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Potenzielle Olympia-Golf-Austragungsorte: GC Bad Saarow, GC München-Eichenried, GC Gut Lärchenhof | © Clubs

Träumen von Olympia

“Davon träumen natürlich viele Golfanlagen, einmal Austragungsort eines olympischen Turniers zu werden”, sinniert Johannes Redmer. Der Manager des Golfclubs Bad Saarow südöstlich von Berlin darf derzeit genau davon träumen – ebenso wie seine Kollegen in zwei Vorzeige-Golfclubs vor den Toren von München und Köln. Und zwar noch ein paar Wochen lang. Für zwei von ihnen wird der Traum freilich exakt am 26. September zerplatzen. 

 

Am diesem Tag entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Kurstadt Baden-Baden, welche der drei Metropolregionen als deutscher Bewerber in den internationalen Auswahlprozeß für die Vergabe olympischer und paralympischer Sommerspiele im nächsten oder gar übernächsten Jahrzehnt geschickt wird. Denn nicht nur das Wo?” ist noch völlig ungewiß, sondern auch das Wann?”. Egal, ob die nationale Wahl auf Berlin, München oder Köln/Rhein-Ruhr fällt – noch völlig ungewiß ist, ob der Austragungsort, sollte er sich denn auch gegen internationale Wettbewerber durchsetzen können, im Jahr 2036, 2040 oder gar erst 2044 zum Zuge käme.

Internationale Expertise

Kein Geheimnis ist hingegen, auf welcher Golfanlage im Fall des Falles die besten Golferinnen und Golfer der nächsten Generation um die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen wetteifern würden. Sollte München zum zweiten Mal nach 1972 Olympiastadt werden, gilt der GC München Eichenried als gesetzt. Für die Anlage nördlich der bayerischen Landeshauptstadt spricht deren lange Erfahrung mit Spitzenturnieren, insbesondere der BMW International Open. 

 

Auf ähnlich viel internationale Expertise verweisen kann auch der GC Gut Lärchenhof in Pulheim bei Köln mit seinem exzellenten Platz aus der Feder von Golf-Legende Jack Nicklaus. Auch diese Anlage – schon oft Austragungsort großer Turniere, die bis zu 50.000 Zuschauer anzogen – gilt als bereit für Olympia, sollte die Wahl auf die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als “Leading City” fallen.

Hamburg sagte "Tschüss"

Was bei der bevorstehenden DOSB-Entscheidung den Ausschlag für Köln oder München geben könnte: In beiden Regionen gab es Bürgerentscheide, bei denen sich überzeugende Zwei-Drittel-Mehrheiten für die jeweilige Olympiabewerbung aussprachen – im Gegensatz zu den kühlen Hanseaten, die beim Referendum im vergangenen Mai mehrheitlich den Daumen senkten; Hamburg sagte “Tschüss Olympia!”, zum Leidwesen der Green-Eagle-Betreiber südlich der Hansestadt.

 

Auch in Berlin gab es eine Zwei-Drittel-Mehrheit für Olympia, allerdings nicht in einem Bürgerentscheid, sondern nur im Abgeordnetenhaus, dem Landesparlament. Und das wird am 20. September, wenige Tage vor dem DOSB-Entscheid in Baden-Baden, neu gewählt. Und fest steht bereits, daß einer der vehementesten Olympia-Befürworter, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, danach seinen Platz im Roten Rathaus räumen wird.

Olympia und der Konjunktiv

Entscheidet sich der DOSB gleichwohl für Berlin, weil die Hauptstadt die deutsche Metropole mit der größten internationalen Strahlkraft ist? Wird es in zehn, 14 oder 18 Jahren olympisches Beachvolleyball vor dem Brandenburger Tor geben? Und wird auch 70 Kilometer weiter östlich, im Golfresort Bad Saarow mit seinen drei hervorragenden Championship-Courses, die weiße Flagge mit den olympischen Ringen wehen? Der ebenso beliebte wie gefürchtete Nick-Faldo-Course würde wohl ohne allzu große Veränderungen den hohen Anforderungen der Olympioniken genügen; und die Lage am Ufer des idyllischen Scharmützelsees würde traumhafte TV-Bilder garantieren.

 

“Das ist noch lange hin und Zukunftsmusik”, sagt Johannes Redmer, “aber die Vorfreude wäre natürlich riesengroß”. Noch existiert Olympia lediglich im Konjunktiv, egal, ob in Bad Saarow, Eichenried oder Gut Lärchenhof. Aber man wird ja noch träumen dürfen. Und auch ohne Olympia sind die drei Vorzeige-Anlagen allemal einen Besuch wert.

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