Bochum knüpft an seine goldene Ära an
Wiesbaden. Beim Bochumer GC kennt man das Gefühl, Deutscher Meister zu sein. Von 2018 bis 2022 holten die Senioren aus dem Ruhrgebiet den Titel viermal. Umso größer war der Jubel, als es am Finaltag im Golf-Klub Braunschweig wieder so weit war. Bochum hatte sich den Titel mit einem Durchmarsch verdient. Als Fünfter der Zählspiel-Qualifikation mit 382 Schlägen (+27) gestartet, besiegte das Team am 2. Turniertag erst den Vorjahresfinalisten Hamburger GC und dann den Titelverteidiger Golf-Klub Braunschweig, der nach dem Eröffnungstag mit 374 Schlägen (+19) geführt hatte. Im Finale gegen den Stuttgarter GC Solitude, Zweiter der Qualifikation, stand am Ende ein 3:2. Bei teils sonnigem Himmel, bis zu 25 Grad und nur schwachem Wind war das Ergebnis allerdings deutlich klarer, als die Zahlen vermuten lassen.
Ein Finale ohne Zittern
Den Auftakt machte der Vierer. Christian Schabram und Christoph Rösen (beide Bochumer GC) gewannen gegen Hans-Christian Brockmann und Peter Ziegler (beide Stuttgarter GC Solitude) deutlich mit 5&3. Nur eine Spielgruppe später glich Lutz Mieschke mit dem gleichen Ergebnis gegen Thomas Kolen aus. Danach übernahm Bochum wieder die Kontrolle. Ulrich Schulte, schon nach 14 Löchern mit 3auf vorn, gewann gegen Jörg Peter Paulus mit 4&2 und stellte auf 2:1.
Damit war die Entscheidung bereits gefallen, auch wenn noch zwei Matches liefen. Denn zu diesem Zeitpunkt lag Ekkehart H. Schieffer nach der 15 mit 3auf dormie gegen Ingmar Peitz, Thorsten Brümmer nach der 17 mit 1auf dormie gegen Steven Kelbrick. Beide konnten ihre Matches nicht mehr verlieren und würden mindestens jeweils einen halben Punkt ins Clubhaus bringen. Bochum war der Titel also nicht mehr zu nehmen. Schieffer und Peitz teilten sich den Punkt also zugunsten einen frühen Feierabends, Brümmer und Kelbrick ihr Match ebenfalls. Offiziell lautet das Ergebnis 3:2.
Schlüsselsieg im Halbfinale
Für Schieffer war der Titel das Ergebnis einer Mannschaftsleistung. „Unsere Mannschaft harmoniert gut“, sagt er. „Wir hatten alle Duelle gut gesetzt, und alle haben ihre Leistung gebracht. Ich denke, wir hätten heute vier Punkte geholt.“ Den Schlüssel sah er aber schon im Halbfinale. „Favorit war für mich Braunschweig. Eine starke Mannschaft und ein spezieller Platz mit nicht ganz einfachen Grüns“, sagt Schieffer. „Für uns galten die Jungs im Vorfeld als nicht schlagbar. Insofern war es für uns eine besondere Herausforderung, Braunschweig zu schlagen. Aber die Braunschweiger hatten da wahrscheinlich nicht ihren besten Tag.“
Der Vergleich mit der goldenen Ära führt ihn auch zu einer Beobachtung über den Wettbewerb. Die ersten beiden Titel 2018 und 2019 gewann Bochum noch im klassischen Zählspiel, erst danach wurde auf Lochspiel umgestellt. „In den letzten Jahren ist die Leistungsspitze deutlich breiter geworden“, sagt Schieffer. „Die Mannschaften haben sich klar verbessert und bekommen Zuwachs aus umliegenden Clubs und aus ihren jüngeren Altersklassen.“ Freude machte ihm auch das Abschneiden seines Landesverbands: „Für mich persönlich ist es schön, dass drei NRW-Teams unter den letzten acht waren. Marienburg war für mich übrigens ein Geheimfavorit, genauso wie Frankfurt und Stuttgart.“
Bronze für den Jubilar
Wie stark die Braunschweiger sind, zeigten sie im Spiel um Platz drei. „Heute waren sie gegen Frankfurt, die auch stark sind, sehr dominant“, sagt Schieffer. Mit 4,5:0,5 besiegte der Gastgeber den Frankfurter GC und sicherte sich im 100. Jahr der Klubgeschichte eine nationale Medaille. Götz Straßburg und Lorenz Rudek gewannen den Vierer gegen Eric Harm de Jonge und Christian Zipf mit 5&4. Johannes Buchler und Andreas Stamm siegten jeweils mit 2&1, Hans-Immo Müller, am Eröffnungstag mit einer 72 der beste Braunschweiger, holte gegen Thomas Biermann einen Punkt mit 1auf. Kai Hilz teilte sein Match mit Felix Banzhaf.

Ergebnisse Finaltag, Flight A
Spiel um Platz 1: Bochumer GC – Stuttgarter GC Solitude 3:2
Schabram/Rösen – Brockmann/Ziegler 1:0 (5&3) · Kolen – Mieschke 0:1 (5&3) · Brümmer – Kelbrick 0,5:0,5 (AS) · Schulte – Paulus 1:0 (4&2) · Schieffer – Peitz 0,5:0,5 (AS)
Spiel um Platz 3: Golf-Klub Braunschweig – Frankfurter GC 4,5:0,5
Straßburg/Rudek – de Jonge/Zipf 1:0 (5&4) · Hilz – Banzhaf 0,5:0,5 (AS) · H.-I. Müller – Biermann 1:0 (1auf) · Buchler – Fili 1:0 (2&1) · Stamm – Laborde 1:0 (2&1)
Spiel um Platz 5: Hamburger GC – Marienburger GC 4:1
Reichelt/Laude – Wrede/Eckrodt 1:0 (3&2) · Niemietz – Lynen 1:0 (2auf) · Dous – Biernath 1:0 (2&1) · Schuldt – Maletz 0:1 (2auf) · Barth – Lampe 1:0 (2auf)
Spiel um Platz 7: GC Pleiskirchen – Düsseldorfer GC 3,5:1,5
Hattenkofer/Bachmayr – Liedtke/Althaus C. M. 0,5:0,5 (AS) · Ritzau – Althaus C. H. 0:1 (4&3) · Lebschy – Thiele 1:0 (4&3) · Taubenberger – Koll 1:0 (2&1) · Attenberger – Paas 1:0 (1auf)
Endstand:
1. Bochumer GC
2. Stuttgarter GC Solitude
3. Golf-Klub Braunschweig
4. Frankfurter GC
5. Hamburger GC
6. Marienburger GC
7. GC Pleiskirchen
8. Düsseldorfer GC
9. GC Sylt
10. Münchener GC
11. GC Trier
11. GSV Düsseldorf
13. G&LC Berlin-Wannsee
14. L&GC Öschberghof
15. GC Feldafing
16. GC Syke








