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Archivbild: Nicol Elshoff und ihr GC Leverkusen führen die Tabelle nach der Zählspiel-Qualifikation an. | © DGV/ Tiess

Leverkusen führt, Krefeld lauert

Wiesbaden. An diesem Tag war keine Runde unter 77 Schlägen zu haben. Wer sehen wollte, wie sehr der Platz des GC Nahetal fordert, musste nur auf die Ergebnisliste schauen: 16 Mannschaften, 96 gespielte Runden, und die beste davon lag fünf Schläge über Par. Gespielt hat sie Franca Fehlauer (Hamburger GC), die gerade erst am vorangegangenen Wochenende die DMM AK 30 mitgespielt hatte. Zum besten Team machte sich an diesem Eröffnungstag aber eine Mannschaft, die ohne einen solchen Ausreißer nach oben auskam. Der GC Leverkusen führt nach der Zählspiel-Qualifikation mit 421 Schlägen (+61), Gleichmäßigkeit war hier das Gebot der Stunde. Nicol Elshoff (GC Leverkusen) spielte 81 (+9), Sandra Michel 82 (+10), Yvonne Hageleit-Schreckenberg 83 (+11). Dazu kamen Tatjana Röller mit 87 (+15) und Heike Werres mit 88 (+16). So schloss Leverkusen einen Tag ab, an dem vielen Konkurrentinnen genau diese Tiefe fehlte.

 

Den Überblick über die Tabelle sollte man sich trotzdem genau ansehen, denn nur sechs Schläge hinter Leverkusen steht der Krefelder GC mit 427 Schlägen (+67). Krefeld hat die vergangenen beiden Titel geholt und ist zumindest gedanklich mit dem Ziel Hattrick an die Nahe gereist. Petra Schläger (Krefelder GC) führte ihr Team mit 83 Schlägen an, dahinter folgten Anja Heilingbrunner und AK-50-Nationalspielerin Susanne Engels mit je 85. Die Ausgangslage für den Titelverteidiger ist so gut wie eh und je, denn im Lochspiel zählen die Schläge vom Eröffnungstag nicht mehr - und doch ist dieser starke zweite Platz für sich schon ein deutliches Statement. Auf Rang drei liegt mit 429 Schlägen (+69) der Hamburger GC, getragen von der 77 von Franca Fehlauer. Die nächstbeste Hamburger Runde lag allerdings zehn Schläge darüber.
 

Ein Schlag entscheidet über den Meisterschafts-Flight

Hinter dem Spitzentrio ging es denkbar eng zu. Der Stuttgarter GC Solitude mit 439 (+79), der Münchener GC mit 441 (+81) und der GC Wörthsee mit 442 (+82) sicherten sich ihre Plätze in Flight A. Beim Münchener GC war auch Tanja Morant dabei, die eine Woche zuvor mit ihrem Club den Titel der DMM AK 30 gewonnen hatte. Der GC Neuhof und der GC Hamburg Wendlohe kamen punktgleich auf jeweils 443 Schläge (+83). Den Ausschlag gab das bessere Streichergebnis: 95 Schläge bei Neuhof gegen 96 bei Wendlohe, also Platz sieben für Neuhof. Aber selbst wenn: Für beide Mannschaften war noch Platz in der Titelgruppe. Ganz bitter endete der Tag dagegen für den GC Chieming. Mit 444 Schlägen (+84) fehlte den Bayerinnen ein einziger Schlag zu Flight A.

 

Noch härter traf es den G&LC Berlin-Wannsee. Im vergangenen Jahr stand Wannsee noch im Finale gegen Krefeld, jetzt ist das Team mit 455 Schlägen (+95) nur Elfter. Daran änderte auch Senioren-Nationalspielerin Sibylle Gabler (G&LC Berlin-Wannsee) nichts, die mit 80 Schlägen die zweitbeste Runde des gesamten Feldes spielte.
 

Golf über dem Nahetal

Dass der GC Nahetal einmal eine Deutsche Meisterschaft ausrichten würde, war bei seiner Gründung wohl kaum vorstellbar. Die Idee entstand im April 1971 in einem Partykeller in Bad Kreuznach, schon am 26. Mai desselben Jahres wurde der Club gegründet. In Rheinland-Pfalz gab es damals nur zwei Golfplätze. Die ersten Schwünge übten die Mitglieder auf einem Acker neben der Bahnlinie in Ebernburg, 1976 wurden die ersten fünf Bahnen eingeweiht, der Club hatte damals 33 Mitglieder. Fast zwei Jahrzehnte dauerte die Aufbauphase mit viel Eigenleistung, ehe der Platz schrittweise auf 18 Löcher erweitert wurde. In diesem Jahr wird der Club nun 55 Jahre alt.

 

Der Platz „Drei Buchen“ liegt hoch über Bad Münster am Stein-Ebernburg in einem Waldgebiet, die Anfahrt führt durch Weinberge. Die Anlage ist hügelig und wird von dichtem, altem Baumbestand eingerahmt. Einige Bahnen sind sehr eng und führen deutlich bergauf oder bergab. Schon die 1 ist ein Dogleg, das ins Tal hinunter gespielt wird. Die 13, ein knapp 400 Meter langes Par 4, bietet einen spektakulären Blick auf den Rotenfels. Wer abkürzen will, muss den Ball fast 200 Meter über die linke Ecke tragen.
 

Die Viertelfinals

Das Wetter spielte am Eröffnungstag mit. Nach einem kühlen Morgen mit nur rund vier Grad schien bald die Sonne, am Nachmittag wurde es bis zu 23 Grad warm, der Wind blieb schwach. Am 2. Turniertag geht es im Lochspiel weiter. Leverkusen trifft auf Hamburg Wendlohe, Stuttgart auf München, Krefeld auf Neuhof und der Hamburger GC auf Wörthsee.

 

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