Drei Deutsche in der Top Ten
Aberlady/Schottland – Fünf deutsche Spielerinnen waren am vierten Wettkampftag noch im Matchplay dabei, drei von ihnen schafften am Vormittag den Sprung unter die besten 16. Luise Jung setzte sich gegen Anna Ludvova aus Tschechien mit 1auf durch, Julia Zimmermann bezwang die Italienerin Maria Albini auf dem ersten Extraloch und YooNa Bae gewann gegen Luna Valencia aus Spanien mit 2auf. Am Nachmittag endete das Turnier für das deutsche Trio im Achtelfinale. Damit sind Jung, Zimmermann und Bae in diesem Jahr die besten Deutschen. 2025 hatte Lily Reitter den Titel gewonnen.
Jung entscheidet die 18
Luise Jung vom GC St. Leon-Rot lieferte sich mit Anna Ludvova ein enges Match, in dem sich zunächst keine der beiden Spielerinnen entscheidend absetzen konnte. Die Löcher 1 und 4 wurden jeweils mit Birdie geteilt, ehe Jung auf der 5 mit einem weiteren Birdie erstmals in Führung ging. Nach Lochverlusten auf der 7 und 8 lag die 15-Jährige nach der Front Nine allerdings 1down.
Auf der Back Nine drehte Jung das Match mit Birdies auf den Löchern 10 und 11. Ludvova, die in diesem Jahr die German International Ladies Amateur Championship gewonnen hatte, hielt dagegen. Nach weiteren Lochgewinnen auf beiden Seiten ging es all square auf die 18. Dort setzte Jung den entscheidenden Akzent. Auf dem Par 5 erreichte sie mit zwei guten Schlägen das Grün und gewann das letzte Loch zum 1auf-Sieg. „Die Freude danach war riesig und der ganze Druck fiel von mir ab“, war das Talent aus SLR sichtlich happy.
Nach kurzer Pause ging es für die Spielerin des GC St. Leon-Rot gegen Adriana Garcia aus Spanien weiter. Jung startete gut, lochte wichtige Putts und lag nach sechs Bahnen 2auf. Danach wurde Garcia immer stärker, drehte das Match und beendete es auf der 16 mit 4&2. Für Jung endet die Woche damit auf dem geteilten neunten Platz: „Insgesamt bin ich mit dem Turnier sehr zufrieden. Mit 15 Jahren so viele Erfahrungen zu sammeln und gegen starke, teilweise ältere Spielerinnen auf diesem Niveau mitzuhalten, war für mich etwas Besonderes.“
Zimmermann gewinnt im Stechen
Julia Zimmermann vom GC Mülheim an der Ruhr musste für ihren Einzug ins Achtelfinale bis über die reguläre Distanz hinaus kämpfen. Gegen Maria Albini aus Italien spielte die Deutsche nur ein Bogey, traf viele Grüns und hielt das Match bis zur 18 offen. Da nach 18 Löchern noch keine Entscheidung gefallen war, ging es ins Stechen. Auf dem ersten Extraloch setzte Zimmermann ihren Drive auf das Grün. Albini spielte Bogey, damit stand der Sieg der Deutschen fest.
„Mein erstes Match heute war sehr spannend und eng“, fasste Zimmermann den Vormittag zusammen.
Im Achtelfinale gegen Lisa Coetzer aus Südafrika fand die Mülheimerin anschließend nicht mehr so gut in ihr Spiel. Nach fünf Löchern lag sie bereits 2down, kämpfte sich aber immer wieder heran und hielt das Match bis auf die Back Nine offen. Auf der 16 lochte Coetzer schließlich einen langen Birdieputt und entschied das Duell mit 3&2 für sich.
Zimmermann belegt damit ebenfalls den geteilten neunten Platz und zieht trotz des Ausscheidens ein positives Fazit: „Insgesamt war es echt ein extrem cooles Turnier. Ich habe viel gelernt und mitgenommen für die Zukunft.“
Bae kommt zweimal zurück
YooNa Bae vom GC St. Leon-Rot musste gegen Luna Valencia früh einem Rückstand hinterherlaufen. Die Deutsche lag schnell 2down, kämpfte sich aber Stück für Stück in das Match zurück. Ein Par auf der 7 brachte den ersten wichtigen Lochgewinn, auf der 14 stellte Bae all square. Auf der 16 ging sie erstmals in der entscheidenden Phase in Führung. Nach einem schwierigen Abschlag auf der 17 rettete sie mit einem starken Up-and-down das geteilte Loch und nahm 1auf mit auf die 18. Dort machte Bae mit einem Birdie den 2auf-Sieg perfekt.
Am Nachmittag gegen Marta Munioz geriet die Spielerin aus St. Leon-Rot erneut früh in Rückstand. Diesmal gelang die Wende allerdings nicht mehr. Bae blieb zunächst in Schlagdistanz, ließ aber mehrere Möglichkeiten zum Lochgewinn aus. Auf der 11 verkürzte sie mit einem Eagle auf 3down und hatte direkt auf der folgenden Bahn die Chance, weiter heranzukommen. Beide Spielerinnen lagen rund drei Meter an der Fahne, Munioz lochte ihren Putt, Bae nicht. Zwei Löcher später war das Match mit 5&4 beendet.
„Unterm Strich war es eine ereignisreiche Woche mit starken Comebacks und vielen neuen Erfahrungen“, so Bae. Auch sie steht im Endklassement auf T9.
Maier-Borst lässt Chancen liegen
Für Sofia Maier-Borst war bereits die Runde der besten 32 Endstation. Gegen Olivia Andersson aus Schweden entwickelte sich ein solides Match, in dem die Spielerin des GC St. Leon-Rot ihr Spiel aber nicht konstant genug zusammenbrachte. Andersson ging auf Loch 4 in Führung, Maier-Borst glich direkt auf der 5 mit Birdie aus. Nach einem Bogey auf der 6 geriet die Deutsche wieder in Rückstand, gewann die 10 mit Par, musste aber auf der 11 ein Birdie ihrer Gegnerin und auf der 12 einen eigenen Lochverlust hinnehmen.
Damit lag Maier-Borst 2down. Auf den Löchern 14, 15 und 16 erspielte sie sich noch mehrere gute Birdiechancen, konnte aber keine davon nutzen. Andersson brachte ihre Führung anschließend zum 2&1-Sieg ins Ziel.
„Deswegen hat die Schwedin verdient gewonnen. Es ist aber schade, weil es sich irgendwie besser angefühlt hat, als das Ergebnis dann am Ende des Tages war“, war Sofia Maier-Borst, die das Turnier auf dem geteilten 17. Platz beendet, nicht rundum zufrieden, freut sich nun aber auf eine kleine Wettkampfpause.
Vinkler spielt sieben unter Par
Cecilie Volckens bekam es mit Barbara Vinkler aus Tschechien mit einer Gegnerin zu tun, die kaum etwas liegen ließ. Nach sechs Löchern lag Volckens bereits 4down, Vinkler lag zu diesem Zeitpunkt aber auch schon fünf Schläge unter Par. Auch danach ließ die Tschechin nicht nach. Nach 13 Löchern lag sie für ihre Runde sieben unter Par und hatte kein Bogey auf der Karte. Mit 6&5 war das Match früh beendet.
„Meine heutige Gegnerin war wirklich extrem stark“, erkannte Volckens die Leistung der Tschechin an. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot hat damit wie Maier-Borst Rang 17 in den Büchern.
Fazit der Bundestrainerin
Bundestrainerin Esther Poburski sah mehrere unterschiedliche Gründe für die deutschen Niederlagen. Volckens sei auf eine außergewöhnlich starke Gegnerin getroffen, während Maier-Borst ihre erspielten Chancen auf den Grüns nicht habe nutzen können.
„Ich hätte mir für uns ein bisschen mehr Wind gewünscht. Im Matchplay standen die Fahnen ein bisschen tighter, ein bisschen mehr in den Ecken und ich glaube, wir sind teilweise zu sehr auf die Fahnen gegangen und haben zu wenig die Slopes auf den Grüns benutzt. Daher hatten wir recht häufig Short-Sided Misses, da müssen wir in einigen Situationen noch ein bisschen smarter spielen. Wir haben keine schlechten Golfschläge gemacht, aber haben sie nicht gut geplant. Ich hatte mir natürlich gewünscht, dass zwei, drei Mädels morgen auf jeden Fall noch im Viertelfinale oder auch im Halbfinale spielen, aber die Gegnerinnen haben es einfach gut gemacht haben“, fasst die Bundestrainerin Frauen Nachwuchs erste Gedanken zur Woche zusammen.










