Dieser häufige Denkfehler kostet Sie viele Schläge
Wer die Profitouren im Stream oder im Fernsehen verfolgt, sieht regelmäßig spektakuläre Schläge: Angriffe auf enge Fahnenpositionen, mutige Drives übers Wasser oder Annäherungen aus mehr als 170 Metern bis auf wenige Zentimeter an den Stock. Viele Amateure vergleichen sich mit den besten Spielern der Welt, kopieren die sogenannte „Tiger-Line“ und wollen mit Heldenschlägen beeindrucken – sich und andere. Meistens misslingen diese Schläge. PGA Golf Professional Fabian Bünker erkennt darin einen strategischen Fehler vieler Freizeitspieler. In seinem Video (s.u.) erklärt er, welche Denkweise zu Schwierigkeiten auf dem Platz führt und wie Sie es sich selbst einfacher machen können.
Wann Profis anders entscheiden als Amateure
„Es gibt Golfer, die haben so eine richtige Fahnenfixierung. Die sehen die Fahne auf dem Grün und im Kopf legt sich ein Schalter um: Da muss ich jetzt hin – egal, was es kostet“, erzählt Bünker. Dabei werde oft übersehen, dass Profis solche Schläge nur dann wählen, wenn sie zur Situation und zu ihren Stärken passen. Die spektakulären Szenen sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was auf einer Turnierrunde tatsächlich passiert. „Du siehst diesen einen perfekten Schlag, aber du blendest 100 sicherere und viel bessere Entscheidungen aus“, sagt Bünker.
Fehler bei der Zielsetzung
Der eigentliche Denkfehler beginnt laut Bünker schon bei der Zielsetzung. Viele Golfer betrachten die Fahne als Zielpunkt. „Die Fahne ist nur die Position des Loches. Du spielst in Wahrheit gegen deine Streuung, gegen deine Fehler, gegen dein aktuelles Leistungs- und Tagesniveau“, erklärt der Golf-Pro. Denn jeder Golfer trifft seine Schläge unterschiedlich präzise. Mal landet der Ball etwas links, mal rechts, mal kurz oder lang. Wer trotzdem konsequent auf die Fahne zielt, erhöht das Risiko für vermeidbare Fehler – etwa Bälle im Wasser, im Bunker oder auf der falschen Seite des Grüns.
Weniger Gedanken an den perfekten Schlag
Erfolgreiche Spieler denken deshalb anders. Sie fragen sich, wo der Ball landen sollte, damit der nächste Schlag möglichst einfach wird und denken weniger über den perfekten Schlag nach. Statt eines kleinen Zielpunkts wählen sie bewusst eine größere Fläche. Das hat mehrere Vorteile: Die Erwartungen werden realistischer, das Frustpotenzial sinkt und auch weniger gut getroffene Schläge bleiben häufiger im Spiel. So wird das Spiel konstanter und der Score meistens besser.








