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Bärenstark: Finn Kölle vom GC St. Leon-Rot geht vom dritten Platz in die Matchplays | © Isaiah Vazquez/Getty Images

Kölle und Glawe in den USA souverän im Matchplay

Ardmore/Pennsylvania – Weltweit hatten sich 5.111 Athleten um einen Startplatz bei der U.S. Amateur beworben. Die besten 312 durften tatsächlich je eine Runde Zählspiel im legendären Merion GC und im Philadelphia CC absolvieren. Nur 64 Spieler dieser ohnehin schon erlesenen Gruppe ziehen nun in die Matchplays ein und spielen ab dem dritten Wettkampftag im direkten Duell um den Einzug in die nächsten Runden.
 

Nicht nur die große Tradition von Austragungsort und Turnier sorgt für die besondere Faszination der U.S. Amateur. Auch die Liste der früheren Sieger liest sich wie ein Who's who späterer Major-Champions und Ryder-Cup-Helden.
 

Für den Sieger geht es in dieser Woche nicht allein um Goldmedaille und Havemeyer Trophy. Solange er nicht ins Profilager wechselt, erhält der Champion Einladungen zu den nächsten zehn Austragungen der U.S. Amateur. Dazu kommen Startrechte für die kommende U.S. Open in Pebble Beach, die Open in St. Andrews und das Masters in Augusta.

Erste Hürde genommen

Zwei Deutsche haben die erste große Hürde auf dem langen Weg zu diesen Ehren mit Bravour genommen. Finn Kölle geht nach zwei ganz starken Runden vom dritten Platz in die Matchplays. Seiner herausragenden 65 (-5) auf Merion ließ der Spieler des GC St. Leon-Rot im Philadelphia CC eine 71 (+1) folgen.
 

Nach zwei frühen Birdies kamen im weiteren Verlauf auch einige höhere Zahlen auf die Karte. Insgesamt brachte Kölle vier Birdies auf dem traditionsreichen, 6.585 Meter langen Par-70-Kurs unter und hielt sich damit auch am zweiten Tag ganz weit vorne im Klassement. Mit gesamt vier unter Par beendet der Athlet des Junior Team Germany die Zählspielqualifikation als Dritter und nimmt viel Zuversicht mit in die nun beginnenden Duelle Mann gegen Mann.
 

Mit seinem Spiel war Kölle zufrieden: „Ich habe ein sehr konstantes Eisenspiel gehabt. Das hat sehr, sehr geholfen. Und dann war mein kurzes Spiel auch wieder sehr gut. Relativ gut habe ich auch geputtet. Heute war es einfach ein bisschen schwieriger. Daher habe ich etwas weniger tief gespielt. Deshalb ist es so gekommen, wie es nun ist. Es ist schön, da vorne mitzuspielen, aber am Ende ging es eigentlich nur darum, unter die besten 64 zu kommen. Ab morgen geht es wieder von vorne los im Matchplay, da werden die Karten neu gemischt und ich freue mich jetzt einfach auf morgen und auf das, was kommt. Ich bin stolz darauf, wie ich bis jetzt bei diesem Turnier gespielt habe.“
 

Damit ist der erste Teil der Aufgabe erfüllt und die Platzierung aus dem Zählspiel verschafft Kölle eine starke Ausgangsposition.


Glawe auf T23

Auch Wolfgang Glawe spielte ausgesprochen souverän seinen Stiefel herunter. Nach seiner 69 (-1) am ersten Tag geriet der Hubbelrather in der zweiten Runde zu keiner Zeit ernsthaft in Gefahr, den Cut zu verpassen.
 

Auf dem traditionsreichen Platz des Philadelphia CC reagierte Glawe mehrfach genau richtig. Wenn ein Bogey auf die Karte kam, folgte jeweils unmittelbar ein Birdie. Erst das Bogey auf dem 18. Grün konnte der Sportsoldat nicht mehr ausgleichen, sodass auch für ihn am Ende eine 71 (+1) stand.
 

Mit Even Par für die beiden Zählspielrunden beendet Glawe die Qualifikation auf dem geteilten 23. Platz und zieht damit sehr souverän in die Matchplays ein. Ganz neu ist die Situation für ihn nicht. Bereits 2025 hatte Glawe bei diesem Turnier die Zählspielqualifikation überstanden. In San Francisco erreichte der Spieler, der lange im GC Mannheim-Viernheim seine sportliche Heimat hatte, am Ende den 17. Platz. Nun bekommt er erneut die Chance, sich auf einer der größten Bühnen des internationalen Amateurgolfs im direkten Duell zu beweisen.

Wiedemeyer verpasst den Cut

Tim Wiedemeyer hatte es bei der U.S. Amateur 2025 ebenfalls bis auf den 17. Platz geschafft. In diesem Jahr tat sich der Europameister in der Zählspielqualifikation schwerer. Schon am ersten Tag im Philadelphia CC hatte der Spieler des Junior Team Germany drei Birdies notiert, konnte damit seine fünf Bogeys aber nicht vollständig ausgleichen. Auf Merion brachte der Bayer in der zweiten Runde sogar vier Birdies unter. Gleichzeitig kamen jedoch sechs Bogeys auf die Karte.
 

So stand zum zweiten Mal eine 72 (+2). Auf den beiden anspruchsvollen Plätzen sind das keineswegs schwache Ergebnisse, in diesem außergewöhnlich hochklassig besetzten Feld reichten insgesamt vier über Par aber nicht für den Sprung unter die besten 64. Wiedemeyer beendet die Zählspielqualifikation auf dem 93. Platz.

Endspurt nicht gelungen

Emil Riegger vom GC Hubbelrath hatte am ersten Tag mit einer 71 (+1) solide gespielt, war am zweiten Tag aber gefordert, um über die Cutlinie zu klettern. Auf Merion war der Athlet, der auch die amerikanische Staatsangehörigkeit hat, vor allem auf der Back Nine gezwungen, aggressiver zu spielen. Aufgrund der engen Fairways, neben denen extrem dicht gewachsenes Rough jeweils einen hohen Tribut fordert, wird jeder kleine Wackler direkt teuer und so kamen spät noch vier Bogeys auf die Karte des Hubbelrathers. Statt im Klassement zu klettern, ging es noch zurück auf den 142. Platz.

Euler auf Rang 259

Für Lukas Euler war die Ausgangslage nach dem ersten Tag bereits deutlich schwieriger gewesen. Der routinierte Spieler des Frankfurter GC hatte auf Merion eine 76 (+6) notiert und benötigte im Philadelphia CC eine klare Steigerung, um noch einmal in Richtung Cutlinie vorstoßen zu können. Diese Wende gelang nicht. Euler kam in seiner zweiten Runde mit 77 (+7) Schlägen ins Recording und beendet die Zählspielqualifikation mit insgesamt +13 auf Rang 259.
 

Damit sind aus deutscher Sicht noch zwei Spieler im Rennen. Finn Kölle und Wolfgang Glawe haben die erste große Prüfung dieser U.S. Amateur überzeugend bestanden. Von nun an entscheidet jedes einzelne Match über Weiterkommen oder Ausscheiden.


Endstand Zählspielqualifikation >>>

 

 

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