Heike Werres macht Leverkusen zum Meister
Wiesbaden. Auf der 18. Bahn des GC Nahetal trafen am Finaltag zwei Wege zusammen. Der GC Leverkusen hatte das Turnier von Beginn an angeführt: als Sieger der Zählspiel-Qualifikation mit 421 Schlägen (+61), dann am 2. Turniertag mit sieben gewonnenen Duellen, die allesamt vorzeitig entschieden waren. Der GC Wörthsee dagegen war als Sechster gestartet und hatte sich über einen verdutzten Hamburger GC und ein dramatisches Stechen gegen Titelverteidiger Krefeld ins Endspiel gekämpft. Beim Stand von 2:2 hing nun alles an einem letzten Match. Die frühere Nationalspielerin Heike Werres (GC Leverkusen) ging mit Sabine Urban (GC Wörthsee) all square auf die letzte reguläre Spielbahn und gewann diese per 1auf. Leverkusen ist Deutscher Meister.
Ein Finale, das bis zum Schluss offen blieb
Bei strahlendem Sonnenschein und bis zu 28 Grad legte Leverkusen zunächst vor. Nicol Elshoff, am Eröffnungstag mit einer 81 die Beste ihres Teams, gewann gegen Simone Schießl mit 4&3 und holte den ersten Punkt. Wörthsee antwortete im Vierer, der erst auf der 18 entschieden wurde. Gabriele Becker und Gundula Ruttinger, auf der 16 noch mit 2auf vorn, retteten einen knappen 1auf-Sieg gegen Britta Hasselmann und Tatjana Röller ins Ziel. Kurz darauf stellte Yvonne Hageleit-Schreckenberg mit einem 4&3 gegen Birgit Schwenter die Leverkusener Führung wieder her.
Dann schlug Nina Schüller erneut zu. Die Wörthseerin, die tags zuvor das Stechen gegen Krefeld gewonnen hatte, besiegte Sandra Michel mit 3&2. 2:2 stand es nun – und alle Blicke richteten sich auf das letzte Match. Dort hatte sich das Bild zuvor gedreht. Werres hatte nach 15 Löchern noch mit 2auf geführt, doch Urban holte sich die 16 und die 17 und glich aus. Das süddeutsche Team zeigt einmal mehr nach Stärke und Nerven im späten Spielverlauf und reißt das Momentum an sich. Doch die erfahrene Heike Werres behält auf der 18 die Nerven, gewinnt das Loch für sich und den Titel für ihre Mannschaft.
Für Wörthsee bleibt Silber, und das nach einem fantastischen Turnier voller Aufholjagden gegen starke Gegnerinnen. Vor dem Turnier hätte wohl kaum jemand die(se) Bayerinnen im Finale erwartet.
„Diesen Bann haben wir gebrochen“
Wie überraschend der Titel selbst für die eigene Mannschaft kam, machte Tatjana Röller deutlich. Dabei hatte Leverkusen in diesem Jahr schon gezeigt, was im Team steckt, und den NRW-Titel im Lochspiel gegen Krefeld gewonnen. „Unser Ziel war es, die DMM unter den ersten Acht zu beenden“, sagt Röller. „Dass wir es jetzt wirklich so geschafft haben, das ist schon richtig stark. Alle haben ihre Punkte erarbeitet, das war eine absolute Mannschaftsleistung.“ Der Erfolg sei allerdings kein Zufall gewesen: „Wir haben uns auf diese Saison und dieses Turnier sehr gut vorbereitet und sehr viel trainiert. Da steckt viel Arbeit drin. Wir wollten uns verbessern, und das ist uns gelungen. Wir hatten zudem viele Unterstützer dabei, und ja, unser Matchplan ist aufgegangen.“
Und dann gab es noch eine Pointe, die jeder versteht, der die Fußballgeschichte der Stadt kennt. Lange genug musste sich Leverkusen den Spottnamen „Vizekusen“ anhören, weil Bayer 04 so oft knapp am Titel vorbeigeschrammt ist. „Wir kommen aus Vizekusen“, sagt Röller. „Diesen Bann haben wir gebrochen.“
Auf dem Platz des GC Nahetal war vor allem Taktik gefragt. Grüns und Vorgrüns präsentierten sich in sattem Grün, die Fairways waren nach dem trockenen Sommer, wie auf vielen Anlagen, fest und schnell. „Der Roll war immens“, sagt Röller. „Darauf muss man sich einstellen und vielleicht auch mal vorsichtiger spielen.“ Ein großes Lob hatte sie für die Gastgeber: Das Team des GC Nahetal sei sehr freundlich gewesen und mit vielen Freiwilligen im Einsatz.
Krefeld holt Bronze
Und die Vorjahresmeister? Der Gold-Hattrick war für den Krefelder GC am Vortag geplatzt, ohne Medaille reisen die Titelträgerinnen der vergangenen beiden Jahre aber nicht ab. Im Spiel um Platz drei gewannen sie mit 4:1 gegen den Münchener GC. Christa Wellershoff und Désirée Spandau holten den Vierer mit 2&1, Petra Schläger besiegte Judith von Gumppenberg deutlich mit 5&4, Anja Heilingbrunner gewann gegen Anna Caroline Wöhr mit 3&2. Anke Kopecky und Susanne Engels, die im Playoff ihres Halbfinales so unglücklich unterlag, teilten ihre Matches mit Petra Himmel und Tanja Morant. Morant hatte eine Woche zuvor mit dem Münchener GC noch den Titel der DMM AK 30 gewonnen.
Im Hamburger Stadtduell um Platz fünf setzten sich die Frauen des Hamburger GC mit 3,5:1,5 gegen den GC Hamburg Wendlohe durch. Franca Fehlauer (2auf), Fenja Fehlauer (3&2) und Maggie Overmann (2&1) gewannen ihre Einzel, Tatjana Schorbach teilte ihr Match mit Wiebke Voss. Platz sieben ging an den GC Neuhof, der den Stuttgarter GC Solitude mit 4:1 besiegte.
Ergebnisse Finaltag, Flight A
Spiel um Platz 1: GC Leverkusen – GC Wörthsee 3:2
Hasselmann/Röller – Becker/Ruttinger 0:1 (1auf) · Werres – Urban 1:0 (1auf) · Elshoff – Schießl 1:0 (4&3) · Michel – Schüller 0:1 (3&2) · Hageleit-Schreckenberg – Schwenter 1:0 (4&3)
Spiel um Platz 3: Krefelder GC – Münchener GC 4:1
Wellershoff/Spandau – Véquaud-Hentzen/Renner 1:0 (2&1) · Kopecky – Himmel 0,5:0,5 (AS) · Heilingbrunner – Wöhr 1:0 (3&2) · Schläger – von Gumppenberg 1:0 (5&4) · Engels – Morant 0,5:0,5 (AS)
Spiel um Platz 5: Hamburger GC – GC Hamburg Wendlohe 3,5:1,5
Voß/Grüber – Burschberg/Andersen 0:1 (2&1) · F. Fehlauer – Paschke 1:0 (2auf) · Fe. Fehlauer – Witte 1:0 (3&2) · Overmann – Denkner 1:0 (2&1) · Schorbach – Voss 0,5:0,5 (AS)
Spiel um Platz 7: GC Neuhof – Stuttgarter GC Solitude 4:1
Schulz/Fünfstück – Wolf/Bree 1:0 (2&1) · Baatz – Eckert 1:0 (2&1) · Zipf – Wustrack 1:0 (3&1) · Thomas – Preissing 0,5:0,5 (AS) · Zollweg – Egner 0,5:0,5 (AS)
Endstand:
1. GC Leverkusen
2. GC Wörthsee
3. Krefelder GC
4. Münchener GC
5. Hamburger GC
6. GC Hamburg Wendlohe
7. GC Neuhof
8. Stuttgarter GC Solitude
9. GC Neuhof
10. G&LC Berlin-Wannsee
11. GC Chieming
12. Club zur Vahr
13. GC Wildenrath
13. GC Westerwald
15. GC St. Leon-Rot
16. Burgdorfer GC








