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Die AK-50-Frauen um Kapitänin Patsy Stoehr wollen an ihren Erfolg von 2022 anknüpfen. | © privat

Deutsche AK-50-Frauen mit couragiertem Auftakt

Das Saison-Highlight des AK-50-Turnierkalender ist gestartet: die Team-EM AK 50 der Frauen. Austragungsort ist der ikonische Klippenplatz von BlackSeaRama, Bulgariens erster Championship-Anlage überhaupt. Der Golfplatz thront rund 200 Meter über dem Meer und bietet von nahezu jedem Fairway aus den Blick auf die Bucht zwischen Kap Kaliakra und Kap Galata. Entworfen wurde die Anlage von Golflegende Gary Player, für den es das erste fertiggestellte Projekt in Osteuropa war. Der Par-72-Platz misst 6.648 Meter von den längsten Abschlägen (5.370 Meter in der aktuell gespielten Konfiguration), wurde 2008 eröffnet und 2009 zum besten neuen Golfplatz der Welt gekürt. 
 

Schlag für Schlag zum Erfolg

Sein Links-Charakter mit breiten Fairways, großzügigen Grüns und markanten Hügelketten macht ihn zu einem fairen, aber bei auffrischendem Wind durchaus anspruchsvollen Meisterschaftsplatz. Für die europäische Golfszene ist BlackSeaRama zudem eine alte Bekannte: Bereits 2011, 2019 und 2021 war das Resort Schauplatz dieser Team-EM, 2021 hatte sich seinerzeit Spanien im Finale gegen Deutschland durchgesetzt. 

 

Europäisches Silber war ein bärenstarkes Ergebnis und vor allem konnten die deutschen Frauen im Folgejahr 2022 sogar europäisches Gold erkämpfen, das war allerdings im slowenischen Golf Arboretum. Doch von diesen Erfolgen wollen Kapitänin Patsy Stoehr und ihre Mannschaft erst einmal nichts hören. Das Team sieht sich als Außenseiter und möchte sich seinen Erfolg von Tag zu Tag erkämpfen und sich Schlag für Schlag durchsetzen. Der Weg, so Stoehr, wird ein langer sein.

 

Das Turnier wird über fünf lange Tage ausgetragen, zwei Tage als Zählspiel-Qualifikation und drei Tage im Matchplay. Nur die acht besten Teams der Zählspiel-Phase können in den Lochspielrunden überhaupt um der Titel kämpfen. Immerhin: die Spielbedingungen am Eröffnungstag präsentierten sich von ihrer besten Seite: Bei nahezu wolkenlosem Himmel kletterten die Temperaturen entlang der bulgarischen Schwarzmeerküste auf rund 27 bis 28 Grad, dazu wehte ein mäßiger, auffrischender Nordost- bis Ostwind vom Meer – jener Faktor, den Platzarchitekt Player bei seinem Entwurf von Beginn an einkalkuliert hatte und der tiefe Scores erschwerte.
 

Rekordmeister startet stark

An der Spitze der Teamwertung setzt sich der sechsfache Europameister Frankreich mit 365 Schlägen (+5) ab, gefolgt von Schweden (372, +12) und den Niederlanden (378, +18). Die Schweiz komplettiert mit 380 Schlägen (+20) die Top vier. Titelverteidiger England, das im vergangenen Jahr in Spanien triumphiert hatte, kam über Rang neun (384, +24) nicht hinaus und muss am zweiten Tag eine Schippe nachlegen, um den Sprung in die favorisierte Hälfte des Matchplay-Feldes zu schaffen. 
 

Deutschland reihte sich mit 381 Schlägen (+21) auf dem geteilten fünften Platz ein, punktgleich mit Irland und Spanien und nur einen Schlag hinter der Schweiz – ein Ergebnis, das der Mannschaft von Kapitänin Patsy Stoehr und Trainer Philip Drewes einen exzellenten Ausgangspunkt für die zweite Stroke-Play-Runde verschafft. 
 

Beste deutsche Spielerin war die früh gestartete Silvia Wilms (Münchener GC) mit einer soliden 74er-Runde (+2), knapp gefolgt von Franca Fehlauer (Hamburger GC) mit 75 Schlägen (+3). Sibylle Gabler (G&LC Berlin-Wannsee) und Susanne Engels (Krefelder GC) steuerten mit jeweils 76 Schlägen (+4) zwei weitere zählende Karten bei. Alexandra Kölker (GC Bergisch Land) kam mit einem unglücklichen Doppelbogey-Finish auf 80 Schläge, während Manon Harsch (Baden Hills G&CC) mit 82 Schlägen die nicht zählende sechste Karte ablieferte.

 

Kapitänin Patsy Stoehr strahlt nach der Auftaktrunde jene gelassene Zuversicht aus, die ihre Mannschaft seit Jahren auszeichnet. Mit Blick auf das komprimiert stehende Feld und die Stimmung in ihrem Team bringt sie es auf den Punkt: „Wir sind als Underdogs hier. und das Feld ist sehr eng – es ist knapp. Wir haben allerdings auch eine super Stimmung im Team und eine richtig tolle Dynamik. Als Team funktionieren wir klasse; jede Spielerin geht alleine raus – mit seinen Qualitäten. Das Motto, das wir uns vorgenommen haben, lautet: Schritt für Schritt – Schlag für Schlag. Bundestrainer Philipp Drewes und ich begleiten die Spielerinnen. Wir haben auch einige deutsche Fans, die uns hier richtig toll logistisch unterstützen.“
 

Schwedens Maliwan mit bester Auftaktrunde

In der Einzelwertung schnappte sich Bualee Maliwan (Schweden) mit einer bemerkenswerten 68er-Runde (-4) die Führung und untermauerte damit die starke schwedische Teamleistung. Dahinter platziert sich Amandine Vincent (Frankreich), amtierende französische Seniorinnen-Meisterin, mit 71 Schlägen (-1) auf Rang zwei. 

 

Geteilte Dritte sind derzeit Sylvie van Molle (Belgien) und Jillian Lough (Schottland) mit jeweils 72 Schlägen (Even Par). Dahinter reihen sich gleich sechs Spielerinnen mit 73 Schlägen ein, darunter gleich drei Französinnen sowie die belgische Catryn Geleijnse. Silvia Wilms steht nach der ersten Runde auf dem geteilten elften Rang der Einzelwertung.

 

Nach dem gelungenen Auftakt wird die nun folgende zweite Zählspielrunde über die Setzliste für das Matchplay entscheiden, das ab Donnerstag mit Vierern und Einzeln ausgetragen wird. Für die deutschen AK-50-Frauen gilt es nun, den Anschluss an die Spitzengruppe zu halten und sich für den so wichtigen Flight A zu empfehlen.

 

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