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Auf dem 16. Grün verpasste Wolfgang Glawe die Chance, auszugleichen. Zum zweiten Mal in Folge beendet der Sportsoldat das größte Turnier der Amateure auf Rang 17 | © Isaiah Vazquez/Getty Images

Déjà-vu: Wieder zweimal Platz 17 für Deutschland

Ardmore/Pennsylvania – Zwei Deutsche hatten sich aus dem ursprünglich 312 Spieler starken Feld bis in die Runde der besten 32 gespielt, für beide endet die U.S. Amateur am vierten Wettkampftag. Damit steht wie schon 2025 auch in diesem Jahr zweimal ein geteilter 17. Platz für Deutschland zu Buche.
 

Für Wolfgang Glawe ging es erneut gemeinsam mit Chef-Bundestrainer Christoph Herrmann auf die Runde. Herrmann trug wie schon im ersten Match die Tasche des Hubbelrathers, der gegen Carter Loflin lange voll im Match blieb.

Glawe hält lange dagegen

Glawe erwischte nicht seinen allerbesten Tag, spielte aber weiterhin auf hohem Niveau und ließ seinen Gegner nie entscheidend davonziehen. Der Deutsche blieb geduldig, hielt immer wieder Anschluss und kam mit nur einem Loch Rückstand auf die 16. Dort fiel die Vorentscheidung. Glawe bekam Probleme auf dem Grün und produzierte einen Vierputt. Statt die Chance zu nutzen, das Match eng zu halten, verlor er das Loch und lag plötzlich 2down. Auf den verbleibenden Bahnen konnte er diesen Rückstand nicht mehr aufholen. Loflin machte den 3&1-Sieg perfekt.
 

„Das Match heute war sehr spannend. Es war bis zum Ende wirklich eng. Ich habe Carter die 16 ein bisschen zu leicht gemacht und das hat das Match letztlich entschieden“, fasste Glawe den Verlauf zusammen.

Auch Herrmann sah ein Match, in dem lange wenig zwischen beiden Spielern lag: „Wolfgang hat durchaus niveauvoll weitergespielt, hatte aber nicht seinen absoluten Top-Tag. Deshalb hat er auch heute mitgehalten und es war die ganze Zeit eng. Wolfgang hat immer Anschluss gehalten, ist geduldig geblieben, hat auf seine Chancen gewartet und war mental stark.“ Dass es am Ende nicht für den Sprung unter die besten 16 reichte, schmälert den Auftritt des Sportsoldaten nur wenig. Glawe hatte sich in einem Feld mit einem Großteil der absoluten Weltspitze der Amateure durch die Zählspielqualifikation und anschließend durch sein erstes Match gearbeitet.
 

Für ihn beginnt nach der U.S. Amateur nun ein neuer sportlicher Abschnitt. Glawe wechselt ins Profilager und nimmt die Qualifying Schools in Angriff. Das Turnier in Merion liefert dafür noch einmal Bestätigung auf höchstem Amateur-Niveau. „Das ganze Turnier an sich war sehr solide und ein großes Highlight. Ich freue mich, jetzt ins Profilager zu wechseln und dann hoffentlich in 2030 in Merion wieder aufzuteen, wenn die U.S. Open dort stattfindet“, blickt Glawe voraus.

Bresnu lässt Kölle kein Momentum

Auch Finn Kölle verabschiedet sich nach einer starken Woche aus dem Turnier. Der Spieler des GC St. Leon-Rot traf auf Adam Bresnu und bekam es mit einem Gegner zu tun, der an diesem Tag insbesondere auf den Grüns den Unterschied machte. Kölle spielte keineswegs schlecht, konnte sich aber nicht die entscheidenden Phasen erarbeiten, in denen ein Match kippt. Bresnu lochte mehr Putts und verhinderte damit immer wieder, dass der Deutsche Momentum aufbauen konnte. So setzte sich der Marokkaner nach und nach ab und entschied das Duell mit 3&2 für sich.
 

„Ich habe echt nicht schlecht gespielt, aber mein Gegner hat noch besser gespielt als ich. Adam hat ein paar mehr Putts gelocht als ich und so habe ich leider kein Momentum bekommen“, erkannte Kölle die Leistung seines Kontrahenten an. Für den SLR-Athleten endet damit ein Turnier, in dem er sich über mehrere Tage mit der internationalen Spitze messen und auf dieser Bühne behaupten konnte. Besonders seine Entwicklung im mentalen Bereich wertet Herrmann hoch. Situationen, die Kölle früher stärker aus dem Rhythmus gebracht hätten, nahm er in Merion deutlich stabiler an.
 

Für den Chef-Bundestrainer ist das ein wichtiger Schritt in Kölles Entwicklung. Der Youngster hat bei großen Turnieren gezeigt, dass er auf diesem Niveau mithalten kann. Nun geht es für ihn zurück ans College, wo er die nächsten Schritte in Richtung einer möglichen Profikarriere machen kann. Kölle selbst ordnet sein Ergebnis entsprechend ein: „Das war ein sehr gutes Turnier, das beste Amateur-Turnier der Welt. Ich bin eigentlich relativ happy mit dem Ergebnis.“

Ein würdiger Rahmen

Für die beiden letzten Deutschen endet die sportliche Reise durch die U.S. Amateurs, während das Turnier in Merion mit der Runde der besten 16 weitergeht. Der Rahmen hat bei Spielern und Betreuern Eindruck hinterlassen. Der perfekt präparierte Merion Golf Club mit seiner großen Geschichte bietet der Meisterschaft eine Bühne, die Herrmann beinahe auf Major-Niveau sieht.
 

Für Glawe und Kölle bleibt neben Platz 17 vor allem die Erkenntnis, sich in einem der stärksten Amateurfelder der Welt behauptet zu haben. Glawe nimmt dieses Selbstvertrauen mit in die Qualifying Schools, Kölle in sein nächstes Collegejahr.

 

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