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Erfolgreiche Befreiung: Das Spiel aus dem Sand gilt als eine der größten Herausforderungen im Golf. | © Luke Walker/Getty Images

Raus aus dem Bunker: So kontrollieren Sie Höhe und Länge

Die Ausgangssituation ist unangenehm: Eine kurz gesteckte Fahne, wenig Platz auf dem Grün und zu allem Überfluss liegt der Ball im Bunker. Jetzt ist ein Schlag gefragt, der schnell an Höhe gewinnt und möglichst weich landet, damit er nicht zu weit rollt. Wie der funktionieren kann, zeigt Joanna Coe im Video ihres Ausrüsters Titleist (s.u.). Für sie beginnt die Befreiung aus dem Sand bereits bei der Schlägerwahl. Für den hohen, kurzen Bunkerschlag greift sie zu ihrem Lob Wedge mit 60 Grad Loft. Gelöst ist das Problem damit jedoch noch nicht. Wer den Ball besonders hoch aus dem Sand befördern möchte, muss zusätzlichen Loft erzeugen – und benötigt eine entsprechende Geschwindigkeit.

Viel Loft braucht viel Geschwindigkeit

Coe positioniert sich für den hohen Bunkerschlag so, dass der Ball weit vorne liegt, dazu öffnet sie das Schlägerblatt bereits im Setup deutlich. Auch während des Rückschwungs soll die Schlagfläche geöffnet bleiben. Ihre bildhafte Vorstellung: Die Schlagfläche zeigt zu ihrem Gesicht. Während der Bewegung wird das Gewicht mehr auf den vorderen Fuß verlagert. Im Durchschwung ist es wichtig, genügend Geschwindigkeit zu erzeugen, während die Schlagfläche geöffnet bleibt. Coes Grundprinzip lautet: Je mehr Loft Sie für den Schlag erzeugen, desto mehr Tempo benötigen Sie. Das verlangt Vertrauen. Was häufig zu Fehlern führt: Das Schlägerblatt wird zwar weit geöffnet, aus Angst vor einem zu langen Schlag jedoch wird die Bewegung bereits vor dem Treffpunkt abgebremst. 

Diese Übung hilft für offenes Schlägerblatt

Ob das Schlägerblatt im Rückschwung tatsächlich geöffnet bleibt, lässt sich mit einer einfachen Übung überprüfen. Coe legt dafür etwas Sand auf die Schlagfläche. Nun führt sie den Rückschwung bewusst langsam aus und stellt sich vor, den Sand über ihre hintere Schulter zu werfen. Bleibt der Sand während der Bewegung zunächst auf der Schlagfläche, ist diese ausreichend geöffnet. Fällt er dagegen früh herunter, wurde das Schlägerblatt geschlossen – das aber möchte Coe beim hohen, weichen Bunkerschlag verhindern. Die Übung soll vor allem ein Gefühl dafür vermitteln, wie stark sich die Schlagfläche im Rückschwung öffnen lässt.

Die optimale Schlägerwahl

Was aber, wenn der Bunkerschlag deutlich länger werden muss? Coes Empfehlung ist überraschend simpel: Versuchen Sie nicht, mit dem 60-Grad-Wedge immer härter zu schlagen. Nehmen Sie stattdessen einen Schläger mit weniger Loft. Sie selbst wechselt beispielsweise auf ihr 54-Grad-Wedge. Für noch längere Bunkerschläge kommen auch Gap Wedge oder Pitching Wedge infrage. Der Vorteil: Mit weniger Loft lässt sich mehr Ballgeschwindigkeit und damit zusätzliche Länge erzeugen, ohne die gewohnte Bewegung stark verändern zu müssen. „Wenn ich versuche, mein 60-Grad-Wedge 30 oder 40 Yards weit zu schlagen, muss ich den Ball wirklich extrem hart schlagen“, erklärt Coe. Darunter leidet häufig die Technik.

Gleicher Rhythmus, andere Flugkurve

Mit weniger Loft verändert Coe auch das Setup etwas. Die Schlagfläche muss nicht mehr so stark geöffnet werden – weder in der Ansprechposition noch im Rückschwung und Durchschwung. Dadurch startet der Ball flacher, bekommt mehr Geschwindigkeit und rollt nach der Landung weiter aus. Der entscheidende Vorteil: Schwunglänge und Tempo können weitgehend gleich bleiben. Statt die Bewegung für jede Entfernung komplett neu zu erfinden, regulieren Sie einen großen Teil der Aufgabe über die Schlägerwahl.
So wird aus einem vermeintlich komplizierten Bunkerschlag eine überschaubare Entscheidung: Wie hoch muss der Ball fliegen, wie weich soll er landen und welche Strecke muss er zurücklegen? Danach wählen Sie den Schläger, der am besten zu dieser Aufgabe passt.

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