Rückblick: Fünf Highlight-Momente aus St. Leon-Rot
Kaum ein Golfturnier hat in Deutschland je für so viel Aufmerksamkeit gesorgt wie der Solheim Cup 2015: Vom 18. bis 20. September trafen im Golf Club St. Leon-Rot die besten Golferinnen aus Europa und den USA aufeinander. 68.500 Besucher verfolgten die Veranstaltung und erlebten ein Wochenende, das sportlich wie emotional bis zum letzten Putt alles zu bieten hatte. Auch aus deutscher Sicht war das Event etwas Besonderes: Mit Sandra Gal und Caroline Masson standen erstmals zwei deutsche Spielerinnen im europäischen Team. Während Europa lange wie der sichere Sieger aussah, entwickelte sich der Solheim Cup am Finaltag zu einem der spektakulärsten Comebacks in der Geschichte des Wettbewerbs.
„Gimmegate“: Der umstrittenste Moment
Der wohl kontroverseste Moment ereignete sich am Samstagnachmittag. Beim Vierball zwischen Alison Lee/Lexi Thompson und Suzann Pettersen/Charley Hull lag das US-Team am 17. Loch all square. Lee verpasste ihren Putt zum Lochgewinn. Ihren anschließenden kurzen Putt nahm sie auf – offenbar in der Annahme, dass dieser ihr geschenkt worden war. Doch Pettersen hatte den Putt nicht geschenkt. Nach den Regeln war Lee somit gezwungen, den Ball als aufgenommen zu werten, wodurch das Loch an Europa ging. Pettersen und Hull gewannen anschließend auch das Match, sodass Europa mit einer komfortablen 10:6-Führung in die Einzel ging.
Diese Szene sorgte für heftige Diskussionen. War Pettersens Verhalten regelkonform? Ja. War es sportlich fair? Darüber wurde anschließend umso intensiver gestritten. Selbst innerhalb des europäischen Teams wurde die Situation kritisch gesehen. Pettersen entschuldigte sich am folgenden Tag öffentlich für ihr Verhalten. Ausgerechnet diese Szene sollte dem Solheim Cup eine zusätzliche Dramaturgie verleihen. Denn aus dem vermeintlich sicheren Vorsprung des europäischen Teams wurde am Sonntag ein historisches Comeback der Amerikanerinnen.







