Fleetwoods Erlösung, Heimsieg in Kanada und Trump fordert Bradley
Tommy Fleetwood war schon so oft bereit für den großen Sieg – und doch glitt ihm der Durchbruch auf der PGA Tour stets durch die Finger. Zuletzt tauchte er immer wieder vorne auf, lag in Führung, und es schien, als wäre der Fluch des „besten Spielers ohne Sieg“ endlich gebrochen. Doch am Ende blieb es bei leeren Händen. Die Liste der Top-Ergebnisse war lang, die Narben tief. Doch am Sonntag in East Lake kippte das Drehbuch endlich: Fleetwood blieb standhaft – diesmal war es sein Film. Happy End inklusive.
Dass ausgerechnet dieser so oft tragische Held nun mit zwei Trophäen dasteht – dem Titel bei der Tour Championship und dem FedExCup samt zehn Millionen Dollar Preisgeld – ist ein erstklassiges Drehbuch. Als der Ball zum finalen Par am 18. Loch verschwand, fiel nicht nur eine tonnenschwere Last von Fleetwood ab – sondern auch der letzte Zweifel: Der sanfte Engländer mit der Löwenmähne kann nicht nur fast, er kann ganz.
Sportliche Schlagzeilen aus Kandad kommen derzeit nicht nur von Thomas Müller, sondern auch von der LPGA Tour. Brooke Henderson hat in Ontario erneut ihr Heimspiel gewonnen. Die 27-Jährige aus Smith Falls sicherte sich ihren zweiten Titel bei der CPKC Womens Open – und den ersten LPGA-Sieg seit mehr als zweieinhalb Jahren. Henderson setzte sich in einem engen Duell mit Minjee Lee knapp durch – und wirkte am Ende selbst ein wenig ungläubig: „Ich bin ehrlich überrascht, dass ich gerade nicht weine. Das bedeutet mir einfach so viel.“ Fest steht: Nach einer bislang durchwachsenen Saison, mit wenigen Highlights und vielen Fragezeichen, kam ihr 14. Tour-Sieg genau zur rechten Zeit.
Højgaard debütiert in New York
Rasmus Højgaard hat sich mit einer nervenstarken Leistung beim British Masters sein Ryder-Cup-Debüt gesichert. Der 24-jährige Däne benötigte mindestens einen geteilten 29. Platz, um in der europäischen Punkteliste noch an Shane Lowry vorbeizuziehen. Mit Rang 13 schaffte er genau das – und wurde kurz darauf von Kapitän Luke Donald mit den Worten „Welcome to Team Europe!“ begrüßt. Zwei Jahre, nachdem sein Zwillingsbruder Nicolai in Rom debütierte, ist nun auch Rasmus Teil des Kontinentalteams. „Ich war heute extrem gestresst, aber jetzt bin ich überglücklich“, sagte er nach seiner Runde. Lowry, der im Weltklasse-Feld der Tour Championship ebenfalls 13. wurde, dort aber keine Punkte bekam, ist nun auf eine Nominierung via Captains Pick angewiesen.
Auch Keegan Bradley macht sich aktuell Gedanken, wer seine sechs Spieler sein werden, die das US-Team komplettieren. Auch er selbst kommt infrage. Donald Trump will beim Ryder Cup 2025 ebenfalls dabei sein – und hat klare Vorstellungen: Der US-Präsident sprach sich öffentlich dafür aus, dass Bradley nicht nur als Kapitän, sondern auch als Spieler antreten sollte – und damit in die Fußstapfen von Arnold Palmer treten würde, der 1963 als bislang letzter „Playing Captain“ für das US-Team auflief. „Er ist ein großartiger Typ“, schrieb Trump über den 39-jährigen Bradley. Es bleibt spannend.
Fest als Punktelieferant eingeplant ist Scottie Scheffler. Mit seinem vierten Platz bei der Tour Championship baute die Nummer eins der Welt eine beeindruckende Serie weiter aus: Es war seine 14. Top-8-Platzierung in Folge – eine Konstanz, wie sie auf der PGA Tour seit den 1950er-Jahren nicht mehr erreicht wurde. Damals war es Ben Hogan, der eine ähnliche Dominanz an den Tag legte. Zudem stellte Scheffler mit 21 aufeinanderfolgenden Runden in den 60ern einen weiteren Tour-Rekord ein.
Noren siegt nach sieben titellosen Jahren
Alex Noren setzte mit seinem Triumph beim British Masters ein eindrucksvolles Ausrufezeichen – und ein persönliches noch dazu: Es war sein erster Sieg auf der DP World Tour seit sieben Jahren. Der 42-jährige Schwede spielte am Schlusstag eine abgeklärte 67 (-5), zeigte auf den zweiten Neun Nervenstärke und brachte nach drei Birdies in Folge – trotz eines Bogeys auf der 18 – seinen insgesamt elften Tour-Titel ins Ziel: „Ein kleiner Wackler am Schluss, aber ich bin sehr stolz – sieben Jahre auf einen Sieg zu warten, ist lang.“
Bei der Hills Open in Göteborg (LET) gehörte die Bühne einer 20-Jährigen: Meja Örtengren krönte sich vor heimischem Publikum zur Siegerin – und das als Amateurin. Die Schwedin, die aktuell an der Stanford University studiert, zeigte am Finaltag beeindruckende Nervenstärke, zog mit fünf Birdies zunächst davon, rettete nach wackeliger Schlussphase die knappe Führung ins Clubhaus und lochte auf der 18 sogar noch zum Birdie ein. Örtengren ist damit nach Lottie Woad und Jana Melichova die dritte Amateurin seit 2022, die ein Turnier auf der Ladies European Tour gewinnen konnte. Leonie Harm beendete das Turnier auf dem zweiten Rang.










