Souveräner Viertelfinalsieg für die Adler-Damen
Nach dem starken vierten Rang in der Zählspiel-Qualifikation nahmen die deutschen Frauen den Schwung mit in die Matchplay-Phase der Meisterschaft. Das Lochspiel-Duell gegen das niederländische Team war zwar lange Zeit knapp, doch letztendlich sorgten die Adler-Damen in jedem der fünf Matches für klare Verhältnisse.
Der legendäre Vierer ist zurück
Den Grundstein legte Franca Fehlauer (Hamburger GC), die im ersten Einzel spielte. Gegen Catryn Geleijnse (Niederlande) gewann die erneut stark auftretende Norddeutsche mit 3&2 und brachte die deutsche Auswahl in eine komfortable Position. Weiter vorne kämpften Susanne Engels (Krefelder GC) und Alexandra Kölker (GC Bergisch Land) im einzigen Vierer der Partie. Das deutsche Duo gewann in einem engen Match gegen Barbara Kerdel und Herma Haanen (beide Niederlande) am letzten Grün per 1up. Damit stand der zweite Punkt auf der deutschen Seite.
In zweiten Einzel folgte schon wenig später der nächste deutsche Erfolg durch Silvia Wilms (Münchener GC), nach der Zählspiel-Qualifikation geteilte Zweite der Einzelwertung. Die aktuelle Deutsche Vizemeisterin der AK 50 setzte sich gegen Daphne Mulder (Niederlande) mit 2&1 durch und bestätigte erneut ihre herausragende Form.
Mit diesem dritten Punkt war das Viertelfinale früh entschieden. Sibylle Gabler (G&LC Berlin-Wannsee) lag nach 17 Bahnen all square und teilte ihr Einzel gegen Annemieke van de Koppel (Niederlande), Manon Harsch (Baden Hills G&CC) lag gegen Mignon Sanders (Niederlande) nach 16 Löchern 1auf und teilte ihren Punkt ebenfalls.
Der Lohn: Halbfinale
Aus der starken Zählspiel-Qualifikation ist ein überzeugender erster Lochspieltag geworden. Drei Siege und zwei geteilte Punkte, die ihrerseits jeweils noch Potenzial zu mehr hatten, ergeben das 4:1 – ein Erfolg, der sich sehen lassen kann. Deutschland steht damit neben Frankreich, Irland und England im Halbfinale dieser Europameisterschaft. Qualifikationssieger Frankreich setzte sich gegen die Schweiz mit 3:2 durch. Irland gewann das Duell mit Schweden knapp mit 3:2, während Titelverteidiger England das notorisch starke Spanien mit 3,5:1,5 bezwang.
Auch die Bedingungen forderten am Schwarzen Meer erneut Konzentration. Bei Temperaturen bis knapp 29 Grad blieb es trocken und sonnig; im Tagesverlauf nahm der Wind aus südlichen Richtungen spürbar zu und erreichte in Böen deutlich höhere Geschwindigkeiten. Auf dem exponierten Platz wurde damit jede Annäherung zur Aufgabe.
Kapitänin Patsy Stoehr sah ihre Spielerinnen gegen die Niederlande in einem Duell, das enger war, als es das klare Endergebnis zunächst vermuten lässt. „Es war immer knapp. Philip Drewes hat das vorhergesagt“, sagte sie. Besonders der Vierer von Susanne Engels und Alexandra Kölker habe in entscheidenden Momenten Haltung bewiesen: „Sie waren nie down und haben auch in schwierigen Situationen ihr Eins auf immer verteidigen können.“
Die Neuauflage des erfolgreichen deutschen Vierers von der Goldmedaille 2022 gewann gegen die starke niederländische Rookie-Paarung schließlich auf spektakuläre Weise: Ein gelochter Putt aus rund zehn Metern auf dem 18. Grün sicherte Engels und Kölker den Punkt. Franca Fehlauer sei, so Stoehr, „immer stark“ gewesen. Ihre Kapitänin begleitete sie auf der Runde und gab in einer wichtigen Phase die klare Vorgabe aus: „Wir müssen den Schalter umlegen.“ Fehlauer setzte dies um und gewann ihr Einzel 3&2.
Silvia Wilms blieb in ihrem Einzel gegen Daphne Mulder der verlässliche Fixpunkt. „Bei Silvia brauchte man nur Geduld“, sagte Stoehr über die 2&1-Siegerin. Sibylle Gabler und die amtierende deutsche AK-50-Meisterin Manon Harsch lagen zudem aussichtsreich – nur der bereits feststehende Erfolg der Deutschen verhinderte das reguläre Beenden der beiden Partien.
Frankreich wartet am frühen Morgen
Nun wartet Frankreich. „Das wird ein dickes Brett. Aber wir sind guter Dinge“, sagte Stoehr. Die Französinnen, Qualifikationssiegerinnen und sechsfache Europameisterinnen, kommen mit einem knappen 3:2-Erfolg gegen die Schweiz ins Halbfinale.
Der Halbfinaltag beginnt für Deutschland sehr früh – und mit einem besonders reizvollen Wiedersehen im Vierer. Bereits um 7:45 Uhr treten Susanne Engels und Alexandra Kölker gegen Benjamine Bouillonnec und Fanny Sachel (beide Frankreich) an. Nach ihrem dramatischen Sieg auf dem 18. Grün gegen die Niederlande soll das eingespielte deutsche Duo wieder den Ton setzen.
Danach folgen die vier Einzel im engen Takt: Franca Fehlauer trifft um 7:55 Uhr auf Amandine Vincent (Frankreich), Silvia Wilms um 8:03 Uhr auf Carole Danten-Azfi (Frankreich), Sibylle Gabler um 8:11 Uhr auf Jordane Court (Frankreich) und Manon Harsch um 8:19 Uhr auf Hélène Malvy (Frankreich). Für die deutschen AK-50-Frauen geht es inzwischen nicht mehr allein darum, eine gute Woche fortzusetzen. Sie stehen nach dem souveränen Viertelfinalsieg im BlackSeaRama Resort mitten im Kampf um Edelmetall.










