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Es gilt eine einfache Devise: Hochwertige Mehrwegflaschen, die man lange benützt, sind sinnvoller als der Kauf einer Vielzahl von Getränkeflaschen aus Plastik | © P. Himmel

Keine Lust auf Plastik?

Wer bei DGL-Veranstaltungen oder Deutschen Meisterschaften auf die Bags der Mitspieler blickt, erkennt: Längst hat die nachfüllbare Trinkflasche die Plastikflasche im Bag abgelöst. Das ist praktisch und umweltbewusst zugleich, zumal zahlreiche deutsche Golfanlagen inzwischen auch Wasserspender auf dem Platz oder im Clubhaus zur Verfügung stellen. Im Notfall steht auch noch der Wasserhahn in der Gastronomie oder der Umkleidekabine zur Verfügung, um die Flasche kurzfristig zu befüllen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Wasser Trinkwasserqualität hat.

Welche Flasche ist am besten?

Eine Frage, die sich angesichts der Flut von Anbietern bei Wasserflaschen schnell stellt. Dabei ist der Preisunterschied zwischen Flaschen erheblich. BPA-freie Trinkflaschen aus Plastik sind im Online-Handel schon ab zehn Euro zu haben. Wer eine isolierte Flasche sucht, die kühlt und warmhält, findet viele Modelle aus Edelstahl. Aber auch hier sind Billig-Anbieter schon bei Flaschen für rund elf Euro am Start, während High-End Marken wie Klean Kanteen oder FLSK bis zu 50 Euro für eine 1-Liter-Flasche aufrufen. 

 

Unabhängig davon, ob die Flasche wirklich gut isoliert ist, nicht ausläuft und auch noch den persönlichen Geschmack beim Design trifft – worauf sollte man als Käufer achten, wenn man wirklich eine Flasche kaufen will, die auch hohen Umweltansprüchen gerecht wird? Einfach ist die Recherche für den Konsumenten nicht, weil viele Hersteller von Edelstahlflaschen in irgendeiner Form mit den Worten „recycelt“, „umweltfreundlich“ oder „ökologisch“ werben. 

Auf folgende Punkte können Sie achten, wenn Sie die nächste Flasche kaufen:

  • Herstellung und Nutzung

 

Wenn man die ökologischen Auswirkungen einer Mehrwegflasche beurteilen will, geht es um die Faktoren Herstellung und Nutzung. Eine robuste Flasche, die zehn oder fünfzehn Jahre verwendet wird, kann deshalb sinnvoller sein als ein vermeintlich nachhaltigeres Modell, das nach kurzer Zeit ersetzt werden muss.

 

  • Gibt es Ersatzteile?

 

Je länger die Flasche hält, umso besser. Was nützt die teuerste Flasche, wenn es die Dichtung am Deckel nicht einzeln zum Nachkaufen gibt. Manche Hersteller bieten hier eine lebenslange Garantie an. Grundsätzlich sind langlebige, austauschbare Komponenten ideal. Je weniger Material nach kurzer Zeit ersetzt werden muss, umso besser.  

 

  • Vorsicht bei „klimaneutral“

 

Verwendet der Hersteller die Aussage „klimaneutral“, sagt das nichts darüber aus, wie viel Recyclingstahl verwendet wurde oder wie langlebig die Flasche ist. Entscheidend sind konkrete Angaben zu den tatsächlichen Emissionen, zur Berechnung und gegebenenfalls zu Kompensationsmaßnahmen. Deshalb wird die Aussage ohnehin nur selten verwendet, da sich der Hersteller leicht dem Greenwashing-Vorwurf aussetzt.

 

  • Recycelter Edelstahl – wieviel Prozent? 

 

„Hergestellt aus recyceltem Edelstahl“ klingt erst einmal gut. Wichtig ist aber der Anteil des recycelten Materials. Manche Hersteller geben die Quote zum Beispiel. Achten Sie auf eine konkrete Angabe wie „90 % recycelter Edelstahl“ Lassen Sie sich von dem Aufdruck „100 % recyclable“ nicht täuschen. Das bedeutet nur, dass das Material grundsätzlich recycelbar ist. Sie sagt nicht, dass die Flasche aus Recyclingstahl hergestellt wurde. Eine Flasche kann zu 100 % recycelbar sein und trotzdem ausschließlich aus neu gewonnenen Rohstoffen bestehen. Wer sich richtig in das Thema einarbeiten will, wirft auch noch einen Blick auf die Herkunft des Stahls – allerdings ist die Auskunftsfreudigkeit der Hersteller hier eher gering und man muss fast schon detektivisches Talent mitbringen.

 

  • „Post-Consumer“ ist erste Wahl

 

Post-Consumer-Recyclingstahl bedeutet, dass Material verwendet wurde, welches nach der Nutzung durch Endverbraucher gesammelt und recycelt wurde. Recycled Steel kann bedeuten, dass Post-Consumer-Stahl vorliegt, aber auch dass es sich nur um Produktionsreste handelt, die nicht verarbeitet wurden.

 

Keine Zeit und keine Lust auf all diese Recherche? Dann gilt die einfache Devise: Hochwertige Mehrwegflaschen, die man lange benützt, sind sinnvoller als der Kauf einer Vielzahl von Getränkeflaschen aus Plastik, im schlimmsten Fall aus Singe-Use-Plastik, wie es in vielen anderen Ländern, zum Beispiel, auf Golf Carts noch verwendet wird. Die eigene Flasche lässt sich problemlos im Handgepäck oder in der Golftasche verstauen und trägt dazu bei, dass auch der Urlaub ein kleines Stück umweltverträglicher wird. 

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