Morikawas Geheimnisse für ein präzises kurzes Spiel
Wenn Collin Morikawa über sein kurzes Spiel spricht, wird eines schnell deutlich, was längst nicht nur auf den Golfplätzen dieser Welt gilt: Den einen richtigen Weg gibt es nicht. Entscheidend ist vielmehr, zu verstehen, wie Schlägerblatt, Schwungbahn und Körper zusammenarbeiten. Im seinem Training mit Grant Horvat zeigt der Major-Sieger auf dem YouTube-Kanal seines Ausrüsters TaylorMade verschiedene Varianten – vom 35-Meter-Schlag bis zum hohen Flop Shot.
Für mehr Spin: Morikawa denkt an einen Fade
Bei einem rund 35 Meter langen Wedge-Schlag verfolgt Morikawa eine interessante Idee: Während viele Spieler versuchen, ihre kurzen Schläge als Draw zu spielen, macht er das Gegenteil. „Ich spiele fast immer einen Fade“, erzählt der Amerikaner. Seine Vorstellung: Der Ball soll leicht von links nach rechts fliegen – auch wenn er sich tatsächlich kaum in diese Richtung bewegt. Durch die entsprechende Schwungbahn versucht Morikawa, zusätzlichen Spin zu erzeugen. Wichtig dabei: Morikawa öffnet das Schlägerblatt in der Ansprechposition deutlich, schließt es durch seine natürliche Bewegung im Treffmoment aber wieder.
Nicht am Ball stoppen
Ein Fehler ist für Morikawa unabhängig von der individuellen Technik tabu: die Bewegung im Treffmoment abzubremsen. Gerade wenn Golfer möglichst viel Spin erzeugen möchten, neigen sie dazu, den Ball gewissermaßen mit dem Schläger „festhalten“ zu wollen. Morikawa setzt stattdessen auf eine konsequente Körperbewegung durch den Treffmoment. „Das Letzte, was du machen darfst, ist, am Ball zu stoppen“, sagt er. Bedeutet: Der Körper dreht weiter, der Schläger bekommt mehr Geschwindigkeit – die beste Voraussetzung für einen sauberen Kontakt.
Flop Shot: Höhe oder Spin?
Beim hohen Flop Shot kommt ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu. Morikawa unterscheidet zwischen Schlägen, die nach einer hohen Flugkurve weich landen sollen und Varianten, bei denen Spin gefragt ist. Beides gleichzeitig erzwingen zu wollen, ist oft nicht sinnvoll, erklärt er. Ist die Lage schwierig und ein hoher Schlag zwingend erforderlich, kann Morikawa sogar mit viel Geschwindigkeit durch den Ball gehen – ähnlich wie bei einem Bunkerschlag. Voraussetzung ist allerdings Vertrauen: Wer beschleunigt, muss auch bereit sein, den Boden zu treffen und die Bewegung konsequent durchzuziehen. Bei einer besseren Lage ist dagegen eine längere, weichere Bewegung eine Alternative.
Kürzer schwingen, Körper weiterdrehen
Zum Abschluss liefert Morikawa einen besonders einfachen Tipp für klassische Schläge rund ums Grün. Statt weit auszuholen und anschließend Geschwindigkeit herauszunehmen, empfiehlt er eine kompaktere Bewegung. Aber schauen Sie doch selbst einmal – der Profi macht’s Ihnen schließlich vor (s. oben) ...








