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Die deutschen Senior-Adler gehen hoch motiviert an den Start der diesjährigen Team-EM. | © privat

Roggenkämpers junges Team startet mit Kampfgeist

Austragungsort ist Cabot Bordeaux im Médoc, rund 20 Kilometer nordwestlich von Bordeaux. Der Meisterschaftsplatz, der Châteaux-Kurs, wurde 1989 vom renommierten amerikanischen Architekten Bill Coore entworfen – sein dritter Solo-Entwurf und zugleich sein erstes Projekt in Europa. Jedes der 18 Löcher trägt den Namen eines großen Bordeaux-Weinguts, während überdimensionale Weinflaschen als Entfernungsmarkierungen dienen. Die weiten Fairways, gesäumt von Heidekraut, Ginster und Besenstrauch, verleihen dem Par-71-Platz den Charakter eines klassischen schottischen Inland-Links – inklusive der Vergangenheit als Schauplatz der French Open der European Tour.
 

Turnier auf einem Platz der Superlative

Erst 2024 übernahm die kanadische Cabot Collection die Anlage, vormals als Golf du Médoc bekannt, und reiht sie damit in ihre Sammlung erstklassiger Golfdestinationen ein, zu der auch Standorte in Schottland und Kanada zählen. Der Châteaux-Kurs wurde von den World Golf Awards mehrfach zum besten Golfplatz Frankreichs gekürt und gilt als einer der stilprägendsten Plätze des Landes.
 

Die Spielbedingungen am Eröffnungstag zeigten sich sommerlich freundlich: Bei Temperaturen um 26 bis 28 Grad und lediglich leichtem, aus nördlichen Richtungen wehendem Wind fanden die Spieler weitgehend faire Bedingungen vor, auch wenn sich zeitweise Wolkenfelder über den Platz schoben.
 

Das Turnierformat sieht zwei Zählspielrunden an den ersten beiden Tagen vor, aus denen sich die Setzliste für das dreitägige Matchplay mit Vierern und Einzeln ergibt. Nur die acht bestplatzierten Nationen erreichen Flight A und kämpfen um die Medaillen, während die Teams auf den Plätzen 14 bis 16 in die Division 2 absteigen müssen.
 

Frankreich übernimmt die Führung

An der Spitze der Teamwertung liegt Gastgeber Frankreich mit 362 Schlägen (+7), gefolgt von Schottland (366, +11) und Dänemark (369, +14). Finnland komplettiert mit 370 Schlägen (+15) die Top vier. Rekordmeister Irland, das im vergangenen Jahr in Österreich den Titel gewann, liegt mit 373 Schlägen (+18) auf Rang fünf und damit komfortabel im Flight-A-Bereich. Die Niederlande (375, +20) und England (375, +20) folgen auf den Rängen sechs und sieben, Schweden rundet mit 376 Schlägen (+21) die acht Flight-A-Plätze ab.
 

Deutschland reiht sich mit 379 Schlägen (+24) auf Platz zehn ein – nur drei Schläge hinter dem rettenden achten Platz und einen Schlag hinter Österreich (378, +23) auf Rang neun. Für Kapitän Jochen Roggenkämper (Düsseldorfer GC) und sein Team bedeutet das: Am zweiten Zählspieltag muss noch etwas nachgelegt werden, um den Sprung in die Top-Gruppe zu schaffen.
 

Die beste deutsche Scorekarte lieferte Thomas Biermann (Frankfurter GC) mit 73 Schlägen (+2) ab, der sich damit auf dem geteilten 15. Rang der Einzelwertung einreiht. Stefan Sachs (GC Kassel-Wilhelmshöhe) kam auf 75 Schläge (+4), Felix Banzhaf (Frankfurter GC) auf 76 Schläge (+5) und Marc Mazur (GSV Düsseldorf) auf 77 Schläge (+6). Maximilian Rehm (GC Feldafing), amtierender Deutscher AK-50-Meister, steuerte mit 78 Schlägen (+7) die fünfte zählende Karte bei, während Patrick Koll (Düsseldorfer GC) mit 82 Schlägen (+11) das Streichergebnis ablieferte.
 

Dritte Team-EM für Roggenkämper

Für Jochen Roggenkämper ist es bereits die dritte Team-EM als Kapitän der deutschen Männer – und die kontinuierliche Arbeit mit dem Team seit 2024 scheint zunehmend Früchte zu tragen. Mit Blick auf das enge Feld und den ersten Turniertag zeigte er sich vor dem Turnierstart zuversichtlich. Nach der ersten Runde und dem zehnten Platz fiel sein Fazit differenziert aus: „Erstes Ziel für für die Qualifikationsphase  ist es natürlich, unter die ersten acht Nationen zu kommen. Danach kann alles passieren. Nach unserer ersten Runde war die Enttäuschung erst einmal relativ groß war, da wir unter unseren eigenen gesteckten Zielen zurückgeblieben sind. Nichtsdestotrotz ist die Stimmung super und das Team ist mehr als motiviert morgen sich mit einer engagierten Leistung noch unter die ersten acht zu schieben. Aber wie man sieht, ist das Feld sehr sehr eng zusammen und es wird auf einzelne Schläge ankommen. Hoffe sehr, dass wir das morgen schaffen!“
 

Wolfberger führt vor starkem Quartett

In der Einzelwertung setzte sich Bernhard Wolfberger (Österreich) mit einer bemerkenswerten 69er-Runde (-2) an die Spitze. Dahinter folgt eine Gruppe von vier Spielern mit jeweils 70 Schlägen (-1): Morten Findsen Schou (Dänemark), Nicolas Bauer (Frankreich), Mariusz Eriksson (Schweden) und Pascal Grizot (Frankreich) – ein weiterer Beleg für die Breite an der Spitze des 96 Spieler starken Feldes. Geteilte Sechste mit 71 Schlägen (Even Par) sind Knut Ekjord (Norwegen) und Grégoire Hulin (Frankreich), womit bereits drei Franzosen unter den Top sieben stehen.
 

Für die deutschen Männer gilt es nun, am zweiten Zählspieltag den Rückstand auf die Flight-A-Plätze aufzuholen. Gelingt der Sprung unter die besten Acht, wartet ab Donnerstag das Matchplay um die europäische Krone – und damit die Bühne, auf der Roggenkämpers weiter verjüngtes Team seinen ersten großen Auftritt als Einheit unter Beweis stellen kann.

 

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