EMM AK 25 Frauen: Deutschland hält die Tür zum Medaillenkampf offen
Ein Platz mit internationaler Geschichte
Der GC Föhrenwald in Lanzenkirchen bei Wiener Neustadt erlebt in dieser Woche die Rückkehr des internationalen Spitzengolfs: Die Mannschafts-Europameisterschaften der AK 25 sind zu Gast auf dieser wunderschönen Spitzenanlage.
Der 1968 gegründete Club erhielt in den Jahren 1999 und 2000 durch den irisch-kanadischen Architekten Jeff Howes seine heutige Gestalt und gehört seit 2024 zu den Leading Golf Courses of Austria. Turniererfahrung hat die Anlage: Von 2005 bis 2012 war sie Schauplatz der UNIQA Ladies Golf Open der Ladies European Tour. Eine besondere Note hat die Woche für den Club auch wegen Markus Habeler. Das langjährige Mitglied gewann 2024 in Lettland den Einzeltitel bei der European Mid-Amateur Championship.
Die Frauen spielen von den blauen Abschlägen über 5.602 Meter. Der Par-72-Platz ist ungleich verteilt: Par 37 auf den Front Nine, Par 35 auf den Back Nine. Vorn bieten zwei Par 5 Chancen, hinten fordern drei Par 3 und das 442 Meter lange Par 5 der 18. Bahn Präzision und Nerven.
Hitze, Schwüle und aufziehende Gewitter
Die erste Runde wurde bei hochsommerlichen Bedingungen gespielt. Im Osten Österreichs kletterten die Temperaturen über 30 Grad, gefühlt lag der Wert noch höher. Dazu kam eine drückende Schwüle. Am Nachmittag stieg die Gewitterneigung, der Wind frischte in Böen deutlich auf. Für die deutsche AK-25-Frauenmannschaft waren es nicht unbedingt Wunsch-Bedingungen, das Team um Non-Playing-Captain Rachel de Heuvel (GC Olching) liegt nach der ersten Zählspielrunde der European Mid-Amateur Team Championship auf Rang sieben.
227 Schläge und elf über Par stehen für Alena Oppenheimer (GC Main-Taunus), Maria Anetseder (GC Starnberg), Annabelle Sapper (Münchener GC) und Vivienne Bühle (Stuttgarter GC Solitude) zu Buche. Sechs Schläge fehlen auf Frankreich und Spanien, die sich mit je 221 Schlägen den dritten Platz teilen. Die Ausgangslage ist damit anspruchsvoll, aber offen. Erst die zweite Qualifikationsrunde am Donnerstag entscheidet, welche vier Teams den Championship Flight erreichen und ab Freitag um die Medaillen spielen.
Zwei 75er als Basis
Der deutsche Auftakt im Detail: Bühle und Oppenheimer lieferten mit jeweils 75 Schlägen die besten deutschen Ergebnisse - sie stehen damit auf T15 der Einzelwertung. Anetseder, die amtierende deutsche AK-30-Meisterin, komplettierte die gezählten Runden mit 77 Schlägen, musste allerdings ein Finish mit Bogey-Doppelbogey über sich ergehen lassen. Sapper kam auf 81 Schläge, die als Streichresultat nicht in die Wertung gingen. Auf Bahn 6, einem Par 3, wurde es für sie eine unglückliche 10, nach neun Löchern waren es 46 Schläge. Ihre Antwort war bemerkenswert: 35 Schläge und damit Even Par auf den Back Nine, darunter ein Eagle an Loch 12.
Irland mit Ausrufezeichen
An der Spitze zog Irland früh davon. Die Irinnen eröffneten mit 206 Schlägen und zehn unter Par - befeuert von ihrer starken Jessica Ross, die ihrerseits eine 66 (-6) unterschrieb. Insgesamt stehen alle drei gewerteten irischen Spielerinnen an der Spitze der Einzelwertung. Die Frauen von der grünen Insel liegen damit beeindruckende 14 Schläge vor den auf Rang zwei liegenden Belgierinnen (220; +4).
Frankreich und Spanien folgen mit jeweils 221 Schlägen (+5), Gastgeber Österreich steht mit 222 Schlägen (+6) auf Rang fünf, Finnland mit 225 (+9) auf Rang sechs. Hinter Deutschland lauern Italien (229; +13) und Tschechien (231; +15). Die Abstände sind also klein. Zwei Schläge fehlen auf Finnland, fünf auf Österreich, sechs auf die aktuellen Plätze im Championship Flight. Die zweite Runde wird deshalb zum Kampf um jede einzelne Tabellenposition.
Vorentscheidung an Tag zwei
Am Donnerstag gehen erneut alle vier deutschen Spielerinnen auf die Runde, wieder zählen nur die drei besten Ergebnisse. Aus der Summe beider Tage entsteht die Setzliste für das Lochspiel. Die besten vier Nationen ziehen dann in den Championship Flight ein. Am Freitag trifft dort Rang eins auf Rang vier und Rang zwei auf Rang drei, gespielt werden zwei Foursomes und drei Einzel. Die Siegerinnen spielen am Samstag um Gold, die unterlegenen Teams um Bronze. Die Ränge fünf bis acht bilden den zweiten Flight, die Plätze neun bis zwölf den dritten.
Sechs Schläge sind auf dem Papier kein großer Rückstand. Am Donnerstag wird jeder (zählende) Schlag darüber entscheiden, ob Deutschland aus der Aufholjagd den Einzug in das Medaillenrennen macht.







