Franck nur einen Schlag hinter Mutikainen
Mittenwalde – Nach dem beinahe windstillen Auftakt zeigte sich der Berliner G&CC Motzener See am Samstag zunächst bedeckt und etwas frischer. Am Nachmittag kam die Sonne heraus und auch die Scores gingen wieder tief. Rund 50 Spieler liegen nach zwei Runden unter Par.
Ganz vorne steht Migel Mutikainen. Der 17 Jahre alte Finne war mit einer 66 (-7) in das Turnier gestartet und legte am Samstag eine 69 (-4) nach. Nach elf Löchern lag Mutikainen für den Tag bereits vier unter Par. Zwei Bogeys bremsten ihn nur kurz. Mit Birdies auf den Löchern 16 und 18 spielte er sich zurück an die Spitze und geht mit 135 Schlägen (-11) als Führender in den Sonntag.
Mutikainen befand, dass er am zweiten Wettkampftag geduldig geblieben ist: “Ich habe zu Beginn wirklich gutes Golf gespielt, habe aber einfach nicht genug Putts versenkt. Das Chippen lief jedoch durchweg großartig und am Ende habe ich dann doch noch ein paar Putts versenkt. Es ist das erste Mal, dass ich bei einem so großen Turnier als Führender in die Finalrunde gehe. Ich finde die EAOM wirklich gut. Es nehmen viele richtig gute Spieler aus Europa teil, die dadurch häufiger Turniere in Europa spielen. Ich finde den Wildcard-Platz für ein Turnier der DP World Tour als Preis für den Sieger hier großartig. Ich kann gar nicht richtig beschreiben, wie toll es ist, einen so besonderen Preis für den Sieg zu erhalten.”
Direkt hinter dem jungen Finnen hat sich Max Franck geschoben. Der Spieler des GC Bayreuth ließ seiner 69 (-4) vom ersten Tag eine 67 (-6) folgen und steht mit 136 Schlägen bei -10. Besonders das lange Spiel funktionierte über weite Strecken herausragend. Auf Loch 11 gelang Franck wie schon am Vortag ein Eagle: Drive, Zweier-Eisen ins Grün und ein gelochter Putt aus rund fünf Metern.
Auch ohne außergewöhnliche Einzelschläge sah Franck noch Möglichkeiten für einen noch tieferen Score. Mehrere gute Birdiechancen ließ er ungenutzt, dennoch brachte ihn die 67 bis auf Rang zwei. Die sportliche Zusatzchance des Turniers hat der Bayreuther dabei durchaus im Blick: „Dass man als Sieger auf der DP World Tour spielen kann, das ist schon echt cool. Ich durfte schon mal Challenge Tour spielen und dadurch konnte ich echt viel lernen.“
Der Sieger der Bernhard Langer International Amateur Championship erhält einen Startplatz bei der BMW International Open. Zudem zählt das Turnier zur European Amateur Order of Merit, über die sich für die bestplatzierten Spieler zum Saisonende weitere Startmöglichkeiten im Profibereich ergeben.
Studzinski und Murr mit 67
Auch Leonhard Studzinski machte am zweiten Tag einen großen Sprung. Der Routinier vom GC Hannover war mit einer 71 (-2) gestartet und blieb in Runde zwei komplett ohne Bogey. Mit seiner 67 (-6) klettert er bei gesamt -8 auf den geteilten sechsten Platz.
„Meine Eisen waren heute herausragend. Ich habe mir sehr viele Birdiechancen erarbeitet und tatsächlich sogar noch etwas auf den Grüns liegen gelassen“, sagte Studzinski. Die Entwicklung der European Amateur Order of Merit bewertet er positiv, gerade weil sie den Amateuren zusätzliche Vergleichs- und Startmöglichkeiten eröffnet.
Schlaggleich mit Studzinski spielte Bjarne Murr vom GC St. Leon-Rot ebenfalls eine 67 (-6). Anders als der Hannoveraner musste Murr zwei Bogeys hinnehmen, kompensierte diese aber mit reichlich Birdies. Zweimal gelangen ihm dabei drei Schlaggewinne in Serie. Nach seiner 72 vom Auftakt steht er mit gesamt -7 auf T8. „Putten war wieder sehr gut. Heute war halt einfach das Long Game nochmal deutlich besser als gestern, was auch den Score besser gemacht hat“, analysiere der 16-Jährige kurz nach dem letzten Putt seinen Tag.
Mit Denis Hicks und David Fuchs vom GC St. Leon-Rot stehen bei -6 zwei weitere Deutsche auf dem geteilten zehnten Platz. Moritz Küls, Paul Straßburg, Finn Quade, Johann Mons, David Süntzenich und Lauri Diener folgen gemeinsam bei -5 auf T12.
Moritz Küls, der sich vor wenigen Wochen den Titel bei der Deutschen Meisterschaft der AK offen gesichert hatte, musste auf Loch 3 zunächst einen Doppelbogey hinnehmen. Der 17-Jährige vom GC Neuhof antwortete direkt mit einem Birdie, stabilisierte seine Runde anschließend und arbeitete sich wieder unter Par. Mit 72 (-1) hält er sich bei gesamt -5 weiterhin weit vorne.
Saunders dreht den Tag
Eine der größten Verbesserungen gelang Max Saunders. Der Hubbelrather hatte am Freitag noch 76 (+3) Schläge gebraucht und benötigte damit eine deutlich bessere zweite Runde, um den Cut noch zu erreichen. Saunders startete auf der eigentlichen Back Nine und blieb dort bogeyfrei. Nach neun Löchern lag er fünf unter Par, auf seiner zweiten Hälfte folgte schnell das sechste Birdie. Vor seinem letzten Loch stand er sogar bei -7 für den Tag, ehe das einzige Bogey seiner Runde auf die Karte kam.
Die 67 (-6) bedeutete eine Verbesserung um neun Schläge und brachte Saunders mit gesamt -3 noch sicher in die Finalrunde. „Der Platz ist anspruchsvoll und passend für ein so großes Turnier. Man muss an manchen Stellen geduldig sein und warten, bis die Chance kommt, um sie bestmöglich auszunutzen.“
Der Name Saunders ist in Motzen bereits bekannt: Max' Bruder Richard hatte die Bernhard Langer International Amateur Championship im vergangenen Jahr im Play-off gewonnen.
Spitze eng zusammen
Hinter Mutikainen und Franck ist das Feld dicht gestaffelt. Max Hopkins, Noah Westh-Buske aus Dänemark und der Engländer Jake Sowden teilen sich mit jeweils -9 Rang drei.
Hopkins war nach seiner 66 (-7) vom Auftakt auch am Samstag fast perfekt in die zweite Runde gestartet. Der Brite lag nach sechs Löchern bereits vier unter Par. Ein Doppelbogey auf Loch 11 sowie Bogeys auf 15 und 16 kosteten ihn anschließend Schläge. Mit Birdies auf den beiden Schlusslöchern begrenzte der Engländer den Rückstand und unterschrieb eine 71 (-2).
"Auf den ersten neun Löchern lief einfach alles rund: Ich habe den Ball nah an das Loch gebracht und meine Putts versenkt. In der Mitte hatte ich zwar einen ziemlichen Einbruch, aber dank eines guten Finales konnte ich am Ende doch noch etwas herausholen.
Die EAOM ist eine gute Initiative, die einem das ganze Jahr über ein Ziel gibt, auf das man hinarbeiten kann.
Als Sieger bei der BMW International Open mitspielen zu dürfen, ist definitiv ein Ansporn, der einen dazu motiviert, hier die Trophäe zu gewinnen", kommentierte der Engländer Tag und Ausgangslage vor der Finalrunde.
Der Führende des ersten Tages konnte dagegen nicht an seine bogeyfreie 65 anknüpfen. Youp Orsel benötigte diesmal 73 Schläge und blieb damit Even Par. Mit gesamt -8 teilt sich der Niederländer Rang sechs mit Studzinski.
Damit liegen vor der Schlussrunde neun Spieler innerhalb von nur vier Schlägen.
64 Spieler gehen am Sonntag in die Finalrunde. Ab 8.00 Uhr wird gestartet, der Leaderflight mit Mutikainen, Franck und Jake Sowden aus England startet um 9.50 Uhr.







