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Der amtierende Deutsche AK-30-Meister Philipp Westermann (Hamburger GC) kämpfte gegen Belgien im Vierer. | © @Front9

Otten und Wiedergrün drehen das Duell gegen Belgien

Der erste Lochspieltag begann so ungemütlich, wie es der September in Niederösterreich zulässt. Es regnete, der Wind war zurück, und die Spieler beschäftigten sich zwischen den Schlägen mit Regenjacken und Schirmen. Tiefe Runden gab es unter diesen Umständen kaum, gefragt war Beständigkeit. Dazu hat sich der Platz mittlerweile spürbar verändert. Die Trockenheit der ersten Turniertage ist verschwunden, der Boden ist feucht, die Bälle haben nach der Landung keinen Roll mehr. Auf einzelnen Bahnen bedeutet das zwei Schläger mehr ins Grün als noch am Mittwoch.
 

Der Vierer geht knapp verloren

Deutschland startete mit dem Vierer, Philipp Westermann (Hamburger GC) und Frederic Strünker (GC Hubbelrath) lagen hier lange vorn. Am Ende setzten sich jedoch Nicolas Mittler und Julien Richelle mit 2&1 durch, sodass Belgien mit 1:0 in Führung ging. Damit stand  das deutsche Team direkt unter Druck, denn im B-Flight werden gerade einmal drei Punkte ausgespielt: ein Vierer und zwei Einzel. 1,5 Punkte reichen hier zum Sieg – nach dem verlorenen Vierer mussten die Jungs um Playing Captain Stefan Wiedergrün (Frankfurter GC) also in beiden Einzeln punkten.
 

Und Cedric Otten (GC Hubbelrath) lieferte! Aber mal ehrlich: wer wenn nicht er, der bislang eine so starke Team-EM spielt?! Gegen Gaetan van Baarle entwickelte sich ein Match auf hohem Niveau, das nach 18 Löchern noch keinen Sieger kannte. Am ersten Extraloch machte Otten mit einem Par den Punkt zum 1:1.
 

Das entscheidende Match lieferte der Kapitän dann höchstpersönlich. Der Hesse lag früh zurück, drehte die Partie jedoch bis zum Turn und führte nach zehn gespielten Bahnen mit zwei Löchern Vorsprung. Dann schlug Jonathan Wei zurück und gewann die Löcher 15 und 16. An der 17 folgte der Moment des Tages: Wiedergrün lochte einen Putt aus rund 20 Metern zum Par und ging wieder in Führung. Das 18. Loch teilten die beiden, der 1up-Sieg und das 2:1 für Deutschland standen.
 

Stimmen zum Tag

„Es hat sehr regnerisch angefangen und war teilweise relativ windig, so dass es gar nicht so leicht war", berichtete Wiedergrün. „Am Anfang war es ein ständiges Anziehen, Ausziehen, Schirm weg, Schirm wieder auf. Das hat dem einen oder anderen zu schaffen gemacht, deshalb sind wir langsamer gestartet. Aber den anderen ging es genauso. Es wurde nicht besonders tief geschossen, dafür sehr konstant. Wir haben uns gut hineingearbeitet.“ Der verlorene Vierer schmerzte ihn. „Wir waren relativ lange auf, deshalb war es schade, dass wir den ersten Punkt nicht gemacht haben. Die Vierer-Jungs haben wirklich alles gegeben und waren stark unterwegs, haben aber diesmal den kürzeren gezogen.“
 

Über sein eigenes Match sprach er mit Respekt für den Gegner. „Cedric hatte einen sehr kurzen Gegner, mein Gegner war noch kürzer. Aber beide haben sehr gute Schläge ins Grün gemacht, das war gar nicht so einfach.“ Der Putt an der 17 entschied dann alles: „Den habe ich tatsächlich aus 20 Metern zum Par gelocht, das hat mich wieder 1auf gebracht. Das war am Ende ganz wichtig.“ An der 18 spielte er dann auf Sicherheit: „Ich musste meinen Birdie-Putt nur noch aus zwei Metern ans Loch legen.“
 

Wie sehr sich der Platz gewandelt hat, machte er an einem Beispiel deutlich. „Wo wir in der ersten Zählspielrunde Holz 3 und Eisen 9 gehauen haben, hatte ich heute an der gleichen Bahn Driver und Holz 3. Der Platz spielt sich deutlich länger, die Bälle rollen nicht mehr so weit, und der Wind hat gedreht.“
 

Am Finaltag um Platz fünf

Im zweiten Halbfinale des Flights setzte sich Frankreich mit 2,5:0,5 gegen Italien durch. Damit kommt es am Finaltag zum Duell Deutschland gegen Frankreich um Platz fünf, während Belgien und Italien Rang sieben ausspielen. 
 

Die deutschen AK-25-Männer startet als letztes Match des Tages um 14 Uhr. „Wir haben viel Zeit am Morgen, um zu relaxen und noch etwas zu trainieren", sagte Wiedergrün, und er fügt hinzu. „Gegen Frankreich haben wir letztes Jahr schon gewonnen, und ich hoffe, dass wir dieses Jahr wieder ein gutes Ende finden. Vor allem hoffe ich, dass der Wettergott mitspielt und wir keinen Regen bekommen.“ Motiviert ist das Team ohnehin. „Wir werden alles geben, um Platz fünf abzusichern.“
 

Irland und Österreich spielen um Gold

Im Championship Flight bestätigten die beiden Führenden aus dem Zählspiel ihre Rolle. Irland setzte sich klar mit 4:1 gegen Finnland durch und untermauerte damit den Auftritt aus der Qualifikation. Diese hatten die Iren mit 409 Schlägen und 23 unter Par für sich entschieden hatten. 
 

Gastgeber Österreich musste dagegen zittern. Das Ergebnis gegen die Niederlande blieb lange offen, am Ende gab ein einziges Duell den Ausschlag zum 3:2. Damit steht das Team um Markus Habeler, den Hausherrn des GC Föhrenwald und Führenden der Einzelwertung, am Samstag im Finale um den Titel.
 

Das Endspiel Irland gegen Österreich verspricht einen Höhepunkt: die bislang geschlossenste und zugleich stärkste Mannschaft des Turniers gegen den Gastgeber, der die Europameisterschaft auf heimischem Boden gewinnen will. Finnland und die Niederlande spielen zeitgleich um Bronze.

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