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Spaß am Spiel: Nicht immer muss die Freude an messbare Zahlen geknüpft werden. | © Canva

Warum Anfänger ein hohes Handicap genießen sollten

Vielleicht spielen Sie seit dieser Saison Golf. Sie haben Ihre Platzreife erfolgreich bestanden und sind nun mit einem Handicap von 30 oder 40 unterwegs. Gratulation! Nun denken Sie wahrscheinlich: „Schön und gut. Aber die Zahl muss runter. Und zwar schnell!“ Schließlich trainieren Sie, nehmen Unterricht und verbringen Stunden auf der Range, um irgendwann die 100, später vielleicht die 90 Schläge zu knacken, stimmt’s? Jetzt warten Sie aufs erste Par und darauf, dass Ihr Ball nach dem Abschlag häufiger das Fairway erreicht und die Bunker endlich ihren Schrecken verlieren.
Alles verständlich. Trotzdem lohnt es sich, auf dem Weg zum besseren Golfer nicht ausschließlich auf das Ziel zu schauen. Denn ein hohes Handicap ist keine Zahl, für die Sie sich rechtfertigen müssen. Es beschreibt zunächst einmal Ihren aktuellen Leistungsstand. Und gerade diese Phase einer Golfkarriere bietet Vorteile, die Sie später vielleicht sogar vermissen werden.

1. Sie können sich über Fortschritte richtig freuen

Erinnern Sie sich an Ihren ersten richtig gut getroffenen Drive? An das erste Par? Den ersten gelochten langen Putt? Oder an jenen Schlag mit dem Eisen, bei dem sich alles gut anfühlte? Für versierte Spieler sind das Selbstverständlichkeiten. Einsteiger vergessen diese Momente selten. Darin liegt ein großer Reiz der Anfangszeit. Fortschritte sind häufig schneller sichtbar. Wer bislang regelmäßig drei Putts benötigt und plötzlich immer häufiger mit zwei Schlägen auf dem Grün auskommt, merkt den Unterschied. Wer nach einigen Trainerstunden den Driver öfter sauber schwingt, spart möglicherweise gleich mehrere Schläge. Und wer zum ersten Mal die 100 knackt, wird sich vermutlich länger daran erinnern als an eine durchschnittliche Runde einige Jahre später. Je größer das Verbesserungspotenzial, desto größer können auch die Erfolgserlebnisse sein. Genießen Sie sie! 

2. Ihr Handicap ist Ihre Chance

„Welches Handicap spielst du?“ Für Einsteiger kann diese harmlose Frage unangenehm sein. 32, 38 oder 46 klingt schließlich nicht besonders beeindruckend, wenn der Flightpartner mit einer Vorgabe von unter 20 auf die Runde geht. Dabei gibt es keinen Grund, sich für ein hohes Handicap zu entschuldigen. Dafür existiert schließlich das System der Spielvorgabe: Spieler unterschiedlicher Leistungsstärken sollen miteinander konkurrieren können. Wer mehr Schläge benötigt, bekommt entsprechend mehr Vorgabenschläge. Das bedeutet auch: Ein Anfänger kann mit einem sehr guten Spieler auf die Runde gehen und trotzdem einen spannenden Wettbewerb erleben.
Gerade im Stableford kann das Laune bringen. Auf schwierigen Löchern erhalten Spieler mit höherem Handicap teilweise mehrere Vorgabenschläge. Plötzlich kann ein Bogey ein richtig gutes Ergebnis sein. Sie müssen also nicht erst „gut genug“ werden, bevor Sie an Wettbewerben teilnehmen dürfen. Möglicherweise sind Sie schon jetzt ein Kandidat für den Sieg beim nächsten Monatsbecher. 

3. Kleine Erfolge dürfen noch groß sein

Ein guter Golfer schlägt ein Eisen sauber aufs Grün – nichts, was Aufmerksamkeit erzeugen würde. Ein Einsteiger hingegen möchte diesen Moment am liebsten im Video festhalten. Das kann ein Vorteil sein, den man erst bemerkt, wenn er irgendwann verschwunden ist. Mit zunehmender Spielstärke steigen fast automatisch die eigenen Ansprüche. Das Par, über das Sie sich früher gefreut hätten, fühlt sich irgendwann nach einem verschobenen Birdie an. Eine 89 ist zunächst ein Meilenstein und einige Jahre später eine Runde zum Vergessen. Golf besitzt die unangenehme Eigenschaft, dass sich die Erwartungen meistens proportional zu den eigenen Fähigkeiten entwickeln. Gerade als Anfänger dürfen Sie deshalb großzügig sein bei Ihrer persönlichen Definition von Erfolg. 
 

Wenn Sie also gerade mit dem Golfspiel angefangen haben, genießen Sie diese Phase. Sie werden schnell genug besser ... 

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