Innerer Reset unter Druck: Machen Sie es wie McIlroy
Es ist eine der entscheidenden Szenen des Masters 2025: Rory McIlroy verfehlt auf der 18. Bahn in der regulären Schlussrunde mit einem Wedge das Grün – ein Fehler, der ihn beinahe den so lange ersehnten Triumph kostet. Wenig später steht der Nordire im Playoff vor einer ähnlichen Herausforderung. Diesmal schlägt er den Ball bis auf wenige Meter an die Fahne, verwandelt den Birdie-Putt und vollendet seinen Karriere-Grand-Slam. Wie schafft es ein Spieler, einen folgenschweren Fehler so schnell abzuhaken? Im Video von TaylorMade nimmt Chris Ryan das Beispiel von McIlroy zum Anlass für einen Reset-Tipp, von dem auch Amateure profitieren können.
Eine Aufgabe für den Kopf
Ryan empfiehlt, nach einem Fehler nicht krampfhaft zu versuchen, nicht mehr daran zu denken. Der Kopf lässt sich schließlich nicht ausschalten wie ein Smartphone. Sinnvoller ist es deshalb, dem Verstand eine neue Aufgabe zu geben. „Der entscheidende Punkt ist, einen Prozess zu haben und diesem Prozess treu zu bleiben“, erklärt der PGA-Pro. Dieser beginnt lange bevor der Spieler an seinem Ball steht. Zunächst wird die Entfernung bestimmt, anschließend werden Wind, gewünschter Landepunkt, Schlägerwahl und Schlagvariante festgelegt. Der Vorteil: Wer sich intensiv mit der nächsten Aufgabe beschäftigt, lässt im Kopf weniger Platz für die Vergangenheit. Ryan demonstriert das anhand eines Schlags aus gut 100 Metern. Die reine Entfernung zur Fahne reicht ihm nicht. Er analysiert Wind und Fahnenposition, legt einen Landepunkt fest und entscheidet erst anschließend, welchen Schläger und welche Schlagvariante er benötigt.
Zwei Zonen für mehr Klarheit
Besonders interessant ist Ryans Unterteilung der Schlagvorbereitung in zwei Bereiche: eine Entscheidungszone und eine Spielzone. In der Entscheidungszone darf analysiert werden. Wie weit ist es? Woher kommt der Wind? Wo soll der Ball landen? Welcher Schläger passt? Auch Probeschwünge und die Visualisierung des gewünschten Ballflugs gehören hierher. „Sieh den Schlag, den du spielen möchtest – und denke nicht über den Schlag nach, den du gerade gespielt hast“, lautet Ryans Empfehlung. Danach zieht er gedanklich eine Linie auf dem Boden. Wenn er diese überschreitet und zum Ball geht, betritt er die Spielzone. Von diesem Moment an sind die Entscheidungen abgeschlossen.
Was Sie verhindern sollten
Diese Trennung soll verhindern, was viele Golfer kennen: Man steht bereits am Ball und fragt sich plötzlich, ob die Schlägerwahl clever war, ob der Wind vielleicht doch stärker geworden ist oder eine andere Schlagidee besser wäre. „Wenn ich diese Linie überschreite, spiele ich den Schlag. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt davon“, sagt Ryan. Das Ziel: Erst entscheiden, anschließend vertrauen und ausführen. Das Prinzip funktioniert nicht nur nach einem schlechten Schlag. Vielleicht wartet auf dem Platz in Ihrem Club jene Bahn, an der Sie regelmäßig Probleme bekommen. Oder Sie haben einen wichtigen Schlag auf den letzten Löchern eines Turniers zu spielen. Gerade dann hilft eine feste Routine dabei, die Aufmerksamkeit dort zu halten, wo sie benötigt wird: im Hier und Jetzt.








