Leverkusen marschiert - Wörthsee stoppt Krefeld im Stechen
Wiesbaden. Kurz bevor die Entscheidung im GC Nahetal fiel, schienen die Titelverteidigerinnen kaum noch einholbar. Mit 2:0 hatte der Krefelder GC im Halbfinale gegen den GC Wörthsee geführt, und der Weg ins dritte Finale in Folge schien frei. Doch am Ende des Nachmittags stand stattdessen Wörthsee im Endspiel. Die Bayerinnen kämpften sich Match um Match zurück, retteten sich ins Stechen und gewannen dieses am zweiten Extraloch. Damit ist der Titel-Hattrick für Krefeld nunmehr eine Idee aus der Vergangenheit.
Die Aufholjagd
Zunächst lief alles für den Titelverteidiger. Anke Kopecky (Krefelder GC) holte mit einem 3&2 gegen Gundula Ruttinger (GC Wörthsee) den ersten Punkt. Christa Wellershoff und Désirée Spandau legten im Vierer mit 2auf gegen Birgit Schwenter und Sabine Urban nach: 2:0 für die Krefelder Seniorinnen, die nun auch noch eine echte Trumpfkarte in der Hand hielten: Nationalspielerin Susanne Engels. Die spielstarke Erfolgsgarantin allerdings verpasste den Matchball, obwohl sie 1auf in Führung liegend auf die letzte Spielbahn ging: Engels verlor das Loch und teilte ihr Spiel gegen Simone Schießl.
Damit stand es 2,5:0,5 - und das Blatt wendete sich abrupt. Denn nun war die Wörthsee'er Schlussspielerin Nina Schüller an der Reihe, am Eröffnungstag mit einer 81 die Beste ihres Teams. Gegen Petra Schläger, ihrerseits die Krefelderin in der Zählspiel-Qualifikation, ließ sie nichts anbrennen und gewann nach sieben spielten Bahnen mit 4&2. Und die davor spielende Gabriele Becker drehte ihr Duell gegen Anja Heilingbrunner, das nach sechs Löchern noch ausgeglichen gewesen war, und siegte mit 2&1. Beim Stand von 2,5:2,5 musste das Stechen entscheiden.
Für Krefeld spielte Susanne Engels, für Wörthsee Nina Schüller. Das erste Extraloch brachte noch keine Entscheidung, beide spielten Par. Umso dramatischer wurde das zweite. Engels verzog ihren Abschlag in den Wald,. Der Rettungsschlag machte alles noch schlimmer: Der Ball traf einen Baum und sprang noch tiefer in den Wald. Erst mit dem vierten Schlag lag sie auf dem Grün. Schüller landete mit ihrem zweiten Schlag im Grünbunker, spielte den Ball aber auf gut anderthalb Meter an die Fahne. Dann setzte Engels ihren Bogeyputt haarscharf am Loch vorbei, und Schüllers kurzer Putt wurde geschenkt. Damit war das Stechen entschieden, und Wörthsee stand im Finale.
Für Wörthsee war es schon das zweite Mal an diesem Tag, dass die Papierform nicht galt. Als Sechste der Qualifikation hatten die Bayerinnen am Vormittag den notorisch starken Hamburger GC mit 3:2 besiegt - und hatten dabei um Haaresbreite ein Stechen vermeiden können. Tatjana Schorbach holte zwar einen Punkt für Hamburg (2&1 gegen Schwenter), doch Schießl gewann gegen Maggie Overmann mit 2auf und Urban gegen Fenja Fehlauer mit 1auf. Der Vierer und das Match zwischen Schüller und Franca Fehlauer endeten unentschieden.
Leverkusen bleibt Spitze
Die Siegerinnen der Zählspiel-Qualifikation hielten dem Druck der Lochspiele stand, und das auf eine bemerkenswerte Art: Jedes seiner sieben gewonnenen Matches war vorzeitig entschieden. Im Viertelfinale ließ das Team dem GC Hamburg Wendlohe mit 4:1 wenig Chancen. Sandra Michel (GC Leverkusen) siegte mit 5&4 gegen Wiebke Voss, Britta Hasselmann und Tatjana Röller gewannen den Vierer mit 3&2, Nicol Elshoff und Heike Werres jeweils mit 2&1. Den einzigen Wendloher Punkt holte Michaela Witte, die sich erst am letzten Loch mit 1auf gegen Yvonne Hageleit-Schreckenberg durchsetzte.
Im Halbfinale gegen den Münchener GC wurde es enger, doch das Muster blieb. Hasselmann und Röller gewannen den Vierer mit 2&1, Michel siegte gegen Beate Heynitz mit 4&2. München hatte allerdings eine starke Antwort: Tanja Morant (Münchener GC) besiegte Elshoff mit 3&2 und gewann damit ihr zweites Match an diesem Tag. Petra Himmel setzte sich gegen Werres sogar mit 4&3 durch. Den entscheidenden Punkt holte Hageleit-Schreckenberg, die gegen Judith von Gumppenberg ebenfalls vorzeitig mit 2&1 gewann. Die Westdeutschen holen damit den entscheidenden Punkt zum 3:2 und stehen im Finale.
Dabei hatten sich die ambitionierten Münchnerinnen am Vormittag noch mit 3:2 gegen den Stuttgarter GC Solitude durchgesetzt. Himmel und Morant gewannen jeweils mit 3&2, von Gumppenberg mit 1auf. Krefeld kam gegen den GC Neuhof ebenfalls mit 3:2 weiter, getragen vom Vierersieg von Wellershoff und Spandau (1auf) und dem 2auf-Erfolg von Kopecky gegen Anja Lundberg. Die Bedingungen an diesem zweiten Turniertag waren ideal: Unter sonnigem Himmel stiegen die Temperaturen nach einem kühlen Morgen auf bis zu 26 Grad, der Wind bleib schwach.
Hamburger Duell um Platz fünf
In den Spielen um die Plätze 5 bis 8 setzten sich zwei Hamburger Clubs durch. Der GC Hamburg Wendlohe gewann gegen den Stuttgarter GC Solitude mit 3,5:1,5. Stephanie Burschberg und Thekla Andersen holten den Vierer deutlich mit 4&3, Wiebke Voss und Svenja Paschke gewannen ihre Einzel jeweils mit 3&2. Der Hamburger GC besiegte den GC Neuhof ebenfalls mit 3,5:1,5. Christine Hellmann und Katharina Schwarzhaupt gewannen den Vierer mit 2&1, Fenja Fehlauer legte mit dem gleichen Ergebnis nach. Die drei übrigen Einzel endeten alle unentschieden.
Am Finaltag spielen der GC Leverkusen und der GC Wörthsee über bis zu 18 Löcher um den Titel. Um Bronze spielt Vorjahresmeister Krefeld gegen den Münchener GC. Im Spiel um Platz fünf kommt es zum Hamburger Stadtduell zwischen dem GC Hamburg Wendlohe und dem Hamburger GC, um Platz sieben spielen der Stuttgarter GC Solitude und der GC Neuhof.
Ergebnisübersicht Viertelfinals
GC Leverkusen – GC Hamburg Wendlohe 4:1
Hasselmann/Röller – Burschberg/Reisgen 1:0 (3&2) · Hageleit-Schreckenberg – Witte 0:1 (1auf) · Elshoff – Denkner 1:0 (2&1) · Michel – Voss 1:0 (5&4) · Werres – Paschke 1:0 (2&1)
Münchener GC – Stuttgarter GC Solitude 3:2
Wöhr/Danesitz – Wustrack/Lahrs 0:1 (1auf) · Himmel – Preissing 1:0 (3&2) · Renner – Eckert 0:1 (3&2) · von Gumppenberg – Egner 1:0 (1auf) · Morant – Wolf 1:0 (3&2)
Krefelder GC – GC Neuhof 3:2
Wellershoff/Spandau – Schulz/Thomas 1:0 (1auf) · Engels – Baatz 0:1 (2auf) · Schläger – Zipf 0,5:0,5 (AS) · Kopecky – Lundberg 1:0 (2auf) · Heilingbrunner – Schneider 0,5:0,5 (AS)
GC Wörthsee – Hamburger GC 3:2
Ruttinger/Becker – Hellmann/Schwarzhaupt 0,5:0,5 (AS) · Schwenter – Schorbach 0:1 (2&1) · Schießl – Overmann 1:0 (2auf) · Schüller – F. Fehlauer 0,5:0,5 (AS) · Urban – Fe. Fehlauer 1:0 (1auf)
Ergebnisübersicht Halbfinals
GC Leverkusen – Münchener GC 3:2
Hasselmann/Röller – Wöhr/Danesitz 1:0 (2&1) · Elshoff – Morant 0:1 (3&2) · Michel – Heynitz 1:0 (4&2) · Werres – Himmel 0:1 (4&3) · Hageleit-Schreckenberg – von Gumppenberg 1:0 (2&1)
GC Wörthsee – Krefelder GC 2,5:2,5 (Wörthsee gewinnt das Stechen am zweiten Extraloch)
Schwenter/Urban – Wellershoff/Spandau 0:1 (2auf) · Ruttinger – Kopecky 0:1 (3&2) · Schießl – Engels 0,5:0,5 (AS) · Schüller – Schläger 1:0 (4&2) · Becker – Heilingbrunner 1:0 (2&1)
Ergebnisübersicht für die Spiele um die Positionen 5 bis 8
GC Hamburg Wendlohe – Stuttgarter GC Solitude 3,5:1,5
Burschberg/Andersen – Wustrack/Lahrs 1:0 (4&3) · Voss – Preissing 1:0 (3&2) · Witte – Eckert 0,5:0,5 (AS) · Denkner – Egner 0:1 (2&1) · Paschke – Wolf 1:0 (3&2)
Hamburger GC – GC Neuhof 3,5:1,5
Hellmann/Schwarzhaupt – Schulz/Thomas 1:0 (2&1) · F. Fehlauer – Baatz 0,5:0,5 (AS) · Overmann – Zipf 0,5:0,5 (AS) · Schorbach – Lundberg 0,5:0,5 (AS) · Fe. Fehlauer – Schneider 1:0 (2&1)







