Henseleits Mittwoch: Pressekonferenz, Autogramme und viel Regen
Spätestens am Mittwoch der Turnierwoche werden alle Spielerinnen und Verantwortlichen im Solheim-Cup-Tunnel sein. Der am Freitag beginnende Wettbewerb im Bernardus Golf rückt näher, die offiziellen Termine verdichten sich und sogar die ersten Fans sind bereits auf der Anlage. Mittendrin: Esther Henseleit. Die deutsche Vertreterin im Team Europa spielt ihren zweiten Solheim Cup und ist, anders als noch vor zwei Jahren, kein Rookie mehr. Aufgrund ihrer langjährigen LPGA-Erfahrung zählt sie inzwischen zu den etablierteren Spielerinnen im Team. Die 27-Jährige erlebte einen durchgetakteten Mittwoch. Neben einer Proberunde stand an diesem Tag, an dem es teilweise Starkregen gab und eine Gewitterwarnung ausgesprochen wurde, auch ein offizieller Pressetermin auf dem Programm. Neben all dem Trubel nahm sich Henseleit selbstverständlich auch die Zeit, um den jungen Fans ihre Autogrammwünsche zu erfüllen.
Henseleits Aussagen von der Pressekonferenz, die sie gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Celine Boutier, Leona Maguire und Nanna Koerstz Madsen abhielt, lauteten wie folgt:
… auf die Frage, wie viele deutsche Fans sie in den Niederlanden erwartet: „Hoffentlich viele. Es waren schon viele Deutsche vor Ort. Es war toll, ein paar Autogramme zu geben und Fotos zu machen. Und ja, es ist ganz in der Nähe meiner Heimat, was das Ganze noch besonderer macht. Aber ich habe das Gefühl, dass das gesamte Team einfach eine großartige Unterstützung hinter sich haben wird.“
… zu ihrer veränderten Rolle im Team zum Vergleich zu ihrem Rookie-Auftritt 2024: „Es ist definitiv anders. Wenn man zum ersten Mal beim Solheim Cup dabei ist, hat man das Gefühl, einfach nur aufzutauchen. Man weiß nicht so recht, was einen erwartet. Es gibt einfach viel Drumherum beim Golf, zum Beispiel das Galadinner oder den Begrüßungsempfang. Es ist einfach viel los. Beim zweiten Mal weiß man schon, was einen erwartet. Man weiß, worauf man sich einstellen muss. Für das Golfspielen hat man nicht viel Zeit.
Aber es macht eine Woche lang einfach richtig Spaß. Was die Neulinge angeht, würde ich sagen, mein wichtigster Ratschlag ist der, den ich ihnen bereits gegeben habe. Sorgt einfach dafür, dass ihr vorher ausreichend Schlaf bekommt. Kommt ausgeruht hierher. Ihr werdet nicht viel Zeit haben, euer Spiel zu verbessern, sobald ihr hier seid. Das wäre also mein wichtigster Rat an sie. Und ich finde, sie schlagen sich bisher großartig. Es macht Spaß, diesmal nicht der Neuling zu sein. Sie sind alle total aufgeregt und bereit, loszulegen. Daher glaube ich, dass sie nicht viele Ratschläge von mir brauchen.“
… auf die Frage, welchen Teil des Spiels der Platz am meisten fordert: „Es fordert definitiv alle Aspekte deines Spiels heraus. Vor allem bei den Mannschaftswettbewerben wie den Foursomes und den Four-Balls ist es am wichtigsten, die Fairways zu treffen, denn sobald man aus der Position gerät, wird es wirklich knifflig. Sobald man sich jedoch auf dem Fairway befindet, eröffnen sich einige Chancen und man kann direkt auf die Fahne zielen und den Ball nah an sie heranbringen.“
Die Grüns waren bisher nicht besonders schnell, daher hat man die Möglichkeit, sehr aggressiv zu spielen, sobald man auf den Grüns ist. Man sollte also darauf achten, die Fairways zu treffen, und von dort aus kann man dann sehr aggressiv spielen.“
… zum dichten Rough um die Fairways im Bernardus Golf: „Ich habe das Gefühl, dass es einem ein bisschen Hoffnung gibt. Wenn man dort oben steht, denkt man: ‚Oh, ich schaffe es bis zum Grün‘, schlägt dann den Ball und der fliegt einfach seitwärts. Ich habe das Gefühl, dass man selbst dort Glück haben kann – im Rough kann man zum Beispiel manchmal eine gute Lage erwischen. Es ist sehr ungleichmäßig, aber man kann auch im Heidekraut stecken bleiben und den Ball dann auf das Fairway chippen. Es ist wirklich nur Glückssache.“
… auf die Frage, welche Rolle die Heimatmosphäre in den Einzeln am Finalsonntag spielt: „Ich finde, man muss sich einfach auf sich selbst konzentrieren. Man versucht, das Momentum mitzunehmen, und vor heimischem Publikum möchte man die positive Energie aufsaugen und nutzen. Aber letztendlich ist man da draußen auf sich allein gestellt und versucht, sich auf den nächsten Schlag zu konzentrieren und den Punkt selbst zu holen.“
… zu ihrem Lieblingsgeschenk der bisherigen Woche: „Wir haben ein richtig schönes Bild bekommen: eine Art Zeichnung von uns allen in einem Bilderrahmen. Außerdem haben wir ein paar Postkarten bekommen, auf denen wir zu sehen sind. Sie sehen aus, als wären sie mit Wasserfarben gemalt. Die finde ich echt cool.“
Treffen mit den Juniors
Am Tag zuvor hatte sich Henseleit noch Zeit genommen, um sich mit den beiden deutschen Teilnehmerinnen des Junior Solheim Cups, Lena Geier und Sofia Maier-Borst, auszutauschen. Das deutsche Duo hatte zwar seine Team-Matches gegen die USA zu Beginn der Woche verloren, in den Einzeln jedoch jeweils einen Punkt zur Aufholjagd beigetragen, die am Ende nicht ganz reichte, aber für jede Menge Aufsehen sorgte.
Zum ersten Mal wurde der Junior Solheim Cup auf demselben Platz wie der Solheim Cup der Frauen ausgetragen. Für die beiden jungen Nationalspielerinnen war dies eine einzigartige Erfahrung, die nun mit einem verlängerten Aufenthalt im Bernardus Golf gekrönt wird. Vielleicht hatten sie auch noch den einen oder anderen Tipp für Henseleit parat, worauf sie im Matchplay-Format besonders achten muss.







