Revanche geglückt: Deutschlands Frauen stehen wieder im EM-Finale
Der 3. Turniertag begann für die deutsche Mannschaft mit gleich zwei offenen Rechnungen. Im Jahr 2024 trafen die deutschen AK-25-Frauen im Halbfinale auf Frankreich und unterlagen deutlich. Im Vorjahr hatte Deutschland dann das Finale erreicht und war dort erneut an Frankreich gescheitert.
Nun kam es im Halbfinale zum Wiedersehen. Beide Vierer gingen an Deutschland, und das mit Nachdruck. Alena Oppenheimer (Stuttgarter GC Solitude) und Vivienne Bühle (Stuttgarter GC Solitude) ließen Clemence Cadeac (Frankreich) und Marie Ricordeau (Frankreich) keine Chance und gewannen 4&2.
Im zweiten Vierer lieferten Annabelle Sapper (Münchener GC) und Maria Anetseder (GC Starnberg) das längere Duell des Vormittags. Gegen Pauline Stein (Frankreich) und Anais Bazin de Jessey (Frankreich) fiel die Entscheidung erst am 18. Loch - und das per Sieg auf dem letzten Loch. 2:0 nach den Vierern – und Deutschland brauchte in den drei Einzeln nur noch einen Punkt.
L'Empire schlägt zurück
Was danach folgte, war allerdings kein Selbstläufer. Nach sechs Löchern lag Deutschland in allen drei Einzeln zurück. Die Französinnen lochten die wichtigen Putts, und aus dem komfortablen Vorsprung wurde eine Zitterpartie. Zwischenzeitlich lief alles auf ein 2,5:2,5 zu. Vivienne Bühle drehte ihr Match als Erste. Gegen Bazin de Jessey lag sie nach sechs Löchern ein Loch zurück, nach zwölf Löchern zwei Löcher vorn. An der 17 machte sie dann mit einem 2&1-Sieg den entscheidenden dritten Punkt fix.
Das war auch wichtig, denn hinter ihr wurde es eng. Alena Oppenheimer glich gegen Cadeac zunächst aus, verlor dann aber 3&1. Maria Anetseder hingegen führte gegen Stein nach elf Löchern noch mit zwei Löchern Vorsprung und gab ihr Match allerdings auf den letzten Bahnen ab und ging 1down vom letzten Grün. Am Endstand von 3:2 änderte das jedoch nichts mehr.
Ein Tag der Extreme
Non-Playing-Captain Rachel de Heuvel (GC Olching) erlebte einen Tag der Extreme. „Heute war ein sehr abwechslungsreicher Tag, auch was das Wetter anging. Am Morgen hat es ohne Ende geregnet, teilweise war es sehr windig, stürmisch und böig", berichtete sie. „Aber die Vierer-Kombinationen, die wir rausgeschickt haben, waren brutal souverän. Alle haben sehr gut zusammengehalten.“ Genau das machte die Aufstellung für die Einzel schwer. „Es war nicht einfach zu entscheiden, wer im Einzel nicht spielt. Letztendlich hat Annabelle bei Maria Caddy gemacht und Alena hat gespielt. Vivi ist zuerst rausgegangen und hat den Punkt an der 17 für uns gesichert.“
Den zähen Beginn der Einzel erklärte sie mit dem Gegner. „Am Anfang sind alle ein bisschen schwierig hineingekommen, weil die Französinnen bissiger waren, die entscheidenden Putts gelocht haben und vielleicht ein bisschen konsequenter waren. Aber die Mädels haben sich zusammengerissen und es am Ende gut gemacht. Und was soll ich sagen: Wir stehen im Finale.“
Am meisten beeindruckte sie das Miteinander im Team. „Ich bin unfassbar stolz auf dieses Team. Dieser Teamspirit und die Art, wie die Mädels heute auf dem Platz miteinander umgegangen sind, war wirklich sensationell. Selbst die Französinnen haben gesagt, dass wir so stark sind wie noch nie. Wenn der Gegner dir diesen Respekt zollt, ist das ein sehr großes Lob.“
Spanien wirft Irland aus dem Rennen
Der Finalgegner heißt Spanien. Die Mannschaft von der iberischen Halbinsel setzte sich im zweiten Halbfinale mit 3:2 gegen Irland durch. Damit ist jenes Team ausgeschieden, das die Qualifikation mit 430 Schlägen und zwei unter Par klar gewonnen hatte. Irland und Frankreich spielen am Finaltag um Bronze.
Nach dem verlorenen Finale des Vorjahres ist der Titel für das Team um Rachel de Heuvel nun erneut in Reichweite, und dieses Mal ist der bisherige Endgegner Frankreich bereits bezwungen. „Im Finale spielen wir gegen Spanien, und da werden die Karten neu gemischt“, sagte de Heuvel. „Das Wetter soll besser werden. Wir sind guter Dinge, sehr positiv gestimmt und werden selbstverständlich versuchen, den Titel nach Deutschland zu holen.“








