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Das Podium der drei besten Spieler der 85. Bernhard Langer International Amateur Championship im Berliner G&CC Motzener See | © DGV/stebl

Hopkins gewinnt vor Franck und Orsel

Mittenwalde – Enger hätte die Schlussrunde der Bernhard Langer International Amateur Championship kaum verlaufen können. Auf dem ersten Drittel schob sich die Spitze noch dichter zusammen als es beim Start ohnehin schon war. Anschließend wechselte die Führung mehrfach. Noch auf der 18 hatten drei Spieler nacheinander die Möglichkeit, den Ausgang des Turniers entscheidend zu verändern.
 

Der Finaltag präsentierte sich dabei lange Zeit deutlich grauer als die ersten beiden Wettkampfrunden. Regen spielte zwar kaum eine Rolle, die geschlossene Wolkendecke ließ der Sonne über dem Berliner G&CC Motzener See aber keine Chance.

 

Migel Mutikainen war mit einem Schlag Vorsprung in die Schlussrunde gegangen und begann direkt mit einem Birdie. Anschließend blieb der 17 Jahre alte Finne längere Zeit bei gesamt -12.
 

Noah Westh-Buske rückte mit einem starken Auftakt weiter nach oben. Der Spieler des Roskilde GK auf Seeland in Dänemark spielte auf seinen ersten fünf Löchern gleich drei Birdies und schloss damit zur Spitze auf.
 

Auch Max Franck hielt sich permanent in Schlagdistanz. Der Youngster des Junior Team Germany spielte zunächst ungemein solide und brachte auf den Löchern 7 und 8 zwei Birdies hintereinander auf die Karte. Damit lag der Bayreuther plötzlich gemeinsam mit Mutikainen und Westh-Buske ganz vorne.

Führung wechselt mehrfach

Der Däne machte auf Loch 11 sein viertes Birdie des Tages und übernahm zunächst alleine die Spitze. Absetzen konnte sich allerdings keiner der Aspiranten auf den Sieg.
 

Nach zwei Dritteln der Runde deutete einiges sogar auf ein mögliches Stechen mit mehreren Spielern hin. Zwei Akteure lagen bei -13, vier weitere befanden sich höchstens drei Schläge dahinter. Das Livescoring wechselte beinahe mit jedem Birdie oder Bogey sein Bild.
 

Mutikainen konnte seine Ausgangslage vom Morgen nicht bis zum Ende verteidigen. Der Finne unterschrieb eine 74 (+1) und fiel mit gesamt -10 auf den geteilten sechsten Platz zurück. Westh-Buske kam letztlich mit einer 72 (-1) auf denselben Gesamtscore.
 

Die Entscheidung entwickelte sich schließlich zu einem hochspannenden Finale in drei Akten. In jeder der letzten drei Gruppen kam ein Spieler auf die 18, der entweder selbst gewinnen oder zumindest ein Stechen erzwingen konnte.
 

Zunächst war Youp Orsel an der Reihe. Der Niederländer, der sowohl im Guadalhorce GC in Spanien als auch im Rosendaelsche GC in Arnheim seine sportliche Heimat hat, ging mit -12 auf das abschließende Par 5.
 

Die 18 ist mit 458 Meter für das gesamte Feld mit zwei Schlägen erreichbar. Die Fahne stand am Finaltag allerdings so anspruchsvoll, dass auch gute Annäherungen längst kein sicheres Birdie bedeuteten und ein Eagle war besonders schwer gemacht. Orsel bekam seine Chance, ließ den Birdieputt aber liegen. Mit einer 69 (-4) und gesamt -12 war er zunächst Leader im Clubhaus, aber es kamen ja noch zwei Athleten, die beste Aussichten auf den Sieg hatten.

Hopkins legt -13 vor

In der folgenden Gruppe kam Max Hopkins auf die 18. Der Engländer lag bei -13, wusste zu diesem Zeitpunkt aber nicht, dass er das Turnier anführt. Er konzentrierte sich darauf, seine gute Runde sauber zu Ende zu bringen.
 

Auch Hopkins gelang auf dem Schlussloch kein Birdie. Seine zweite 69 (-4) des Turniers reichte dennoch, um mit 206 Schlägen und gesamt -13 die alleinige Führung im Clubhaus zu übernehmen.

Siegchance für Franck

Der Spieler des GC Bayreuth stand bei gesamt -12, als er im letzten Flight auf das Tee der 18 kam. Sein Drive landete perfekt vor dem großen Teich. Auch der zweite Schlag gelang: Francks Ball blieb pinhigh rund fünf Meter links neben der Fahne liegen.
 

Der erste Putt war zum Eagle und damit auch zum Turniersieg. Zwischen Ball und Loch lag allerdings eine Bodenwelle, die den Versuch deutlich anspruchsvoller machte. Franck brachte den Ball nicht unter und ließ sich noch einen Putt aus rund einem Meter zum Birdie. Damit hätte der 18-Jährige ein Stechen gegen Max Hopkins erzwungen. Aber auch dieser Putt fiel nicht.
 

Damit stand der Sieger fest. Max Hopkins gewann die 85. Bernhard Langer International Amateur Championship mit 66, 71 und 69 Schlägen bei gesamt -13. Franck unterschrieb eine 71 (-2) und teilte sich mit 207 Schlägen und einem Zähler Rückstand Rang zwei mit Orsel.
 

Hopkins sicherte sich mit dem Sieg gleichzeitig den Startplatz bei der BMW International Open 2027. Die Bernhard Langer International Amateur Championship gehört zur European Amateur Order of Merit und bietet ihrem Sieger damit eine unmittelbare Startmöglichkeit auf der DP World Tour.
 

Einen weiteren Schlag hinter Franck und Orsel beendeten Magnus Becker Frederiksen aus Dänemark und Jake Sowden aus England das Turnier bei -11 auf dem geteilten vierten Platz.

Chiger spielt 67

Hinter der absoluten Spitze brachten mehrere Deutsche tiefe Finalrunden ins Clubhaus. Den besten Score spielte Noah Chiger vom G&LC Berlin-Wannsee. Nach 73 und 71 Schlägen an den ersten beiden Tagen unterschrieb er zum Abschluss eine 67 (-6) und kletterte mit gesamt -8 auf den geteilten zehnten Platz.
 

Colin Bärmann vom GC Hubbelrath setzte direkt auf Loch 1 ein Birdie auf die Karte, musste auf der folgenden Bahn aber ein Bogey hinnehmen. Danach arbeitete sich der aus Niedersachsen stammende Youngster kontinuierlich nach vorne. Nach zwölf Löchern lag er vier unter Par und brachte dieses Ergebnis mit einer 69 (-4) auch ins Clubhaus. Mit gesamt -7 belegte Bärmann den geteilten 13. Platz. Dort landeten unter anderem auch sein Clubkamerad David Süntzenich und Maik Süßbier vom G&LC Berlin-Wannsee.

Sechs Birdies auf acht Löchern

Für eine der ungewöhnlichsten Runden des Tages sorgte Lorenzo Fior. Der Italiener vom GC Asiago spielte auf den ersten acht Bahnen sechs Birdies, vier davon in Serie. Auf Loch 9 endete dieser Lauf abrupt mit einem Triplebogey. Fior ließ sich davon kaum beeindrucken. Bereits auf Loch 11 lag er für den Tag wieder vier unter Par. Am Ende standen dennoch 72 (-1) Schläge auf seiner Karte. Mit gesamt -5 teilte er sich Rang 18 unter anderem mit Moritz Küls vom GC Neuhof und Luca Scheublein vom GC Olching.
 

Max Saunders vom GC Hubbelrath hatte für seine Woche in Motzen besondere Unterstützung erhalten. Sein älterer Bruder Richard, Sieger der Bernhard Langer International Amateur Championship im vergangenen Jahr, hatte ihm sein Birdiebook von 2025 mitgegeben. Die Hilfe war allerdings nur eingeschränkt nutzbar, weil 2026 eine andere Kombination der Schleifen des Berliner G&CC Motzener See gespielt wurde. Max Saunders kam nach 76, 67 und 75 Schlägen auf Rang 40.

Stimmen vom Tag

Max Franck vom GC Bayreuth: „Im ersten Moment fühlt es sich eher wie eine verlorene Goldmedaille an. Es tut natürlich weh, wenn es am Ende so knapp ist. Insgesamt war es aber ein gutes Turnier. Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass ich Zweiter werde und am Ende die Chance auf den Sieg habe, hätte ich das sofort genommen. Ich habe heute auf den ersten Bahnen gut gespielt. Als Colin Bärmann auf Loch 11 als Caddie dazukam, habe ich direkt ein Birdie gemacht. Danach waren drei, vier Löcher etwas schwieriger, aber ich habe mein Par gerettet. Bis zum Ende habe ich gut gekämpft und viele Chancen gehabt, die leider nicht gefallen sind. Als ich hier angekommen bin, habe ich mich zunächst ein bisschen unwohl gefühlt. Nach ein, zwei Tagen mit meinen Freunden hatte ich aber schon fast ein Gefühl wie zu Hause. Der Platz ist vom Layout her wunderschön.“
 

Der Sieger Max Hopkins aus England war rundum happy: „Es ist mein erster internationaler Sieg und definitiv mein größter Erfolg. Ich habe die ganze Saison schon gut gespielt und hier mit meinen englischen Teamkollegen eine sehr gute Woche gehabt. Heute habe ich zwar ein paar kurze Putts verpasst, aber dafür viele wichtige Up-and-downs geschafft. „Ich habe während der Runde überhaupt nicht auf das Leaderboard geschaut und wusste deshalb nicht, dass ich vorne lag. Ich wollte einfach weiterspielen und das machen, was ich die ganze Woche gemacht habe. Es fühlt sich vor allem wie eine Erleichterung an. Ich habe in den vergangenen Jahren sehr solides Golf gespielt, aber die entsprechenden Ergebnisse haben manchmal gefehlt. Umso schöner ist es, dass in dieser Woche alles zusammengekommen ist und ich den Sieg holen konnte. Der Platz ist wunderschön und sehr beeindruckend. Es hat mir sehr gut gefallen, hier zu spielen. Mit dem Sieg einen Startplatz bei der BMW International Open zu bekommen, ist großartig. Das wird eine sehr gute Erfahrung, auf die ich mich freue. Bernhard Langer ist natürlich ein herausragender Golfer mit einer beeindruckenden Karriere. Es ist etwas Besonderes, ein Turnier zu gewinnen, das seinen Namen trägt.“

Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV: „Das war ein sehr spannendes Finale dieser großartigen Championship. Es hat sich sehr bewährt, dass unsere 85. Auflage der Meisterschaft für die EAOM gewertet wird. Dadurch hatten wir ein international starkes Feld mit einem verdienten, gleichzeitig aber auch glücklichen Sieger aus England. Der zweiten Platz von Max Franck ist ebenfalls eine öherausragend Leistung. Herzlichen Glückwunsch dazu! Wir bedanken uns beim Berliner G&CC Motzener See. Auch die zweite Auflage des Turniers unter dem neuen Namen war ein Höhepunkt im europäischen Turnierkalender und wir freuen uns sehr darüber, dass wir auch im kommenden Jahr an gleicher Stelle wieder die Gäste aus Europa neben unseren deutschen Top-Talenten begrüßen dürfen.“
 

Colin Bärmann vom GC Hubbelrath, der am Ende der Finalrunde bei seinem Teamkamerad vom Junior Team Germany, Max Franck aber Loch 11 am Bag half: „Das war ein solides Turnier. Mit Platz 13 kann man  nicht so unzufrieden sein, aber natürlich habe ich mir mehr erhofft. Vor allem beim Putten habe ich mir mehr erhoff. Es hätte mehr fallen können. Aber gerade in der zweiten Runde habe ich auch ein paar Putts vorbeigeschoben. Es wäre da auf jeden Fall mehr gegangen. Aber ja, das ist Golf. Zufrieden bin ich, dass ich wieder sehr gut ins Grün reingespielt habe, darauf kann ich ganz gut aufbauen.“

 


Endergebnis >>>

 

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