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Youp Orsel aus den Niederlanden bringt eine bogeyfreie 65 (-8) ins Recording | © DGV/STEBL

Orsel eröffnet mit starker 65

Mittenwalde – 115 Spieler aus 13 Nationen sind bei der 85. Auflage der Bernhard Langer International Amateur Championship am Start. Die Bedingungen spielten zum Auftakt bestens mit. Bei angenehmen Temperaturen gab es im Süden der Bundeshauptstadt praktisch keinen Wind. Rund ein Drittel des Feldes nutzte die guten Voraussetzungen und blieb unter Par.
 

Die nach Handicap nominell stärkere Hälfte des Feldes war am Vormittag auf die Runde gegangen, die zweite Startgruppe folgte ab 12.30 Uhr. Bei diesem Feld kann man nicht von schwächerer Hälfte sprechen: Die Spanne reicht von -5,9 bis -0,4. Wie erwartet kamen die tiefsten Scores des ersten Tages aber dennoch aus den frühen Startzeiten.
 

An die Spitze setzte sich Youp Orsel aus den Niederlanden. Der erst 16 Jahre alte Niederländer blieb auf seinen 18 Löchern ohne Bogey und spielte allein auf seiner Back Nine, der C-Schleife des Berliner G&CC Motzener See, sechs Birdies. Vier davon gelangen ihm zum Abschluss in Serie. Mit seiner 65 (-8) egalisierte Orsel gleichzeitig seinen bislang besten Score und war entsprechend happy: „Heute lief alles sehr solide. Es gab keinen bestimmten Aspekt meines Spiels, der besonders hervorstach, aber insgesamt war ich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Der Platz am Motzener See ist fantastisch! Ich liebe besonders die Löcher mit den von Bäumen gesäumten Fairways. Man muss bei jedem Schlag absolut konzentriert und aufmerksam bleiben.“
 

Der Niederländer kennt große internationale Felder. Im vergangenen Jahr gewann er die Italian International U16 Championship Teodoro Soldati Trophy, im Frühjahr verpasste er bei der German International Amateur Boys Open in Bad Saarow als Vierter das Podium nur knapp. Als seinen bislang größten Erfolg nennt er selbst die Teilnahme an der Jacques-Léglise-Trophy. Auch das Turnierformat in Motzen gefällt ihm: „Das German Am ist ein großartiges Turnier. Es ist sehr gut organisiert, und jetzt, da es Teil der EAOM ist und die Möglichkeit bietet, eine Wildcard für die DP World Tour zu gewinnen, ist es sogar noch besser. Mit meinem Ergebnis von -8 habe ich außerdem meinen bisherigen Bestwert egalisiert. Ich habe heute aber definitiv nicht alles versenkt, da ist also noch Luft nach oben.“

Zwei 66er auf Rang zwei

Nur einen Schlag mehr benötigten Max Hopkins und Migel Mutikainen. Hopkins spielte ebenfalls bogeyfrei. Der 23 Jahre alte Engländer kam mit 66 (-7) ins Recording und bestätigte damit seine gute Saison, in der er unter anderem Dritter der Lytham Trophy wurde und in den Kader der englischen Herrenmannschaft aufgenommen wurde. „Ich habe heute einfach solides Golf gespielt, bin gut an die Grüns herangekommen und habe ein paar schöne Putts versenkt. Der Platz sieht sehr gut aus und man muss vom Abschlag aus gut spielen, um sich eine Chance zu sichern“, sagte Hopkins. „Das Turnier wirkt sehr einladend und ist gut organisiert. Ich habe dieses Jahr wirklich viele solide Ergebnisse erzielt; meine wichtigsten Erfolge sind, dass ich in den Kader der englischen Herrenmannschaft aufgenommen wurde und diese bei verschiedenen Anlässen vertreten durfte. Diese -7 ist zwar nicht mein niedrigstes Ergebnis, aber definitiv eines meiner besseren“, so Hopkins.
 

Schlaggleich liegt Migel Mutikainen auf Rang zwei. Der 17-jährige Finne brachte neben fünf Birdies auch ein Eagle auf seiner Karte unter. Mutikainen war bereits im Frühjahr in Brandenburg am Start und belegte bei der German International Amateur Boys Open in Bad Saarow Platz 21. Nach zwei Siegen auf der Finnish Junior Tour in den vergangenen beiden Wochen kam er mit guten Ergebnissen und frischem Selbstvertrauen im Gepäck nach Mittenwalde. „Heute habe ich viele Fairways getroffen, viele Grüns erreicht und mir viele gute Birdie-Chancen erarbeitet. Das Chippen lief heute großartig. Die Chips lagen alle höchstens noch einen Meter neben dem Loch. Der Golfplatz ist gut! Vom Abschlag aus darf man bei bestimmten Löchern keinen großen Fehlschlag machen, aber die Grüns sind relativ einfach geneigt“, so Mutikainen. Die 66 war für ihn eine persönliche Bestmarke: „Das Turnier ist gut organisiert. Es ist ein gutes Gefühl, nach Deutschland zu kommen und zu wissen, dass das Turnier gut werden wird. Mein bisher größter Erfolg war die Teilnahme an der Fairhaven Trophy in England und der zweite Platz. -7 ist meine beste Turnierrunde bisher.“

Scheublein bester Deutscher

Direkt hinter dem Führungstrio liegt Luca Scheublein. Der 26-Jährige vom GC Olching spielte eine fehlerfreie 67 (-6) und brachte vier Birdies sowie ein Eagle ins Clubhaus. Besonders spektakulär fiel der Abschluss aus. Auf der 452 Meter langen 18, einem Par 5, hatte der aus Schweinfurt stammende Bayer noch ein Eisen 8 ins Grün. Der Ball blieb unmittelbar neben dem Loch liegen, der anschließende Putt zum Eagle war kurz. Damit geht Scheublein als Vierter in die zweite Runde.
 

Auf dem geteilten fünften Platz folgen mit jeweils 68 (-5) die beiden Dänen Noah Westh-Buske und Magnus Becker Frederiksen.
 

Dahinter ist die deutsche Präsenz groß. Ruwald Ausborn jun. vom GC Am Habsberg, Maximilian Franck vom GC Bayreuth, Tim Maximilian Brohl vom GC Rhein-Sieg, David Fuchs vom GC St. Leon-Rot, Dario Rückwarth vom Münchener GC und Moritz Küls vom GC Neuhof teilen sich nach jeweils 69 (-4) Rang sieben.

Große deutsche Blöcke

Mehrere Clubs sind in Motzen mit größeren Gruppen vertreten. Der GC Am Habsberg reist nur kurze Zeit nach dem spektakulären Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft beim Final Four mit vier Spielern an. Neben Ruwald Ausborn stehen Marian Ludwig, Niklas Scharbauer und Sebastian Volk im Feld.
 

Der GC St. Leon-Rot hat fünf Spieler im Wettbewerb. Noch größer ist die Gruppe des G&LC Berlin-Wannsee: Der Club, der Luftlinie nur rund 20 Kilometer vom Motzener See entfernt liegt, ist bei seinem Fast-Heimspiel mit sieben Athleten vertreten.
 

International ist das Feld mit sechs Iren, jeweils fünf Finnen und Niederländern, vier Engländern, jeweils drei Österreichern und Tschechen, jeweils zwei Schweizern, Dänen, Italienern und Franzosen sowie einem Spanier und einem Schweden besetzt.
 

Zwischen dem jüngsten und ältesten Teilnehmer liegen dabei fast 25 Jahre. Max Neubauer vom GC Hannover wird erst im November 15 Jahre alt. Mark Bischoff vom Club zur Vahr feiert im Dezember seinen 40. Geburtstag.

Langer und Motzen

Dass die German International Amateur Championship seit dem vergangenen Jahr den Namen Bernhard Langers trägt, passt besonders zu ihrem Austragungsort. Der Berliner G&CC Motzener See ist seit den 1990er-Jahren eng mit dem zweimaligen Masters-Sieger verbunden.
 

Von 1994 bis 1997 gastierten hier vier Jahre in Folge die German Masters der European Tour. Seve Ballesteros, Anders Forsbrand und Darren Clarke trugen sich zunächst in die Siegerliste ein, ehe Bernhard Langer 1997 selbst gewann. Im selben Jahr brauchte er in der zweiten Runde nur 60 Schläge. Die war und ist bis heute seine tiefste Turnierrunde in der schier unendlich langen Profikarriere und bis heute Platzrekord in Motzen.
 

Auch organisatorisch war die Familie Langer eng mit dem Turnier verbunden. Bernhards Bruder Erwin fungierte als Turnierchef. Eine Besonderheit jener Jahre war die Anreise zahlreicher Spieler: Mit Unterstützung des damaligen Deutsche-Bahn-Chefs Heinz Dürr fuhr ein Sonderzug vom Bahnhof Zoo direkt nach Motzen.

 

2025 kehrte die große internationale Bühne mit der erstmals unter dem Namen Bernhard Langer International Amateur Championship ausgetragenen IAM der Männer zurück. Richard Saunders vom GC Hubbelrath gewann das Turnier damals im Play-off.

Cut nach Runde zwei

Am zweiten Wettkampftag geht es für das Feld zunächst um die Ausgangslage für den Sonntag. Nach 36 Löchern gibt es einen Cut.  Nur die besten 60 Spieler ziehen in die Finalrunde auf der Anlage des Berliner G&CC Motzener See ein.
 

Youp Orsel startet mit einem Schlag Vorsprung auf Max Hopkins und Migel Mutikainen in Runde zwei. Luca Scheublein liegt als bester Deutscher zwei Schläge hinter der Spitze.
 

Am Samstag wird wieder ab 8.00 Uhr gestartet. Die Hälfte des Feldes, die am ersten Tag ab Mittag gespielt hat, wir am zweiten von drei Wettkampftagen am Morgen auf die Runde gehen. Die derzeit führenden Spieler sind im zweiten Startblock ab 12.30 Uhr gefordert.
 

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