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Ein zentraler Punkt auf dem immer mit viel Herzblut gepflegten Platz des Hamburger GC | © Luftbild: stebl

Clubmeister Europas kommen mit starken Teams

Hamburg – Europas nationale Meisterclubs treffen sich Anfang Oktober auf einem der traditionsreichsten Plätze Deutschlands. Drei Spielerinnen bilden jeweils eine Mannschaft, an jedem der drei Wettkampftage wird eine Runde Zählspiel absolviert. Die beiden besten Ergebnisse eines Teams gehen jeweils in die Wertung.

Aus deutscher Sicht ist die Ausgangslage vielversprechend. St. Leon-Rot kommt als Titelverteidiger nach Hamburg, Berlin-Wannsee hat im August das Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegen den Hamburger GC gewonnen, der als Gastgeber ebenfalls seinen Startplatz sicher hat

Hamburg mit Brenske und neuer Deutscher Meisterin

Für den Hamburger GC sind Susanna Brenske, Mia Lena Hoffmann und Leonie Breutigam gemeldet.

Brenske kennt diesen Wettbewerb bestens. 2022 stand sie mit dem HGC auf Rang zwei, zwei Jahre später gewann Hamburg die Trophy. Auch individuell hat die Falkensteinerin in dieser Saison bereits ein internationales Spitzenergebnis erzielt und bei der International German Ladies’ Amateur Championship am Seddiner See die Silbermedaille gewonnen.

Mia Lena Hoffmann holte bei der Danish International Ladies Amateur Championship Bronze. Im Vorjahr war sie bei der Dutch Amateur Championship Zweite geworden. Leonie Breutigam tritt mit einem besonders frischen Erfolg beim Heimspiel an: Wenige Tage vor der European Ladies’ Club Trophy sicherte sie sich bei der Deutschen Meisterschaft der Frauen AK Offen den Titel.

Auch als Mannschaft hat der Hamburger GC in diesem Wettbewerb in jüngerer Vergangenheit Spuren hinterlassen. 2018 und 2024 gewann der Club die European Ladies’ Club Trophy, 2022 kam Silber hinzu. Nun tritt der HGC erstmals in dieser Konstellation auf eigenem Platz an.

Wannsee kommt als Deutscher Meister

Der G&LC Berlin-Wannsee reist mit Emily Krause, Catharina Lohoff und Rosalie Stadler nach Hamburg.

Die Berlinerinnen haben sich ihren Startplatz durch den Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft gesichert. Krause bringt viel Erfahrung auf nationaler Ebene mit und gewann 2025 bei der International German Ladies’ Amateur Championship Bronze.

In der Geschichte der European Ladies’ Club Trophy stand Wannsee bereits viermal auf dem zweiten Rang: 2006, 2010, 2015 und 2021. Der europäische Clubtitel fehlt bislang noch.

St. Leon-Rot verteidigt den Titel

Der GC St. Leon-Rot gewann die Trophy 2025 im Green Resort Hrubá Borša in der Slowakei deutlich. Maya Burmann, Sofia Maier-Borst und Yoo Jin Bae kamen nach drei Runden auf gesamt -8 und lagen am Ende 15 Schläge vor dem Smørum Golfklub.

In Hamburg wird der Titelverteidiger mit Yoo Na Bae, Yoo Jin Bae und Helena Baraka antreten. Die beiden Drillingsschwestern Yoo Na und Yoo Bae haben bei der DM AK 18 gerade Gold und Silber gewonnen. Helena Baraka holte parallel bei der DM Ak 16 die Bronzemedaille. Im Alter von 13 Jahren machte Baraka schon international auf sich aufmerksam und erreichte 2025 bei der German International Amateur Championship Boys & Girls in Bad Saarow als jüngste Teilnehmerin die Top Ten.

St. Leon-Rot ist der erfolgreichste deutsche Club in der Geschichte des Wettbewerbs. Die Kurpfälzerinnen gewannen 2004, 2008, 2009, 2010, 2011 und 2025. Dazu kommen Silber aus dem Jahr 2012 sowie dritte Plätze 2005, 2019 und 2023.

Ludvova führt starkes Třinec-Team an

Auch international stehen einige Spielerinnen auf der Meldeliste, die in dieser Saison bereits größere Titel oder Spitzenplatzierungen erreicht haben.

Der GC Třinec aus Tschechien kommt mit Anna Ludvova, Nella Kaszper und Laura Hellerova nach Hamburg. Ludvova hat ein besonders erfolgreiches Jahr hinter sich. Nach Platz zwei bei den Portuguese International Ladies’ Amateur gewann sie die International German Ladies’ Amateur Championship und durfte anschließend bei den Amundi Ladies German Masters auf der Ladies European Tour antreten. Zuletzt spielte sie für Europa im PING Junior Solheim Cup.

Auch ihre Teamkolleginnen haben Titel vorzuweisen. Kaszper gewann 2025 die Croatian Open Girls Championship, Hellerova im selben Jahr das Grand Finale der Czech Open Golf Tour.

Smørum Golfklub meldet Olivia Grønborg, Christina Jacobsen und Emma Viscovich. Grønborg gewann 2025 die Danish International Ladies Amateur Championship und verpasste in diesem Jahr die Titelverteidigung nur knapp. Im WAGR wird sie aktuell in den Top 200 geführt.

Für Eindhovensche Golf spielen Floor Rahusen, Yfke Vos und Daphne Haemers. Rahusen holte in diesem Jahr Silber bei der Dutch Junior Open und vertrat die Niederlande bei der Team-Europameisterschaft der Mädchen. Vos gewann 2025 die Dutch National Open Match Play Championship und belegte in diesem Jahr bei allen drei niederländischen Meisterschaften jeweils Rang zwei. Haemers, die am ersten Turniertag ihren 18. Geburtstag feiert, sammelte bereits zahlreiche Top-Ten-Platzierungen bei Turnieren mit WAGR-Wertung.

Zum sportlichen Hintergrund des Clubs passt auch ein prominenter Name: Anne van Dam, 2026 Kapitänin des europäischen Teams beim PING Junior Solheim Cup, gewann in ihren letzten beiden Amateurjahren vor dem Wechsel ins Profilager mit Eindhovensche Golf zweimal die niederländische Mannschaftsmeisterschaft.

Internationale Siegerinnen im Feld

Aus der Türkei reist der Atasehir GC mit Deniz Sapmaz, Ada Zorbozan und Merve ŭcerier an. Sapmaz gewann zuletzt die Romanian Amateur Open Championship, sammelte mehrere Siege auf der türkischen U25 Golf Tour und holte Silber bei der Slovenian International Amateur Championship.

Auch der Estonian Golf & Country Club hat mit Kirke Kliige eine formstarke Spielerin gemeldet. Kliige gewann in diesem Jahr die Estonian Junior Open und die Estonian Ladies Matchplay Open, nachdem sie bereits 2025 die Estonian National Stroke Play Championship für sich entschieden hatte. Ihre Teamkollegin Roosi Ristal holte Silber bei der Latvian Junior Open. Komplettiert wird die Mannschaft durch Danielle Truusa.

Für Golf de St. Cloud treten Candice Mahe, Morgane Bazin de Jessey und Clotilde De Lembeye an. Mahe bringt viel internationale Erfahrung mit und stand im WAGR bereits in den Top 300. Bazin de Jessey gewann im August den Grand Prix de Bretagne, De Lembeye stand in diesem Jahr bei zwei französischen Grand-Prix-Turnieren auf dem Podium.

Madonna di Campiglio reist mit Martina Mariani, Elena Sartori und Gemma Simeoni an. Mariani gewann die Trofeo della Montecchia. Sartori ist mit 14 Jahren die jüngste Spielerin im Feld, hat in Italien aber bereits zwei Turniere mit WAGR-Wertung gewonnen und wurde bei den English U14 Stroke Plays Dritte. Simeoni gehörte zur siegreichen Mannschaft bei der Italian National U18 Team Championship um die Emilio Pallavicino Trophy.

Walton Heath vertritt England mit Jenny Justice, Julia Brook und Emily Peaford. Brook spielte zuletzt für England bei der Team-EM AK 50, Peaford trug bereits bei der Junior Vagliano Trophy die englischen Farben.

Bekanntes Trio aus Zagreb

Der kroatische Meister GK Riverside Zagreb setzt auf Kontinuität. Iva Bistrovic, Zala Pia Zmak und Snjezana Crnoglavac bildeten bereits 2025 das Team bei der European Ladies’ Club Trophy. Crnoglavac ist mit 66 Jahren die mit Abstand älteste Teilnehmerin des Feldes.

Golf de Rigenée aus Belgien meldet Clotilde van der Meeren, Mavde van Campenhout und Abigail Beyne. Für den Mosfellsbaer GC aus Island spielen Arna Run Kristjansdottir, Kristin Sol Gudmundsdottir und Katrin Sol Davidsdottir.

Golf de Luxembourg-Belenhaff reist mit Sofie Seldemirova, Natalie Tapella und Greta Grohs an. Der Armada GC aus Polen, bereits 2025 bei der Trophy vertreten, setzt auf Matylda Dziadek, Anna Grzywocz und Katarzyna Kolaczko.

Für den Oporto GC sind Francisca Rocha, Eva Silva und Maria Loureiro gemeldet, der Penati GC tritt mit Petra Simková, Zuzana Bieliková und Sofie Chramostová an. Der spanische Meister Real Sociedad Hipica Española CC schickt Bianca Gomez-Balboa Garcia, Adriana Vigon Garcia und Carlota Marcos Corteo nach Hamburg.

Deutsche Clubs mit großer Trophy-Geschichte

Deutschland gehört seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Nationen in diesem Wettbewerb. Neben den sechs Titeln von St. Leon-Rot und den beiden Hamburger Erfolgen gewann der GC Bergisch Land 2002 und 2003. Der Club holte später noch zweimal Silber. Der GC Hubbelrath setzte sich 2007 durch.

Auch einzelne deutsche Spielerinnen prägten die Historie. Nicole Lingelbach gehörte von 2008 bis 2012 fünf Jahre nacheinander zu einer Medaillenmannschaft von St. Leon-Rot und gewann zunächst viermal Gold, anschließend Silber. Sophia Popov war 2008 und 2009 Teil des Siegerteams, Carolin Landmann 2009 und 2010, Karolin Lampert 2010 und 2011. Sofia Maier-Borst holte 2023 Bronze und gehörte zwei Jahre später zur siegreichen Mannschaft.

Beim Hamburger GC stand Susanna Brenske 2022 und 2024 auf dem Podium und ist nun erneut dabei.

Falkenstein als Bühne

Der Hamburger GC feiert 2026 sein 120-jähriges Bestehen. Der Club wurde am 16. Januar 1906 gegründet und gehörte ein Jahr später zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Golf Verbandes.

Der heutige Meisterschaftsplatz in Falkenstein entstand zwischen 1928 und 1930 nach Plänen von Colt, Alison und Morrison. Auch sportlich ist der HGC eng mit dem Mannschaftsgolf verbunden. Die Frauen gewannen bereits 1987 den Deutschen Damenpokal und spielen seit Einführung der Deutschen Golf Liga 2013 ununterbrochen in der 1. Bundesliga Nord. Deutsche Mannschaftsmeisterschaften folgten 2018, 2022 und 2024.

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