf einen extremen Bergplatz. Stattdessen prägen Wasserflächen, Bäche und vergleichsweise großzügige Spielbahnen den Charakter.

 

Der Club bezeichnet seine Anlage nicht ganz unbescheiden als „Pebble Beach der Alpen“. Tatsächlich entsteht der Reiz vor allem aus dem Kontrast zwischen alpiner Kulisse und einem Course, dessen zahlreiche Wasserhindernisse stellenweise fast an amerikanische Resortplätze erinnern. Schladming-Dachstein demonstriert damit besonders gut, wie Langer versucht, die vorhandene Landschaft als Teil des Spielerlebnisses zu nutzen, ohne sie zum alleinigen Gestaltungselement werden zu lassen.

Riviera Golf & Country Club – Philippinen

Rund eine Autostunde südlich von Manila liegt ein interessantes Zusammentreffen zweier Masters-Champions. Der Riviera Golf Club besitzt zwei 18-Loch-Courses: Der eine stammt von Fred Couples, der andere von Bernhard Langer. Der Langer Course führt durch das bewegte Gelände von Silang in der Provinz Cavite, rund 300 Meter über dem Meeresspiegel. Tropische Vegetation, Höhenunterschiede, strategische Bunker und Wasser prägen den Championship Course.

 

Gerade das Gelände unterscheidet Riviera deutlich von vielen flachen asiatischen Resortplätzen. Immer wieder verändern Hanglagen und Höhenunterschiede die Perspektive und verlangen exakte Schlägerwahl und Ballplatzierung. Der direkte Vergleich mit dem benachbarten Couples Course macht die Anlage zusätzlich interessant: Zwei Masters-Sieger konnten auf demselben Gelände ihre jeweils eigene Vorstellung von Golfplatzarchitektur verwirklichen.

Modena Golf & Country Club – Italien

Ende der 1980er Jahre entstand vor den Toren Modenas eines von Langers frühen internationalen Designprojekten. Gemeinsam mit dem amerikanischen Architekten Jim Engh entwickelte er einen Championship Course, der 1990 eröffnet wurde. Auf mehr als 100 Hektar bestimmen großzügige Fairways und Grüns, zahlreiche Bunker und fünf künstlich angelegte Seen das Bild. Gerade das Wasser schafft immer wieder strategische Entscheidungen – besonders eindrucksvoll am Schlussloch, wo aggressive Spieler den direkten Weg über den großen See wählen können.

 

Dass Modena auch für Spitzengolf funktioniert, bewies der Platz bereits früh. Die 50. Italian Open wurde hier ausgetragen, Greg Turner gewann das Turnier nach einem dramatischen Finale auf der 18. Modena gehört damit gemeinsam mit Nippenburg zu jenen frühen Langer-Designs, die relativ schnell den Sprung auf die internationale Turnierbühne schafften.

Panorámica Golf – Spanien

Mitten in einer mediterranen Landschaft aus Oliven- und Johannisbrotbäumen liegt bei Sant Jordi in der Provinz Castellón ein besonderer Platz: Panorámica ist bis heute der einzige von Bernhard Langer entworfene Golfplatz Spaniens. Der 1995 eröffnete Course zeigt dabei viele jener Elemente, die man mit Langers eigener Spielweise verbinden kann. Strategie steht vor purer Schlaglänge. Unterschiedliche Optionen vom Abschlag sollen gute Platzierung belohnen, breite und schmalere Fairways wechseln sich ab, dazu kommen zahlreiche Bunker und Wasserhindernisse. Bemerkenswert ist auch die ungewöhnliche Par-Verteilung mit fünf Par 3, fünf Par 5 und acht Par 4. Dadurch verändert sich der Rhythmus der Runde immer wieder.

 

Auch Panorámica wurde bereits für internationales Turniergolf genutzt und gehört damit zu jener Gruppe von Langer-Designs, die ihren sportlichen Anspruch auch unter Wettkampfbedingungen unter Beweis stellen konnten.

Golf International Soufflenheim – Frankreich

Nur wenige Kilometer westlich des Rheins liegt im Elsass einer jener Plätze, bei denen Langer schon vom ursprünglichen Gelände begeistert war. Auf rund 120 Hektar entstand ein Golfkomplex mit einem Championship Course (18 Löcher) sowie zusätzlichen Neun- und Sechs-Loch-Anlagen. Allein auf dem großen Platz kommen 14 natürliche Seen ins Spiel – eine außergewöhnliche Ausgangslage für einen Golfarchitekten.

 

Langer selbst beschrieb die Möglichkeit, auf einem solchen Gelände einen Platz zu gestalten, als eine Gelegenheit, die ein Designer möglicherweise nur einmal im Leben bekomme. Entsprechend stark bestimmt Wasser den Charakter des Courses. Die Seen sind dabei nicht nur optische Kulisse, sondern beeinflussen Linien, Schlägerwahl und Risikoabwägung. Zahlreiche Bunker ergänzen die strategischen Herausforderungen.

Bernhard Langer als Golfplatzdesigner

  • Seit: 1986
  • Projekte: Golfplätze und Designprojekte in Europa, Afrika und Asien – von Deutschland und Österreich über Irland, Griechenland und Mauritius bis China, Japan und auf die Philippinen.
  • Arbeitsweise: Neben eigenen Signature Designs entstanden mehrere Projekte gemeinsam mit etablierten Golfarchitekten und Designbüros – darunter European Golf Design sowie Stan Eby und Jim Engh.
  • Design-Philosophie: Langer orientiert sich an den großen klassischen Golfarchitekten wie Alister MacKenzie, Donald Ross, Harry Colt und James Braid. Natürliche Geländemerkmale sollen in das Design integriert werden, während unterschiedliche strategische Spieloptionen den Golfer vor Entscheidungen stellen.
  • Vom Spieler zum Designer: Präzision, Strategie und Course Management prägten Langers eigene Karriere – und finden sich auch in vielen seiner Golfplätze wieder. Breite Spielkorridore bedeuten nicht automatisch einfache Schläge, Wasser und Bunker bestimmen häufig die ideale Linie, und der direkte Weg zum Grün ist nicht zwangsläufig der beste.

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