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Irek Myskow ist zu Gast im DGV-Podcast „Lange Rede, kurzes Spiel”. | © DGV

„Beckenbauer hält Bernhard Langer für den besten deutschen Sportler aller Zeiten“

Irek Myskow hatte seine erste Begegnung mit dem Golfsport 1984, als er sich bei der Lufthansa German Open in Frankfurt als Caddie etwas Geld verdiente. Bei einer Proberunde trug er die Tasche eines spanischen Spielers und erlebte dabei unter anderem Severiano Ballesteros. „Da ist natürlich auch irgendwie die Liebe zu dem Sport entstanden“, erinnert er sich im Gespräch mit Konstantin Krüger. Aus dem Caddie wurde im Laufe der Jahrzehnte ein international bestens vernetzter Akteur im Golfbusiness. Myskow arbeitete zunächst bei Adidas im Sportmarketing. Über die Verbindung zu TaylorMade und die Betreuung von Profis wuchs sein Netzwerk stetig. Zu den Spielern, mit denen er früh in Kontakt kam, gehörte Sergio Garcia. Der Spanier war gerade einmal 16 Jahre alt, als Myskow erstmals auf ihn aufmerksam wurde.

 

Später gründete Myskow gemeinsam mit einem Geschäftspartner eine eigene Agentur. Der Anstoß kam ausgerechnet von García, der nach dem Ende seiner Zusammenarbeit mit IMG fragte, ob Myskow und sein Partner ihn künftig betreuen wollten. So wurde ausgerechnet jener Beruf zu seiner Karriere, den er ursprünglich nie ausüben wollte: Spielermanager. Wie eng das Verhältnis zwischen Manager und Spieler werden kann, zeigt eine besondere Episode. Myskow durfte Sergio Garcia und dessen Frau Angela in Austin, Texas, trauen. Dafür musste er eine entsprechende Lizenz im Bundesstaat beantragen. Für ihn war das ein außergewöhnliches Zeichen von Vertrauen und Freundschaft. Beides müsse man sich über Jahre erarbeiten, sagt Myskow.

Große Erwartungen an Matti Schmid

Zu den von Myskows Agentur Impact Point betreuten Spielern gehört auch Matti Schmid. Der Spieler des Elite Team Germany habe sich langsam, aber qualitativ sehr hochwertig entwickelt und bereits eine Reihe bemerkenswerter Erfolge erzielt. Myskow verweist auf Schmids zwei Titel bei der Amateur-Europameisterschaft, den Titel als bester Amateur bei der Open Championship sowie seine bisherigen Leistungen auf der PGA Tour. Auch für die kommenden Jahre traut er ihm viel zu. „Er ist noch weit weg von dem, was er wirklich kann“, sagt Myskow. Perspektivisch hält er sogar eine Platzierung unter den Top 20 der PGA Tour für möglich. Zunächst muss Schmid allerdings seine Ellenbogenverletzung auskurieren und rechtzeitig für die Saison 2027 wieder fit werden.

 

Auch den deutschen Golfsport insgesamt sieht Myskow positiv. Zwar fehlt aktuell der eine oder andere Sieg auf der DP World Tour, doch die Breite und Qualität sind so groß wie nie zuvor. „Wir hatten noch nie so viele gute Deutsche wie jetzt“, sagt er. Dabei räumt er ein, dass er die Entwicklungen in der deutschen Golflandschaft aufgrund seiner internationalen Ausrichtung nicht immer im Detail verfolgt.

Differenzierte Sicht auf LIV

International beschäftigt ihn vor allem die wirtschaftliche Situation der Touren. Die DP World Tour stehe finanziell vor Herausforderungen und sei stark auf die Unterstützung der PGA Tour angewiesen. Gleichzeitig sieht Myskow in den angekündigten Starts mehrerer LIV-Spieler auf der DP World Tour ab 2027 eine Chance für das Produkt. Sie könnten dem europäischen Circuit wieder mehr Charakter und prominente Namen zurückgeben.

 

Seine Einschätzung der LIV Golf League fällt insgesamt differenziert aus. Die enormen Ausgaben und Budgets seien von Beginn an ein Problem gewesen. Zugleich habe LIV den Wettbewerb verändert und die etablierten Touren zu Neuerungen gezwungen. Höhere Preisgelder, attraktivere Übertragungen und zusätzliche Unterhaltung auf den Turniergeländen seien auch eine Folge des Konkurrenzdrucks. „LIV hat quasi über Nacht dazu verholfen, die Golfprodukte speziell auf der PGA Tour und der DP World Tour deutlich besser zu machen“, erklärt Myskow.

 

Zum Abschluss des Gesprächs kommt es schließlich zur angekündigten Beckenbauer-Anekdote. Bei einem privaten Abendessen fragte Myskow den ehemaligen Fußball-Nationalspieler, wer für ihn der größte deutsche Sportler aller Zeiten sei. Die Antwort kam prompt: Bernhard Langer. Beckenbauer kenne keinen anderen deutschen Sportler, der über einen derart langen Zeitraum eine vergleichbare Spitzenleistung erbracht habe. Für Myskow ist diese Erinnerung bis heute etwas Besonderes und eine schöne Anerkennung für Langers außergewöhnliche Karriere.

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