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Maja Stark und Linn Grant übertreffen beim 20. Solheim Cup die Erwartungen, während Lottie Woad und Charley glücklos bleiben. | © LET

Die Gewinner und Verlierer des 20. Solheim Cups

Gewinner

Schwedenkracher

Dass die Schwedinnen Linn Grant und Maja Stark ein starkes Duo bilden, war bereits bekannt. Die beiden kennen sich seit Kindheitstagen, haben schon etliche Teamwettbewerbe Seite an Seite bestritten und ergänzen sich ideal. In den Niederlanden spielten sie ihren dritten gemeinsamen Solheim Cup.

 

Und es war ihr bislang spektakulärster. Am Freitagnachmittag gönnte ihnen Kapitänin und Landsfrau Anna Nordqvist eine Verschnaufpause, nachdem sie ihr Auftaktmatch gewonnen hatten. Am Samstag jedoch konnte sie nicht auf ihre Schwedenkracher verzichten. Erst beendeten Stark und Grant die Siegesserie von Nelly Korda und Allisen Corpuz, dann zerschellten auch Megan Khangs und Lauren Coughlins Serien ohne Niederlage an dem blau-gelben Power-Duo – inklusive Eagle-Hole-Outs und emotionaler Ausbrüche von Stark. Diese Auftritte werden noch lange in Erinnerung bleiben. Neben Alison Lee war Grant die einzige Spielerin bei diesem Solheim Cup, die vier Punkte holen konnte.

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Golfarena Bernardus

Der Bernardus Golfplatz erwies sich als nahezu idealer Austragungsort für den Solheim Cup 2026: Der von Kyle Phillips entworfene Platz scheint wie gemacht für große Matchplay-Events. Im Verlauf der Woche wurden strategisches Spiel und mutige Entscheidungen belohnt. Länge allein war nicht entscheidend: Tiefe Bunker, Wasserhindernisse und zahlreiche Risk-Reward-Löcher setzten die Spielerinnen unter Druck und konnten den Verlauf eines Matches jederzeit ändern.

 

 Besonders die Schlussphase mit dem erreichbaren Par 5 an der 16 und dem anspruchsvollsten Loch des Platzes, die 18, bot beste Voraussetzungen für dramatische Momente bis zum Schluss. Gleichzeitig liegen die Bahnen eng beieinander, sodass die Zuschauer mehrere Matches verfolgen und schnell zwischen den Gruppen wechseln konnten. Bernardus wurde beim Solheim Cup zur Golfarena, in der die Energie der Fans zu jeder Zeit spürbar war.

Stimmungskanone Khang

Erstaunlich, wie viel Energie in 1,55 Meter stecken kann. Zwar stand Megan Khang in den Team-Sessions nur zwei Mal im Aufgebot der US-Amerikanerinnen und gewann ein Match, jedoch trat die 28-Jährige nicht nur als Punktelieferantin auf dem Platz in Erscheinung. Sie entpuppte sich einmal mehr als die personifizierte Lebensfreude in diesem Wettbewerb. Bei Partymusik am ersten Abschlag war sie die Erste, die die Tanzfläche eröffnete, mit den Europäerinnen feierte und die Zuschauer aufforderte, ordentlich Lärm zu machen, wenn sie abschlägt. Und all das fair und mit dem nötigen Ehrgeiz während der direkten Duelle. Khang scheint für den Solheim Cup zu leben. Und der Solheim Cup braucht Protagonistinnen wie sie.

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Nordqvists Rookies und Captains Picks

Am Ende jedes Solheim Cups werden die Kapitäninnen vor allem an der Performance ihrer Captains Picks gemessen. Anna Nordqvist entschied sich mit Leona Maguire zwar für eine Routinierin, aber auch für drei Rookies: Nastasia Nadaud, Mimi Rhodes und Julia Lopez Ramirez. Nicht nur wegen des Gesamterfolgs kann man festhalten, dass die Schwedin sich offensichtlich für das richtige Quartett entschieden hat. Maguire holte an der Seite von Esther Henseleit zwei Punkte, Rhodes und Nadaud wurden in zwei Sessions sogar gemeinsam auf den Platz geschickt und gewannen beide Matches. 

 

Ramirez gewann ihr Einzel am Sonntag, nachdem sie ihr Match an der Seite ihrer Landsfrau Carlota Ciganda geteilt hatte. Lottie Woad war der vierte Rookie im Team und steuerte insgesamt eineinhalb Punkte bei. Die Französin Nadaud etablierte sich mit drei Punkten bei ihrem Solheim-Cup-Debüt gleich zu einer der prägenden Figuren im europäischen Team. Die von Anna Nordqvist ausgewählten vier Spielerinnen erzielten zusammen eine Bilanz von 8-4-1. Dies ist die beste Captains-Pick-Bilanz seit 2013. Es kann von einem mehr als gelungenen Debüt als Kapitänin für Nordqvist gesprochen werden.

Verlierer

Nicht eingelöstes englisches Versprechen

Sie sollten die Punktegarantie im europäischen Team werden. Zwei Top-Ten-Spielerinnen. Beide kommen aus England. Doch die Chemie zwischen Charley Hull und Rookie Lottie Woad stimmte nicht. Bei zwei Einsätzen am ersten Tag sprang lediglich ein halber Punkt heraus. Am zweiten Tag hagelte es am Vormittag eine bittere 6&5-Klatsche. Trotz einer Runde von neun unter Par in den Fourballs am Samstagnachmittag ging auch diese Partie verloren. 

 

Es herrschte Unverständnis darüber, warum Nordqvist viermal auf die beiden Stars setzte, obwohl der Ertrag ausblieb. Letztlich ging es gut, da sowohl Hull als auch Woad ihre jeweiligen Einzel gewannen. Diese Konstellation wird jedoch spätestens beim nächsten Solheim Cup 2028 wieder Thema sein. Bislang war das englische Top-Duo jedenfalls ein nicht eingelöstes Versprechen.

Fore, right!

Der erste Abschlag war wie üblich laut. Doch auch das ist Tradition beim Solheim Cup: Sobald die Spielerinnen an ihren Ball treten, wird es still. Es sei denn, die Fans werden animiert, Lärm zu machen. Genau das tat Andrea Lee, als sie am Samstag auf die Teebox trat. Unter tosendem Applaus wollte sie die Stimmung offensichtlich zu ihrem Vorteil nutzen, jedoch war genau das Gegenteil der Fall. Lee schlug ihren Ball rechts raus und schlug sich sichtlich schockiert die Hand vor das Gesicht. Dieser Fauxpas war nur eine Randnotiz, zauberte so manchem europäischen Fan aber ein Schmunzeln ins Gesicht. Unter dem Jubel von knapp 3.000 Fans sauber abzuschlagen, ist eben keine Selbstverständlichkeit.

Fans ohne Regenschirm am Finaltag

Zugegeben: Dieser Solheim Cup brachte nicht viele Verlierer hervor. Und doch hatte man in den ersten Stunden der Sonntagseinzel durchaus Mitleid mit den Fans auf dem Platz im Bernardus Golf, die keinen Regenschirm zum Finale mitgebracht hatten. Denn es schüttete teilweise wie aus Kübeln in der Gegend von Cromvoirt. Was den Europäerinnen vielleicht sogar zugute kam, waren Bedingungen, die dieser Solheim Cup nicht verdiente. 

 

Der Stimmung tat der Regen trotz etlicher durchnässter Kleidungsstücke glücklicherweise kaum ein Abbruch. Pünktlich zum ersten Punktgewinn für die Europäerinnen durch Charley Hull kam dann auch die Sonne heraus und es blieb für den weiteren Verlauf trocken. Merke: Golf ist und bleibt eine Freiluftsportart, bei der man entsprechend vom Wetter abhängig ist – sowohl als Spieler als auch als Fan.

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