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Teamwork nach Art des Titelverteidigers: Sebastian Buhl gibt Helena Baraka vor dem Start letzte taktische Tipps | © DGV/STEBL

Titelverteidiger SLR geht als Co-Leader in die Finalrunde

Hamburg – Der Europapokal der Landesmeister, die Champions League des Clubgolfs oder einfach die European Ladies’ Club Trophy: Vor der Finalrunde auf dem Platz des Hamburger GC ist an der Spitze alles offen. St. Leon-Rot und St. Cloud führen mit zwei Schlägen Vorsprung auf den Smørum Golfklub, der am zweiten Tag 145 (+3) Schläge in die Wertung brachte und bei gesamt 284 (Even) auf Rang drei zurückfiel.

Der Hamburger GC folgt vier Schläge hinter den beiden Führenden auf Platz fünf. Berlin-Wannsee liegt weitere fünf Schläge zurück auf Rang sieben.

Bae bringt St. Leon-Rot an die Spitze

Beim GC St. Leon-Rot brachte Yoo Na Bae mit 70 (-1) den besten Score ihrer Mannschaft ins Recording. Die junge Kurpfälzerin machte ihre Runde mit zwei Birdies auf den Löchern 17 und 18 besonders wertvoll und verbesserte sich damit auch in der Einzelwertung auf den geteilten siebten Platz.

Drillingsschwester Yoo Jin Bae steuerte eine 72 (+1) bei und liegt nach zwei Runden mit gesamt 142 (Even) auf dem geteilten dritten Platz der Einzelwertung. Helena Baraka kam mit 73 (+2) vom Platz und steht mit 143 (+1) ebenfalls auf T7.

Yoo Na Bae war nach ihrer Runde von Platz und eigenem Spiel gleichermaßen angetan: „Der Platz ist mega schön und herausfordernd. Man muss die Schläge gut durchdacht platzieren und stets wachsam sein. Besonders gut heute war mein Putten und mein Short Game. Insgesamt bin ich sehr gut bei mir geblieben und freue mich auf die Finalrunde morgen!“

Auch SLR-Coach Sebastian Buhl war mit seiner jungen Mannschaft zufrieden und sieht keinen Grund, vor der Entscheidung etwas an der Linie des Teams zu verändern: „Unsere jungen Wilden haben einen kühlen Kopf bewahrt und sich viele Chancen erarbeitet, die wir allerdings zu wenig ausnutzen konnten. Wir bleiben bei unserem Fahrplan der letzten Tage, werden unser Herz auf dem Platz lassen und schauen dann was rauskommt.“

Vier Birdies auf den letzten beiden Bahnen

Golf de St. Cloud machte seinen entscheidenden Sprung im Klassement erst ganz spät. Candice Mahe spielte mit 69 (-2) den besten Einzelscore des Tages und beendete ihre Runde ebenfalls mit zwei Birdies.

Auch Teamkollegin Clotilde de Lembeye nutzte die beiden Schlussbahnen und spielte auf den Löchern 17 und 18 jeweils ein Birdie. Damit machte der französische Meister alleine auf diesen beiden Löchern vier Schläge gut.

Mahe steht nach 71 und 69 Schlägen bei gesamt 140 (-2) und teilt sich damit die Führung der Einzelwertung mit Leonie Breutigam. De Lembeye kam am zweiten Tag mit 71 (Even) ins Clubhaus. Gemeinsam brachte St. Cloud 140 (-2) Schläge in die Teamwertung und schloss damit zu St. Leon-Rot auf.

Kapitänin Stephanie Neynial war vor allem mit dem Auftreten ihrer Mannschaft zufrieden: „Für mein Team ist heute die allgemeine Stimmung im Vergleich zu gestern deutlich besser gewesen. Die Anlage des Hamburger GC ist einfach wunderschön. Unsere Mädchen haben hier viel Spaß. Das Team ist eine ganz besondere Gruppe mit einem starken Zusammenhalt, was uns auf der Finalrunde sicherlich zugutekommen wird. Bisher war unser größter Erfolg als Team auf europäischer Ebene ein zweiter Platz. International auf diesem Niveau zu spielen, ist etwas ganz anderes und bedeutet uns sehr viel. Wir haben nicht jeden Tag die Gelegenheit dazu, daher sind wir besonders stolz darauf.“

Zweite 69

Olivia Grønborg vom Smørum GK verbesserte sich im Vergleich zur ohnehin schon soliden Auftaktrunde um satte vier Schläge. Nach der 73 wurde es am zweiten Tag der tiefste Score des Feldes. Die 69 erspielte die Dänin durch fünf Birdies bei drei Bogeys. In der Einzelwertung springt Grønborg auf den geteilten dritten Platz. Entsprechend freudig strahlte die College-Studentin, die in ihrem ersten Jahr in den USA die Nationals der Division 2 gewinnen konnte: „Heute habe ich meine Annäherungsschläge wirklich gut gespielt! Ganz nah an die Fahne, sodass ich mir Birdie-Chancen verschafft habe. Auch vom Abschlag aus war ich sehr konstant, mit kaum bis gar keinen schlechten Schlägen.

Ich liebe diesen Platz! Er ist sehr schön und auf jeden Fall anspruchsvoll. Auf den Grüns muss man sich sehr konzentrieren. Das ist immer eine Challenge.

Ich freue mich sehr, für meinen Verein zu spielen und bin dankbar, dass ich extra aus Miami nach Europa fliegen durfte, damit ich für meinen Club antreten kann. Ich liebe das Team und die Energie, die wir alle gemeinsam haben. Morgen werde ich genauso vorgehen wie an den letzten beiden Tagen. Ich werde mich an meinen Spielplan halten und Spaß auf dem Platz haben.“

Breutigam bleibt ganz vorne

Leonie Breutigam behauptete ihre Spitzenposition in der Einzelwertung. Nach ihrer 69 (-2) zum Auftakt spielte die frisch gebackene Deutsche Meisterin am zweiten Tag 71 (Even) und steht bei gesamt 140 (-2).

Damit teilt die Spielerin des Hamburger GC vor der Finalrunde die Führung mit Candice Mahe. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den langsameren Grüns fand Breutigam auf der Back Nine besser in die Runde und profitierte dabei auch vom großen Zuspruch der Hamburger Zuschauer: „Am Anfang hatte ich ein bisschen Probleme mit den Bedingungen, weil die Grüns doch ein bisschen langsamer waren als gestern. Auf den Back Nine waren sehr viele Zuschauer da. Die haben mich sehr motiviert. Daher konnte ich dann noch einige Birdies spielen, was sehr gut war. Wenn die Hamburger Zuschauer auf den Platz kommen, ist das wirklich total motivierend, die haben mich wirklich durch die Runde getragen. Ich freue mich, dass ich meinem Team helfen konnte. Für die Finalrunde gilt die gleiche Marschroute wie heute. Nochmal Gas geben und versuchen, unser bestes Golf zu spielen und dann gucken was am Ende rauskommt.“

In der Teamwertung brachte Hamburg wie schon am ersten Tag 143 Schläge ins Clubhaus. Neben Breutigams 71 kam diesmal die 72 (+1) von Susanna Brenske in die Wertung. Brenske verbesserte sich damit auf gesamt 147 (+5) und Rang T18.
Mia Lena Hoffmann unterschrieb wie am Donnerstag eine 74 (+3) und liegt mit 148 (+6) auf T21.
Mit gesamt 286 (+2) geht der Gastgeber vom fünften Platz in den Finaltag und hat vier Schläge Rückstand auf die beiden führenden Teams.

Trainer Luis Schmid sah neben der sportlichen Leistung vor allem den Rückhalt im Club als wichtigen Faktor: „Heute war es erstmal anders. Da es die ganze Nacht durchgeregnet hat, hatten wir heute wirklich einen anderen Golfplatz als gestern. Die Grüns waren etwa vier auf dem Stimpmeter langsamer, weil sie halt einfach nicht gemäht werden konnten. Damit hatten wir am Anfang noch Schwierigkeiten, uns anzupassen. Sehr zufrieden war ich aber vor allem mit unserem Long Game. Leider haben wir wieder auf den Grüns ein bisschen was liegen lassen, weil die Längenkontrolle heute schwieriger war. Wir haben uns aber gut durchgekämpft. Leonie Breutigam hat ein mega Comeback gemacht, Susanna Brenske und Mia Hoffemann haben sehr gut gefightet. Der Support im Club spielt für uns eine maximal große Rolle. Wir sind allen Mitgliedern dankbar, dass wir das überhaupt in der Form machen dürfen. Dass die Mitglieder uns so supporten, sei es auf dem Platz, neben dem Platz, egal ob bei der DGL oder jetzt der European Club Trophy, ist für alle im Club ein sehr großes Event. Wir machen das alles auch nicht nur für uns, sondern vor allem für unsere Mitglieder. Wir sind hier eine große Gemeinschaft und ich glaube, das sieht man auch.“

Wannsee ohne Lohoff

Der G&LC Berlin-Wannsee musste kurzfristig auf Catharina Lohoff verzichten. Die Berlinerin konnte krankheitsbedingt nicht antreten. Damit standen für den amtierenden Deutschen Mannschaftsmeister am zweiten Tag nur Emily Krause und Rosalie Stadler zur Verfügung. Krause kam mit 73 (+2) ins Recording, Stadler mit 74 (+3). Beide Ergebnisse mussten damit für die Teamwertung zählen.

Wannsee brachte 147 (+5) Schläge ins Clubhaus und blieb mit gesamt 291 (+7) auf Rang sieben. Der Rückstand auf den drittplatzierten Smørum Golfklub beträgt vor der Finalrunde sieben Schläge.

Nach dem schwierigen Tag fiel die Bilanz von Coach Mario Hansch gemischt aus. „Wir haben schwer mit den Grüns zu kämpfen gehabt und konnten uns einfach nicht auf diese super langsamen Grüns einstellen. Da haben wir einfach viele Schläge verloren. Morgen ist wieder ein Tag hoffentlich mit gemähten Grüns. Wir gucken nach vorne. Catharina hat uns sicherlich auch ein bisschen gefehlt, auch mental. Es ist ein bisschen traurig, wenn du weißt, dass eine Spielerin im Bett liegt. Es war alles in allem heute nicht ganz so unser Tag. Dafür wird es morgen wieder besser“, so der Coach des G&LC Berlin-Wannsee.

Greenkeeping liefert tolle Arbeit

Der Regen hatte rund eine Stunde vor dem ersten Start aufgehört. Der Platz war zu Beginn noch etwas feucht und spielte sich dadurch länger als am Vortag.

Dass der zweite Wettkampftag dennoch ohne größere Einschränkungen beginnen konnte, war auch der Arbeit des Greenkeeping-Teams zu verdanken, das den Platz trotz der Niederschläge in einen sehr guten Zustand gebracht hatte.

Im weiteren Verlauf trocknete der Platz zunehmend ab. Am Nachmittag zeigte sich in Hamburg sogar die Sonne, als St. Leon-Rot seinen Platz an der Spitze endgültig sicherte.

Entscheidung am Samstag

Am Finaltag wird erneut ab 9.00 Uhr gestartet. Zunächst gehen die Mannschaften aus dem hinteren Teil des Klassements auf die Runde.

Ab 11.00 Uhr sind dann die deutschen Teams gefordert. Den Anfang macht der G&LC Berlin-Wannsee. Zwischen 11.34 Uhr und 12.29 Uhr starten anschließend die Spielerinnen des Hamburger GC und des GC St. Leon-Rot.
 

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