First-Class-Stimmung am First Tee
Wir kennen es vom Ryder Cup. Doch auch der Solheim Cup sorgt seit Jahren für eine einzigartige Stimmung am ersten Abschlag. Im Bernardus Golf dominieren natürlich die Farben Blau und Gelb, aber auch etliche US-Fans machten sich im Morgengrauen in Cromvoirt bemerkbar. Wie bei den Kontinentalvergleichen üblich herrschte pure Vorfreude auf die nächsten gut 48 Stunden und das gemeinsame Abfeiern des Golfsports. Nirgendwo erreicht das Dezibelmessgerät solche Werte wie beim Ryder oder Solheim Cup. Es gibt laute Musik am ersten Abschlag, inklusive Moderatorin und etlichen Fangesängen der eingefleischten Fans. Mittendrin war Esther Henseleit, die ihren ersten Solheim Cup auf europäischem Boden spielt.
Im dritten Match der Freitag-Foursomes betrat Henseleit kurz vor acht an der Seite der Irin Leona Maguire das vollgepackte Stadion, in dem gesungen und getanzt wurde – nicht nur von den knapp 3.000 Fans, sondern auch von den Spielerinnen, die in der ersten Session noch nicht zum Einsatz kamen. Ganz vorne dabei war Megan Khang, die den ersten Abschlag als Dancefloor nutzte und sich bei kühlen Temperaturen warmtanzte. Bei allem Wettbewerbsgedanken und Rivalitäten stand in diesen Szenen der Spaß im Vordergrund. Denn Momente wie diese sind für die besten Golferinnen der Welt beim Solheim Cup jedes Mal aufs Neue etwas ganz Besonderes.
Auch Henseleit hatte ein Dauergrinsen im Gesicht. Verständlich. Sie konnte alles aufsaugen und entspannt am Abschlag stehen. Maguire übernahm nämlich die Bürde des ersten Drives auf dem Par 4. Die Irin, die ihren vierten Solheim Cup spielt, zeigte keine Nerven. Henseleit bereitete wiederum mit ihrem ersten Schlag des Tages den ersten Lochgewinn für das Duo im Match gegen Andrea Lee und Lindy Duncan vor. Es war ein mehr als gelungener Start. Sowohl für die deutsche Nummer eins als auch für den Golfsport, der sich in dieser Woche im Bernardus Golf wieder von seiner unterhaltsamsten Seite auf der großen Bühne präsentiert.










