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Jubel und ausgelassene Freude beim Sieger: der GC St. Leon-Rot gewinnt die European Ladies Club Trophy 2026 | © DGV/stebl

Projekt Jugend forscht holt Europapokal

Hamburg – Drei Spielerinnen, 16, 16 und 15 Lebensjahre und am Ende ganz oben: Yoo Jin Bae, Yoo Na Bae und Helena Baraka haben dem Druck einer Finalrunde als Co-Leader standgehalten und für den GC St. Leon-Rot erneut den Europapokal der Landesmeister gewonnen.
 

Die Ausgangslage versprach einen engen Kampf. St. Leon-Rot und der französische Meister Golf de St. Cloud waren schlaggleich in die Entscheidung gegangen. Beide Teams hatten an den ersten beiden Tagen einmal 140 und einmal 142 Schläge in die Wertung gebracht. Dahinter lagen Smørum GK, Eindhovensche Golf und der Hamburger GC jeweils nur einen Schlag voneinander getrennt.
 

Die jüngste Mannschaft im Feld ließ sich davon ebenso wenig beeindrucken wie von einem unruhigen Beginn der Finalrunde. Im Livescoring tauchten bei St. Leon-Rot früh einige Bogeys und auch zwei Doppelbogeys auf. Gleichzeitig sammelten die drei Kurpfälzerinnen aber schnell Birdies.
 

Nach etwa einem Drittel der Runde hatte St. Cloud einen Schlag abgegeben und St. Leon-Rot stand alleine an der Spitze. Beim Wechsel auf die Back Nine war der Titelverteidiger das einzige Team im Feld mit einem Gesamtscore unter Par und hatte sich zwei Schläge Vorsprung erarbeitet.

Dänemark zieht kurz gleich

Entschieden war zu diesem Zeitpunkt noch lange nichts. Auf Loch 12 spielten zwei Däninnen Birdie, während St. Leon-Rot ein Bogey notierte. Damit zog Smørum bei gesamt -1 mit dem Titelverteidiger gleich.
 

Auf den letzten Bahnen zeigte die Mannschaft von Coach Sebastian Buhl dann ihre ganze Klasse. Yoo Jin Bae spielte auf den Löchern 16 und 17 zwei Birdies in Folge. Schwester Yoo Na und Helena Baraka nutzten ebenfalls das Par 5 der 17 und notierten dort jeweils einen Schlaggewinn.
 

Dieses Finish konnte die Konkurrenz nicht mehr mitgehen. St. Leon-Rot setzte sich wieder ab und brachte am Ende sogar vier Schläge zwischen sich und Golf de St. Cloud. Mit gesamt -3 blieb der alte und neue Champion als einziges Team des Turniers unter Par.
 

Dass Yoo Jin Bae mit ihren 16 Jahren dabei auch noch die Einzelwertung gewann, passte zum Auftritt der jungen Mannschaft. Sie beendete die drei Runden mit gesamt 211 (-2) Schlägen und verwies Leonie Breutigam vom Hamburger GC auf Rang zwei.

Hamburg wird Vierter

Der Hamburger GC war als Fünfter in die Finalrunde gestartet und wurde von zahlreichen Zuschauern über den Platz begleitet. Susanna Brenske, Mia Lena Hoffmann und Leonie Breutigam konnten in der ersten Hälfte der Runde zunächst keinen Boden auf die Spitzenteams gutmachen.
 

Auf der Back Nine arbeitete sich der Gastgeber im Klassement noch um einen Rang nach vorne und beendete die European Ladies’ Club Trophy bei gesamt +6 auf Platz vier. Vier Schläge fehlten auf den drittplatzierten Smørum GK.
 

Leonie Breutigam spielte zum Abschluss eine 72 (+1) und sicherte sich mit gesamt -1 den zweiten Platz der Einzelwertung. Damit blieben mit Siegerin Yoo Jin Bae und Breutigam nur zwei Spielerinnen über alle drei Runden unter Par.
 

Mia Lena Hoffmann brachte dreimal eine 74 ins Recording und schloss das Turnier auf Rang 19 ab. Susanna Brenske, die mit 75 und 72 Schlägen in die Finalrunde gegangen war, unterschrieb zum Abschluss eine 76 und belegte Rang 22.

Wannsee ohne Lohoff

Der G&LC Berlin-Wannsee musste auch am Finaltag auf Catharina Lohoff verzichten. Damit stand bereits vor dem ersten Abschlag fest, dass die beiden Ergebnisse von Emily Krause und Rosalie Stadler vollständig in die Teamwertung eingehen würden.
 

Beide hatten auf der Front Nine zu kämpfen und kamen mit mehreren Bogeys auf der Karte am zehnten Abschlag an. Eine Aufholjagd im Klassement gelang dem Deutschen Mannschaftsmeister nicht mehr. Berlin-Wannsee beendete das Turnier mit gesamt +15 auf Rang neun.
 

Emily Krause spielte Runden mit 72, 73 und 74 Schlägen und wurde 13. der Einzelwertung. Rosalie Stadler kam mit 72, 74 und 76 auf Rang 19.

Falkenstein bietet großen Rahmen

Sportlich war der Finaltag hochklassig, der Rahmen passte dazu. Der Hamburger GC feierte im Jahr seines 120-jährigen Bestehens mit der European Ladies’ Club Trophy einen weiteren internationalen Höhepunkt.
 

Die Mannschaft um Head-Greenkeeper Gareth Bremner hatte den von Harry S. Colt mit einem Schuss Genialität geprägten Par-71-Course hervorragend vorbereitet und den Spielerinnen der 19 Mannschaften ideale Bedingungen geboten. Auch das Wetter spielte mit. Die Sonne tauchte die Heidelandschaften rund um die Bahnen in spätsommerliches Licht, als die führenden drei Teams kurz nach zwölf Uhr ihre Finalrunde begannen.
 

Geschäftsführer Wolfram von Nordeck und sein Team organisierten das Turnier unaufgeregt und mit großer und herzlicher Gastfreundschaft. Zahlreiche Volunteers unterstützten die Spielerinnen an allen drei Tagen, unter anderem als Starter und Vorcaddies. Leistungssport gehört beim Hamburger GC seit je her zur Club-DNA. Dies wird auch bei internationalen Meisterschaften in Falkenstein regelmäßig deutlich.

Titelverteidigung in der Dämmerung

Die Siegerehrung fand am Abend in der Dämmerung eines sonnigen Frühherbsttages statt. Nach dem Einlauf aller 19 Mannschaften dankten EGA-Präsident Joaquín Castillo und DGV-Vizepräsident Bernhard May vor allem dem Hamburger GC und den zahlreichen Helfern.
 

Im Mittelpunkt standen anschließend drei sehr junge Spielerinnen aus St. Leon-Rot. Yoo Jin Bae und Yoo Na Bae sind jeweils 16 Jahre alt, Helena Baraka erst 15. Gemeinsam haben sie als jüngste Mannschaft des Feldes die European Ladies’ Club Trophy gewonnen und den Titel für den GC St. Leon-Rot verteidigt.

Stimmen vom Tag

Meistertrainer Sebastian Buhl war kurz nach dem Sieg sehr ergriffen: „Das waren heute Emotionen pur. Ich hatte eigentlich den ganzen Tag über eine Gänsehaut. Mit dieser jungen Truppe hier anzureisen und dann tatsächlich echt sehr gut zu performen, am Ende mir vier Schlägen Vorsprung zu gewinnen, ist einfach mega! Ich bin dem Tränen nah.“

Helena Baraka vom GC St. Leon-Rot: „Das war das erste Mal, bei einem solchen Turnier für St. Leon-Rot zu spielen. Ich bin mega stolz, das Logo auf dem Shirt zu tragen. Es war wirklich überragend, der Sieg bedeutet mir wirklich sehr, sehr viel. Der Platz ist wirklich sehr beeindruckend mit vielen sehr schönen Bahnen.“
 

Yoo Na Bae vom GC St. Leon-Rot: „Es ist unglaublich. Wir können es noch gar nicht fassen. Wir hatten vor, den Titel zu verteidigen. Daher war der Sieg für uns sehr wichtig."
 

Yoo Jin Bae vom GC St. Leon-Rot: „Es ist noch alles surreal und wie im Traum. Aber es ist ein schöner Traum. Es war eine wunderschöne Woche und wir hatten alle zusammen sehr viel Spaß. Jetzt den Pokal mit nach Hause nehmen zu dürfen, ist ein toller Abschluss.“
 

Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, war restlos begeistert, was der Hamburger GC in seinem Jubiläumsjahr auf die Beine gestellt hatte: „Es ist einfach phantastisch, dieses Turnier hier erleben zu dürfen. Der Hamburger GC steht als Gemeinschaft für den Sport und zeigt den Athletinnen mit großer Hingabe und Präsenz, was diesen Ausnahmeclub zu einem echten Aushängeschild des deutschen Golfsports macht. Der Platz war in grandioser Verfassung und zu sehen, wieviele Mitglieder ihren Anteil am Gelingen dieser European Ladies´Club Trophy hatten, ist ganz großartig. Hier wird der Golfsport gelebt und geliebt, hier werden alle Mannschaften unterstützt und wir können und als Deutscher Golf Verband glücklich schätzen, in Europa eine solche Visitenkarte abgeben zu können. Ganz großen und herzlichen Dank an den Hamburger GC!“


Luis Schmid, Coach des Hamburger GC: „Erstmal möchten wir uns vor allem bei jedem Mitglied, jedem Zuschauer bedanken. Die haben diese Woche auf jeden Fall zu einer einzigartigen Veranstaltung für uns auch gemacht. Ich glaube, wir hatten noch nie so viele Fans wie heute dabei, die uns begleitet haben, die uns angefeuert haben. Das war noch mal sehr, sehr besonders, wenn auch nicht mit dem Ausgang, den wir uns jetzt erhofft hatten. Aber trotzdem haben unsere Mitglieder wieder bestätigt, wie einzigartig dieser Club ist.“


Leonie Breutigam vom Hamburger GC: „Es hat mir total viel Spaß gemacht und ich habe es richtig genossen, hier auf dem Heimatplatz mit den ganzen Zuschauern. Es war sehr schön, trotzdem hätten wir uns natürlich ein anderes Ergebnis gewünscht und es tut auch ein bisschen weh, aber wir wissen genau, woran es lag und werden jetzt den Winter über hart arbeiten und nächstes Jahr da stärker zurückkommen.“
 

Mia Lena Hoffmann vom HGC Falkenstein: „Heute war mal wieder ein typischer Falkenstein-Samstag. Die Stimmung auf dem Platz war einfach überragend. Und die Mitglieder, die alle rausgekommen sind, um uns zu unterstützen, sind mitgelaufen, haben applaudiert, gejubelt, uns angefeuert, wenn es mal nicht so lief. Das ist natürlich einfach ein Spirit, der ist einzigartig. Das sind dann im Endeffekt auch die Emotionen, die man wahrnimmt und die auch bleiben. So nimmt man so einen Golftag wahr, so erlebt man ihn. Natürlich, vom Ergebnis bin ich enttäuscht, dass ich nicht weiter vorne oder tiefer gegangen bin. Ich hätte dem Team gerne noch mehr geholfen heute, aber ich habe alles draußen gelassen, was ich hatte.“
 

Susanna Brenske vom Hamburger GC: „Die ganze Woche war wirklich sehr besonders für uns als Team, natürlich waren wir jetzt drei Spielerinnen, die das Team repräsentieren durften, aber die anderen waren auch mit draußen. Schon an Tee 1 hat man eine rote Wand gesehen. Das war ganz besonders, dass so viele Mitglieder rausgekommen sind und 18 Loch mitgelaufen sind. Die haben uns immer, immer wieder gepusht und angefeuert. Beim langen Spiel konnte ich ganz gute Schläge machen und habe dementsprechend Applaus bekommen. Beim Putten hatte ich die ein oder anderen Probleme, wurde dabei aber immer wider aufgebaut. Ich durfte das Turnier jetzt vier Jahre mitspielen und in keinem Klub habe ich so viele Mitglieder mitlaufen sehen. Das war einfach sehr besonders und ich freue mich, diesen besonderen Tag oder diese besonderen Wochen mit dem Klub teilen zu dürfen.“
 

Miriam Hiller, Sportdirektorin des G&LC Berlin-Wannsee: „Für alle qualifizierten Teams bietet sich bei der European Club Trophy im Hamburger GC ein toller Saisonabschluss auf diesem schönen Platz. Das ist Turnier ist von der EGA, dem DGV und den Gastgebern in Hamburg hervorragend organisiert und die Spielerinnen schätzen sich nach meinem Eindruck alle sehr glücklich dabei sein zu können.
Wir sind als Berlin-Wannsee stolz, als Deutscher Meister wieder dabei sein zu können. Wir haben trotz der Abwesenheit unserer College-Spielerinnen mit Catharina Lohoff, Emily Krause und Rosalie Stadler ein starkes Team hier. Aber mit einem krankheitheitsbedingten Ausfall wurde es nicht leichter, ganz vorn mitzuspielen.“
 

Mario Hansch, Trainer des G&LC Berlin-Wannsee: „Positiv an diesem Turnier war aus unserer Sicht der Tag, der relativ konstant war. Wir hatten erstmal eine ganz gute Ausgangsvoraussetzung für die Woche geschaffen. Es ist immer wieder positiv, in Falkenstein spielen zu können und sich diesem Platz zu stellen, auch dieses sportliche Publikum hier zu sehen. Insgesamt ist Hamburg immer eine Reise wert.“
 


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