Macks Top-Ergebnis, Gold statt Militärdienst und deutsche Aufsteiger
Für Polly Mack hat sich die Reise nach Hawaii gelohnt. Die Berlinerin aus dem National Team Germany führte bei der LOTTE Championship zur Halbzeit, war Zweite vor dem Finale und kam schließlich als geteilte Zehnte ins Ziel. In einer abwechslungsreichen Finalrunde mit reichlich Bewegung auf der Scorekarte lag die 27-Jährige zunächst zwei unter Par nach sieben Löchern, dann drei über nach 14 Löchern, ehe das muntere Auf und Ab mit einer 73 (+1) endete. Für Mack, die seit 2023 auf der LPGA Tour abschlägt, ist es das zweite Top-Zehn-Ergebnis der laufenden Saison und eine wichtige Trendwende nach zuletzt acht verpassten Cuts bei den vergangenen neun Starts. In der Saisonwertung geht es hoch auf Platz 85.
Den Sieg sicherte sich Jeeno Thitikul. Mal wieder, muss man sagen, denn für die junge Thailänderin war es bereits der vierte Titel in der laufenden Saison. Was lange wie ein ungefährdeter Triumphzug im Hoakalei Country Club auf Oahu aussah, wurde zu später Stunde noch einmal spannend. Denn die 23-Jährige versenkte ihren Abschlag auf dem Par 4 der 16 im Wasser und kassierte ein Doppelbogey. Ihre Antwort war dann jedoch überragend: Zwei Birdies auf der 17 und 18 besiegelten Saisontitel Nummer vier mit am Ende drei Schlägen Vorsprung auf Ina Yoon aus Südkorea.
„Ja, die 16 war schrecklich“, kommentierte sie. „Aber ich wusste, es sind noch zwei Löcher übrig und alles kann passieren. Man kann sich immer erholen und hat die Dinge immer noch in der eigenen Hand.“
Jäger fällt zurück
Auch Stephan Jäger durfte beim Stopp der PGA Tour in Utah lange auf eine richtig gute Woche hoffen. Erster am Donnerstag nach einer 63, Fünfter am Freitag nach einer 65, Sechster am Samstag nach einer 68. Am Sonntag ging es für den Münchener aus dem Elite Team Germany dann aber in die falsche Richtung. Unter anderem zwei Doppelbogeys auf den zweiten Neun des Platzes im Black Desert Resort ließen den Gewinner der Houston Open durch eine 73 (+1) auf Platz 26 zurückfallen.
Bei 16 unter Par kam der Deutsche mit zehn Schlägen mehr auf dem Konto als Austin Smotherman ins Ziel. Der Amerikaner gewann bei seinem 100. Auftritt auf der PGA Tour Titel Nummer eins. Der Lohn: 1,08 Millionen US-Dollar, zwei Jahre Spielrecht und damit auch ein Platz in der Championship Series, die ab 2028 etabliert wird.
Highlight-Clip: Smotherman siegt in Utah
Kim entgeht dem Militärdienst
Was die Motivation betrifft, bekam Tom Kim vor der Finalrunde bei den Asian Games in Japan noch einmal einen kleinen Schub. Tiger Woods griff zum Smartphone und schrieb seinem Freund: „Sei du selbst, nicht mehr und nicht weniger.“ Für Kim stand viel auf dem Spiel. Weit mehr als der prestigeträchtige Titel. Denn die Goldmedaille würde für den 24-Jährigen bedeuten, dass er vom verpflichtenden Militärdienst in seiner Heimat Südkorea befreit wird und sich stattdessen voll auf seine vielversprechende Golfkarriere konzentrieren kann.
Kim bestand die Nervenprobe und siegte dank einer 64 mit drei Schlägen Vorsprung. „Ich habe das Gefühl, dass ich mir in dieser Saison viel Gewicht von den Schultern genommen habe, wie Wassereimer aus dem Bag. Ich denke, ich werde heute endlich einmal gut schlafen können.“
Auch für Adrian Meronk stand im Finale der Alfred Dunhill Links Championship viel auf dem Spiel. Der Cleeks-Kollege von Martin Kaymer steht wie die allermeisten LIV-Spieler vor einer ungewissen Zukunft. Durch den Sieg an der schottischen Küste, seinen fünften auf der DP World Tour, sichert sich der 33-Jährige ein volles Spielrecht für das kommende Jahr. „Ich weine normalerweise nicht, aber das fühlt sich sehr besonders an“, kommentierte der Pole. „Mir fehlen die Worte. Ich bin wahnsinnig glücklich und erleichtert.“ Bei 20 unter Par hatte er am Ende zwei Schläge Vorsprung auf Casey Jarvis und Niklas Nørgaard. Als bester Deutscher kam im prominent besetzten Feld Jeremy Paul als geteilter 23. ins Ziel.
Immer wieder Steven Alker! Der Neuseeländer sicherte sich bei der Jefferson Lehigh Valley Classic seinen dritten Titel bei den vergangenen vier Starts auf der PGA Tour Champions. Erfreulich aus deutscher Sicht war der Auftritt von Alex Cejka, der nach 68, 67 und 69 Schlägen als Zwölfter ins Ziel kam.
Eine 58 und zwei deutsche Aufsteiger
Yuta Sugiura sorgte mit einer absoluten Fabelrunde für Aufsehen. Bei der Compliance Solutions Championship kam der Japaner mit einer unglaublichen 58 ins Clubhaus zurück. Damit ist er erst der vierte Spieler in der Geschichte der Korn Ferry Tour, der eine 58 oder besser notieren konnte. Allerdings machten es der Platz und die Bedingungen im The Patriot Golf Club den Teilnehmern auch verhältnismäßig einfach: Der Rundenschnitt lag bei 66,57 Schlägen – so niedrig wie noch nie zuvor auf der Tour.
Für Jan Schneider war es ein erstes Jahr auf der HotelPlanner Tour ohne große Ausreißer. Bis zur Abu Dhabi Challenge hatte der Spieler vom GC St. Leon-Rot 15 Turniere gespielt und dabei zehnmal den Cut geschafft. Beim letzten regulären Event der Saison, bevor es für zwei Turniere nach China und anschließend zum Saisonfinale auf Mallorca geht, überzeugte Schneider mit Runden von 65, 68 und zweimal 67 Schlägen. Er beendete die Woche im Al Ain Equestrian, Shooting & Golf Club bei 13 unter Par auf dem geteilten siebten Rang.
Nach 21 Turnieren im Jahr 2026 wurde nach dem Hulencourt Masters auf der Pro Golf Tour abgerechnet. Fünf Spieler durften sich dabei über einen Status auf der HotelPlanner Tour freuen. Darunter auch zwei deutsche Profis: Philipp Macionga vom National Team Germany kam in der Order of Merit auf Platz drei ins Ziel. Der 21-jährige Augsburger gewann die VcG Bodensee Open 2026 und überzeugte auch beim Saisonfinale in Belgien mit einem geteilten fünften Platz. Auch der ehemalige DP-World-Tour-Spieler Max Schmitt erreichte Platz fünf in der Order of Merit und kehrt damit in die zweithöchste Spielklasse Europas zurück.
So geht es bei MagentaSport weiter
Für die Asse der DP World Tour geht es in dieser Woche mit der Open de España weiter: Im Club de Campo Villa de Madrid (täglich ab 14 Uhr live bei MagentaSport) treten unter anderem Patrick Reed und Jon Rahm an. In den USA steht die Baycurrent Classic in Japan auf dem Programm.








