Hinreißender Platz in Hamburg begeistert Gäste
Hamburg – 19 Mannschaften aus 17 Nationen spielen vom 1. bis 3. Oktober auf dem traditionsreichen Platz des Hamburger GC um den europäischen Clubtitel. Aus deutscher Sicht begann die European Ladies’ Club Trophy mit drei Mannschaften in der oberen Hälfte des Klassements. St. Leon-Rot liegt nur einen Schlag hinter der Spitze, Gastgeber Hamburg drei Schläge zurück. Auch Berlin-Wannsee ist mit fünf Schlägen Rückstand auf die Führung noch dicht dran.
Breutigam beste Deutsche
Die beste deutsche Einzelrunde spielte Leonie Breutigam. Die frischgebackene Deutsche Meisterin vom Gastgeber Hamburger GC kam mit 69 (-2) ins Recording und belegt damit Rang drei der Einzelwertung.
Entsprechend zufrieden war das Nordlicht am Abend: „Ich hatte einen mega tollen Tag und bin sehr glücklich über meine Runde. Mein langes Spiel war sehr gut, ich habe 18 Grüns getroffen und konnte dann einige Chancen nutzen. Es hat total viel Spaß gemacht und es war sehr schön zu sehen, wie viele Mitglieder und Fans gekommen sind. Die haben einen richtig durch die Runde getragen. Ich freue mich sehr auf morgen.“
Für die Mannschaftswertung kam neben Breutigams Ergebnis die 74 (+3) von Mia Lena Hoffmann hinzu. Susanna Brenske unterschrieb eine 75 (+4), die damit aus der Teamwertung fiel.
Hamburg beendete den Auftakt mit 143 (+1) Schlägen und teilt sich damit nach Zahlen Rang vier mit Madonna di Campiglio und Eindhovensche Golf.
Luis Schmid, Coach des Hamburger GC, hat nach der Runde noch mit seinen Schützlingen intensiv gearbeitet und geht daher zuversichtlich in den zweiten Tag: „Erst mal ist alles in Ordnung. Wir sind erst mal mit der generellen Performance zufrieden, sind aber uns alle einig, dass wir mit Sicherheit auch einige Schläge noch liegen lassen haben, vor allem auf den Grüns. Daran haben wir jetzt heute nach der Runde noch mal gearbeitet Ja, mit Sicherheit einige Schläge noch die wir morgen noch versuchen, weniger zu machen aber erst mal sind wir total happy auch mit Leos Runde. Wir haben uns erst mal eine Position gebracht, von der alles möglich ist und alles weitere werden wir dann morgen sehen. wir gehen morgen wieder raus und versuchen die Dinge, die wir jetzt heute in der Runde noch mal festgestellt haben und die auch jetzt noch mal nach der Runde bearbeitet haben, auch umzusetzen und sind erst mal gute Dinge, dass wir morgen uns vielleicht noch mal um ein paar Prozent steigern können.
Junges SLR-Team startet unter Par
Noch einen Schlag besser war der GC St. Leon-Rot. Yoo Jin Bae und Helena Baraka kamen mit jeweils 70 (-1) Schlägen ins Recording. Yoo Na Bae brauchte 73 (+2) Schläge und fällt damit am ersten Tag nicht in die Teamwertung. Yoo Jin Bae fand vor allem auf dem letzten Drittel der Runde Möglichkeiten, Schläge gutzumachen: „Mir gefällt der Platz richtig gut, ich finde ihn super schön. Ab Loch 12 gehen die Birdie-Löcher los und da hab ich dann auch das eine oder das andere Birdie gemacht.“
Auch Helena Baraka kam mit dem anspruchsvollen Layout gut zurecht. Die 15-Jährige, die bereits 2025 als jüngste Teilnehmerin bei der German International Amateur Championship Boys & Girls in Bad Saarow in die Top Ten gespielt hatte, überzeugte bei ihrem ersten Einsatz für St. Leon-Rot bei dieser Trophy. „Der Platz ist eine echte Challenge für mich, weil er alle Skills des Golfspiels testet, die ich heute zum größten Teil abrufen konnte. Ich freue mich sehr auf die nächsten Tage mit meinem Team und bin sehr stolz, für St. Leon-Rot an den Start gehen zu dürfen“, sagte Baraka nach ihrer Runde.
Coach Sebastian Buhl war mit dem Auftakt seiner jungen Mannschaft entsprechend zufrieden. Besonders hob er hervor, dass das Team auf dem fordernden Falkensteiner Platz stabil geblieben war: „Morgen haben wir die gleiche Marschroute wie heute, wir geben unser Bestes und schauen, was rauskommt.“
Wannsee mit drei 72er Runden
Beim Deutschen Mannschaftsmeister G&LC Berlin-Wannsee zeigte das Ergebnisbild eine bemerkenswerte Geschlossenheit. Emily Krause, Catharina Lohoff und Rosalie Stadler brauchten jeweils 72 (+1) Schläge. Zwei dieser drei identischen Ergebnisse gingen in die Teamwertung ein, die Berlinerinnen stehen damit bei 144 (+2) auf Rang sieben. Stadler war mit ihrer Auftaktrunde zufrieden und stellte gleichzeitig den Charakter dieses Wettbewerbs heraus: „Für den Platz, der echt anspruchsvoll ist, war meine Runde echt gut. Zielsetzung ist für uns auf jeden Fall eine Medaille. Top 3 wäre auf jeden Fall ein gutes Ziel.“
Auch Coach Mario Hansch sah seine Marschroute bestätigt. „Ich freue mich, wie stabil die Mädels sind, dass wir keine Ausreißer nach oben hatten. Das war unsere Taktik.“
Zwei Eagles für Jacobsen
An der Spitze der Einzelwertung setzte Christina Jacobsen früh ein Ausrufezeichen. Die 19-Jährige vom Smørum Golfklub lochte bereits auf Bahn 1 ihren zweiten Schlag aus 109 Metern mit dem Pitching Wedge zum Eagle ein. Auf Bahn 17 folgte das zweite Eagle des Tages, diesmal mit einem eingelochten Chip von der rechten Seite des Grüns. „Ich habe noch nie zwei Eagles in einer Runde gespielt. Das war verrückt“, sagte Jacobsen. Die Dänin notierte daneben fünf Birdies, drei Bogeys und einen Doppelbogey und unterschrieb am Ende eine 67 (-4).
Damit führt sie die Einzelwertung vor Blanca Gomez-Balboa Garcia von der Real Sociedad Hípica Española Club de Campo, die eine 68 (-3) unterschrieb. Leonie Breutigam folgt einen weiteren Schlag dahinter. Mit Emma Viscovichs 72 (+1) brachte für Smørum den zweiten zählende Score ins Clubhaus. Die Däninnen gehen damit als Spitzenreiter in den zweiten Wettkampftag. Jacobsen zeigte sich ziemlich beeindruckt vom Austragungsort und der Betreuung durch den Gastgeber: „Der Course ist unglaublich. Die Grüns und alles andere sind wunderbar.“
Ludvova fällt kurzfristig aus
Der GC Třinec musste seine Aufstellung noch kurzfristig ändern. Anna Ludvova, Siegerin der International German Ladies’ Amateur Championship 2026, fiel verletzt aus. Für sie rückte Daniella Sutor ins Team.
Die Tschechinnen liegen mit 148 (+6) Schlägen zunächst auf Rang neun.
Beste Bedingungen, später Regen
Bis weit in den Nachmittag fanden die Spielerinnen sehr gute Voraussetzungen vor. Bei Temperaturen knapp unter 20 Grad und kaum spürbarem Wind präsentierte sich Falkenstein hervorragend präpariert. Die schnellen Grüns verlangten Präzision, blieben dabei aber fair. Später setzte kräftigerer Regen ein. Gleichzeitig schlief der Wind vollständig ein, sodass sich die Bedingungen zwar veränderten, der Platz aber weiterhin regulär zu spielen blieb.
Die Qualität Falkensteins war auch im deutschen Trainerlager ein großes Thema. Mario Hansch ordnete den Platz im kontinentaleuropäischen Vergleich sehr weit oben ein und hob vor allem die Verbindung aus Schwierigkeit und Fairness hervor. Sebastian Buhl, der seit rund 20 Jahren regelmäßig nach Falkenstein kommt, würdigte besonders die Arbeit des Greenkeeping-Teams.
Am Freitag geht die European Ladies’ Club Trophy in Falkenstein in ihre zweite Runde. Wieder wird von 9.00 bis 12.29 Uhr gestartet.
Feierlicher Auftakt am Vorabend
Bereits am Mittwochabend war die Trophy mit einer kurzen Eröffnungsfeier offiziell gestartet worden. HGC-Geschäftsführer Wolfram von Nordeck führte kurzweilig durch das Programm, Clubvorsitzender Ulf Holländer begrüßte die Mannschaften und verwies auf das 120-jährige Bestehen des Hamburger GC. Die European Ladies’ Club Trophy bildet für den Club den sportlichen Höhepunkt des Jubiläumsjahres.
Für den Deutschen Golf Verband hieß Achim Battermann als Stellvertretender Präsident die 19 Teams herzlich willkommen und unterstrich die Bedeutung des Vergleichs der nationalen Meister aus 17 Ländern.
Auch EGA-Präsident Joaquín Castillo war nach Hamburg gekommen. Auf der Terrasse des Hamburger GC traf er an einem lauen Spätsommerabend bei der Eröffnung unter anderem Marion Thannhäuser, Ehrenmitglied des DGV und seit vielen Jahren eng mit dem Hamburger GC verbunden.
François Lutens, Chairman des Championship Committees, eröffnete die Trophy anschließend offiziell, ehe der Abend in lockerer Atmosphäre ausklang.








