Deutsche Frauen ziehen souverän in Flight A ein
Nach dem geteilten fünften Platz zum Auftakt der Mannschafts-Europameisterschaften blieb die Leistung der deutschen Senioren-Nationalmannschaft auf dem windoffenen Klippenkurs von BlackSeaRama stabil, während andere Mannschaften im Kampf um die Top acht Federn lassen mussten. Die deutschen Frauen verbesserten sich um einen Rang, zogen an den Niederlanden vorbei und liegen nach den zwei Qualifikationsrunden nur zwei Schläge hinter dem drittplatzierten Team aus Schweden. Zu Frankreich, das an der Spitze des Tableaus steht, fehlen 14 Schläge – eine Differenz, die ab dem ersten Lochspiel keine Rolle mehr spielt.
Spanien stürmt nach vorn
Frankreich behauptete mit 746 Schlägen (+26) Rang eins der Zählspiel-Qualifikation, musste am zweiten Tag mit 381 Schlägen (+21) aber ein deutlich höheres Mannschaftsergebnis hinnehmen als zum Auftakt. Spanien erwischte dagegen mit 371 Schlägen (+11) den besten Teamscore des Tages und katapultierte sich von Rang sieben auf Platz zwei. Schweden folgt mit 758 (+38) vor Deutschland.
Hinter dem deutschen Team qualifizierten sich die Niederlande (764, +44), Irland (766, +46), Titelverteidiger England (767, +47) und die um vier Plätze abgerutschte Schweiz (770, +50) für Flight A. Italien verpasste den Sprung in die Medaillenrunde als Neunter mit 778 Schlägen (+58) um acht Schläge.
Die äußeren Bedingungen blieben dabei sommerlich und trocken. In Balchik lagen die Temperaturen bei etwa 24 Grad, dazu kam ein teils spürbarer Wind aus nördlichen Richtungen. Auf dem exponierten Platz über dem Schwarzen Meer verlangten die Böen weiterhin präzise Längenkontrolle und geduldiges Spiel.
Wilms überzeugt erneut
Silvia Wilms (Münchener GC) bestätigte ihre starke 74er-Auftaktrunde mit einer grundsoliden 72 (Even Par) und war damit erneut Deutschlands verlässlichste Spielerin. Mit insgesamt 146 Schlägen (+2) teilt sie Rang zwei der Einzelwertung – nur einen Schlag hinter der führenden Maria de Orueta (Spanien), die nach einer 70 (-2) bei 145 Schlägen (+1) steht.
Auch Alexandra Kölker (GC Bergisch Land) setzte mit 75 Schlägen (+3) ein Ausrufezeichen und verbesserte sich im Einzelklassement auf den geteilten 36. Rang. Susanne Engels (Krefelder GC) und Manon Harsch (Baden Hills G&CC) brachten jeweils 77 Schläge (+5) ins Mannschaftsergebnis ein. Franca Fehlauer (Hamburger GC) und Sibylle Gabler (G&LC Berlin-Wannsee) kamen jeweils auf 78 Schläge (+6), wobei Gablers Score als Streicher klariert wurde.
Die Einzelspitze wechselte nach einem bewegten zweiten Tag gleich mehrfach: Die nach Runde eins führende Bualee Maliwan (Schweden) spielte nach ihrer überragenden 68 zum Start eine 82 und fiel auf Rang zwölf zurück. Auch Amandine Vincent (Frankreich), am ersten Tag Zweite, konnte ihre 71 nicht bestätigen und rangiert nach einer 76 auf dem geteilten vierten Platz. De Orueta nutzte die Gelegenheit, während sich ihre spanische Teamkollegin Maria Castillo (Spanien) mit der zweiten 70 des Tages um 20 Positionen verbesserte und bis auf Rang zwei vorstieß.

Jetzt zählt jedes Match
Im Viertelfinale trifft Deutschland auf die Niederlande. Beide Teams lagen über die gesamte Qualifikationsphase hinweg eng beisammen. Nach Tag eins war Deutschland geteilter Fünfter, die Niederländerinnen Vierte. Am Mittwoch setzten sich die deutschen Frauen mit 379 Schlägen (+19) durch, während die Niederlande nach einer 386er-Runde (+26) auf Rang fünf zurückfielen. Der Vorsprung Deutschlands in der Qualifikation beträgt vier Schläge – im nun beginnenden Matchplay allerdings nur noch eine statistische Randnotiz.
Deutschland hat sich durch eine über zwei Tage geschlossene Mannschaftsleistung eine starke Ausgangslage geschaffen. Im Duell gegen die Niederlande warten ein Vierer sowie vier Einzelmatches - gleich früh um 08:27 Uhr geht es los. Ab jetzt zählt nicht mehr die Summe der Schläge, sondern jedes einzelne Loch - jeder einzelne Punkt. Auf der großen Bühne von Flight A spielen die Bundesadler um Patsy Stoehr weiter - Schritt für Schritt, Schlag für Schlag. Und im Hinterkopf die Chance, aus der überzeugenden Zählspiel-Qualifikation einen Lauf um die Medaillen zu machen.
Kapitänin Patsy Stoehr sieht ihre Mannschaft nach der souverän geschafften Qualifikation auf Rang vier in Flight A auf einem guten Weg. Die Leistung von Silvia Wilms, die sich mit ihrer Par-Runde auf den geteilten zweiten Platz der Einzelwertung spielte, sticht selbstredend heraus. Zugleich betonte Stoehr, dass der Einzug in die Medaillenrunde vor allem das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung gewesen sei: „Silvia hat heute eine super Par-Runde abgeliefert und sich damit verdient auf den geteilten zweiten Platz der Einzelwertung gespielt.
Susanne hat nach ihrer Rückkehr ins Team sicher noch ein wenig Lampenfieber gespürt, aber mit zwei soliden Runden wesentlich zu unserer Qualifikation beigetragen. Auch Sibylle, Alexandra und Manon sind nach ihren stabilen Leistungen heute endgültig im Turnier angekommen.“ Franca Fehlauer hatte zudem immer wieder spektakuläre Schläge dabei – die Kapitänin hat sie auf den letzten sechs Löchern als Caddie begleitet und war begeistert. Stoehr resümiert: „Bundestrainer Philip Drewes und ich sind mit der Entwicklung in den ersten beiden Zählspieltagen sehr zufrieden. Jetzt freuen wir uns auf das Matchplay.“








