Drei deutsche Teams beim Europapokal in Falkenstein
Hamburg – Die European Ladies’ Club Trophy bringt auch 2026 die besten Clubmannschaften Europas zusammen. Das jährlich ausgetragene Turnier für die nationalen Meisterteams der Frauen aus den Mitgliedsländern der European Golf Association wurde erstmals 2001 gespielt.
Die Mannschaften bestehen jeweils aus drei Spielerinnen. An jedem der drei Wettkampftage wird eine Zählspielrunde absolviert, wobei pro Runde die beiden besten Ergebnisse eines Teams in die Wertung eingehen. Das Teilnehmerfeld war in allen Jahren zuvor sehr hochklassig besetzt und auch für die Auflage in Hamburg werden etliche der besten Amateure Europas erwartet.
Für Hamburg sind derzeit 22 Clubs gemeldet. Neben den drei deutschen Vertretern stehen Golf de Rigenée aus Belgien, GK Riverside Zagreb aus Kroatien, GC Třinec aus Tschechien, Estonian G&CC, Golf de St. Cloud aus Frankreich, Mosfellsbaer GC aus Island, Golf de Madonna di Campiglio aus Italien, Golf de Luxembourg-Belenhaff, Eindhovensche GC aus den Niederlanden, Armada GC aus Polen, Oporto GC aus Portugal, Penati GC aus der Slowakei, Real Sociedad Hipica Espanola CC aus Spanien, Golf de Lausanne aus der Schweiz, Atasehir GXC aus der Türkei sowie Pyle and Kenfig GC aus Wales auf der Meldeliste. Die Vertreter aus Dänemark, England und Irland stehen noch nicht endgültig fest.
Drei deutsche Clubs im Feld
Erstmals sind drei deutsche Mannschaften vertreten. Der GC St. Leon-Rot gewann die Trophy 2025 im Green Resort Hrubá Borša in der Slowakei mit Maya Burmann, Sofia Maier-Borst und Yoo Jin Bae. Nach drei Runden lag das Team bei gesamt -8 und hatte satte 15 Schläge Vorsprung auf den Smørum Golfklub aus Dänemark.
St. Leon-Rot reist damit als Titelverteidiger nach Hamburg. Hinzu kommt der G&LC Berlin-Wannsee als aktueller Deutscher Mannschaftsmeister. Der dritte deutsche Startplatz gehört dem Hamburger GC, der die europäische Clubelite auf seiner Anlage in Falkenstein empfängt und jüngst im Finale des Final Four im GC München-Riedhof nur der Mannschaft vom Wannsee den Vortritt lassen musste.
Welche Spielerinnen die Clubs tatsächlich nominieren, ist noch offen. Bis zur endgültigen Mannschaftsmeldung bleiben noch einige Tage. Entsprechend lässt sich auch noch nicht absehen, welche der namhaften europäischen Amateurinnen im Oktober in Hamburg antreten werden. Die Geschichte des Wettbewerbs zeigt allerdings, dass regelmäßig Spielerinnen dabei sind, die wenig später auch im Profigolf auf sich aufmerksam machen. Ein hochklassiges Feld darf daher auch 2026 erwartet werden.
Ehre und Vorfreude
Christian Niemietz, im Vorstand des Hamburger GC für den Leistungssport verantwortlich, freut sich auf das bevorstehende Großereignis auf heimischem Gelände: „Die Ausrichtung der European Ladies Club Trophy ist für den HGC Falkenstein eine große Ehre und zugleich ein bedeutendes Zeichen für die sportliche Qualität und internationale Ausstrahlung unseres Clubs. Dieses Turnier bringt die besten Damenmannschaften Europas zusammen und bietet uns die Möglichkeit, den Hamburger GC als gastfreundlichen und sportlich ambitionierten Club zu präsentieren. Für uns hat die European Ladies Club Trophy zudem eine ganz besondere Bedeutung, da wir die Trophäe selbst bereits zweimal gewinnen konnten. Umso mehr freuen wir uns, in diesem Jahr als Gastgeber nicht nur das Turnier auszurichten, sondern auch selbst, neben den zwei weiteren deutschen Vertretern, an den Start gehen zu dürfen.“
St. Leon-Rot historisch vorne
Ein deutscher Club hat die European Ladies’ Club Trophy bislang ganz besonders geprägt: der GC St. Leon-Rot. Der Club aus der Kurpfalz gewann den Titel 2004, 2008, 2009, 2010, 2011 und 2025. Dazu kommen Silber 2012 sowie dritte Plätze 2005, 2019 und 2023. Besonders auffällig war die Serie von vier Siegen nacheinander zwischen 2008 und 2011.
Auch andere deutsche Clubs haben sich in der Siegerliste eingetragen. Der GC Bergisch Land gewann 2002 und 2003 und holte später noch zweimal Silber. Der Hamburger GC setzte sich 2018 und 2024 durch und war 2022 Zweiter. Der GC Hubbelrath gewann 2007. Der G&LC Berlin-Wannsee stand 2006, 2010, 2015 und 2021 jeweils auf Rang zwei.
International gehört der Racing Club de France La Boulie mit drei Titeln zu den besonders erfolgreichen Vereinen. Der französische Traditionsclub gewann 2005, 2014 und 2016.
Falkenstein mit großer Geschichte
Der Schauplatz für die Ausgabe 2026 gehört zu den traditionsreichsten Adressen im europäischen Golfsport. Der Hamburger GC wurde am 16. Januar 1906 gegründet und feiert in diesem Jahr sein 120-jähriges Clubjubiläum. Damit gehört der HGC und zählt zu den zehn ältesten Golfclubs Deutschlands. Ursprünglich war der Verein in Flottbek beheimatet, ehe er an seinen heutigen Standort im Westen Hamburgs und in unmittelbarer Nähe zur Elbe umzog.
Der Meisterschaftsplatz in Falkenstein entstand zwischen 1928 und 1930 nach Plänen der renommierten englischen Golfarchitekten Colt, Alison und Morrison. Dass Harry S. Colt maßgeblich an der Planung beteiligt war, ist alleine schon eine Garant für einen Platz von außergewöhnlicher Qualität, die bei jedem Besuch für Begeisterung sorgt.
Auch institutionell ist der Hamburger GC eng mit der Entwicklung des Golfsports in Deutschland verbunden. 1907 gehörte der Club zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Golf Verbandes und stellte dessen ersten Präsidenten. Johann Vincent Wentzel stand bis 1919 an der Spitze des DGV.
Sport in der DNA
Sport liegt in der Club-DNA der Hamburger GC Falkenstein. Die Männer sind Deutscher Rekordmeister und auch die Frauen sind seit Jahrzehnten eine feste Größe in der höchsten Spielklasse. Bereits 1987 gewann Falkenstein erstmals den Deutschen Damenpokal, den Vorläufer der heutigen 1. Bundesliga. Seit der Einführung der Deutschen Golf Liga im Jahr 2013 spielen die Frauen des Hamburger GC ununterbrochen in der 1. Bundesliga Nord.
2018, 2022 und 2024 gewann der HGC die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Auf europäischer Ebene folgten 2018 und 2024 die Siege bei der European Ladies’ Club Trophy. Damit empfängt im Oktober nicht nur einer der traditionsreichsten deutschen Golfclubs die Gäste aus ganz Europa, sondern auch eines der erfolgreichsten Frauen-Teams der jüngeren Vergangenheit.
Bekannte internationale Adressen
Auch abseits der deutschen Mannschaften weist die Meldeliste einige interessante Namen auf. Der Estonian G&CC war 2026 Gastgeber der Team-Europameisterschaft der Männer. Deutschland hatte dort den Sprung in Flight A verpasst, anschließend aber alle Duelle gewonnen und das Turnier auf Rang neun beendet.
Golf de Lausanne wiederum wird 2027 Gastgeber der Team-Europameisterschaft der Frauen sein. Mit Golf de St. Cloud, Eindhovensche GC, Real Sociedad Hipica Espanola CC oder Pyle and Kenfig GC stehen weitere etablierte europäische Clubs im Feld.
Bis zur endgültigen Nennung der Spielerinnen bleibt offen, wie stark die einzelnen Teams personell besetzt sein werden. Klar ist bereits jetzt: Mit drei deutschen Clubs, dem Titelverteidiger aus St. Leon-Rot, dem aktuellen Deutschen Mannschaftsmeister aus Berlin und einem zweimaligen Trophy-Sieger als Gastgeber bietet die European Ladies’ Club Trophy 2026 aus deutscher Sicht eine außergewöhnliche Ausgangslage und die Zuschauer dürfen sich auf hochkarätigen Golfsport freuen.








