Partner des DGV

Bronze für das Junior Team Germany | © DGV/stebl

Bronze! Deutschland gewinnt Bronze

Vineuil-Saint-Firmin/Frankreich – Den Titel sichert sich die klar stärkste Mannschaft des Turniers: Spanien verliert am Morgen zwar noch beide Vierer. Die Zuschauer sorgen für einen prächtigen und sehr weit hörbaren Rahmen.
 Die neue Krone im europäischen Damengolf geht an Spanien. Im Finale der European Ladies’ Team Championship siegten die Ibererinnen mit 4,5:2,5 gegen Frankreich und sicherten sich verdient den Titel. Für das deutsche Team, das als Titelverteidiger angereist war, bedeutete ein knapper, aber verdienter 4:3-Erfolg gegen Schweden die Bronzemedaille. Nach einem dramatischen Vormittag, nervenstarken Einzeln und viel Herzblut auf den letzten Bahnen.

 

Ein Vierer geht an jedes Team

 

Schon die Vormittagspartien gegen Schweden verlangten dem deutschen Team alles ab. Im ersten Vierer dominierten Chiara Horder und Charlotte Back lange das Spielgeschehen. Ein herausragender zweiter Schlag von Horder brachte den Ball auf Loch zwei sicher aufs Grün, doch die Schwedinnen antworteten mit einem Schlag ins Grün, der direkt zum Eagle fiel. Am Ende der regulären 18 Löchern stand es all square. Nach einem geteilten 19. Loch fiel die Entscheidung am 20.Loch, als Charlotte Back einen schweren Putt aus 16 Metern etwas zu kurz ließ. Die Skandinavierinnen nutzten den Moment aus und es stand 0:1 aus deutscher Sicht.

Wir haben im Vierer solide gespielt, aber leider zwei Chancen zum Sieg nicht nutzen können“, analysierte Charlotte Back. „Die Schweden haben wirklich viele Putts gelocht – gefühlt von überall.“

 

Im zweiten Vierer starteten Stella Jelinek und Paula Schulz-Hanßen mit einem Highlight: Jelinek lochte direkt auf Loch 1 einen Bunkerschlag zur Führung. Zwar geriet das Duo zwischenzeitlich mit 3down in Rückstand, doch eine furiose Aufholjagd auf den letzten drei Bahnen und ein starker Auftritt im Extraloch sorgten für den Ausgleich. „Ich hatte einen ganz tollen Tag mit Stella. Wir haben es super hingekriegt, in der Gegenwart zu bleiben und immer positiv zu denken“, sagte Paula Schulz-Hanßen später. „Im Matchplay ist es wichtig, bis zum Schluss konzentriert zu bleiben – das haben wir geschafft.“
 

Dramatik pur in den Einzel

Der Nachmittag hatte es in sich. Den Auftakt machte Chiara Horder gegen Kajsalotta Svarvar. Horder lag nach sieben Bahnen in Führung, verlor dann aber den Rhythmus. Die Schwedin spielte sehr konstant, gewann zwei Löcher auf der Back Nine und setzte sich schließlich mit 2&1 durch.

 

Christin Eisenbeiß lag gegen Meja Örtengren zwischenzeitlich 2down, kämpfte sich zurück, glich das Match am 17. Grün aus und rettete einen vollen Punkt für Deutschland. „Es war großartig! 2down und noch vier Löcher – das hat mich nochmal motiviert, alles zu geben. Ich wusste, mein Punkt könnte entscheidend sein.“

 

Charlotte Back lag gegen Moa Svedenskiold fast durchgängig zurück, ließ sich aber nicht abschütteln. Auf den letzten Löchern nahm sie volles Risiko und glich tatsächlich noch aus. „Ich war eigentlich durchgehend 1down oder mehr. Aber dann bin ich einfach auf jede Fahne gegangen, weil ich wusste, ich muss jetzt Löcher gewinnen. Dass ich dann das Extraloch noch erreiche, war unglaublich.“

 

Eine Schlüsselrolle spielte auch Susanna Brenske, die sich mit Elice Frederiksson ein intensives Duell lieferte. Brenske ging früh in Führung, verlor den Vorsprung zwischendurch, kämpfte sich wieder zurück und hatte auf dem 18. Grün schließlich einen Putt zur Entscheidung. Zwei Meter, ein Team hinter ihr – und dann fiel der Ball. „Ich habe versucht, bei mir zu bleiben und ruhig zu bleiben. Aber das ganze Team am Loch hat mir natürlich geholfen. Als der Putt gefallen ist, gab es pure Freude!“


 

Paula Schulz-Hanßen beendete den Tag mit einem souveränen 3&2-Sieg. Die Spielerin vom GC St. Leon-Rot baute ihre Führung ab Loch sieben konsequent aus und ließ nichts mehr anbrennen. „Ich habe ein paar Fehler gemacht, aber auf den letzten Löchern immer nochmal alles rausgeholt. Das ist im Matchplay einfach Gold wert.“

 

Finale: Frankreich jubelt zu früh

 

Frankreich hatte sich in den Vierern des Finales lautstark in Führung gebracht – angefeuert vom heimischen Publikum. Valentine Delon lochte gleich mehrfach aus großer Distanz, ihr Teamkolleginnen holten den zweiten Punkt erst auf dem dritten Extraloch. Doch in den Einzeln schlug Spanien zurück. Fünf klare Führungen, vier vorzeitige Siege und das Duell war gedreht, der Titel gesichert. Frankreich blieb nur Silber, wenn auch mit erhobenem Haupt.

 

Ein starkes Turnier mit Perspektive

 

Für Deutschland ist der dritte Platz eine starke Teamleistung mit einem wertvollen Lerneffekt. „Die Team-EM war auf jeden Fall ein Highlight meiner Saison“, meinte Stella Jelinek. „Ich hatte unglaublichen Spaß mit den Mädels und bin froh, dass ich das miterleben durfte.“
 

Bundestrainerin Nicole Gögele zeigte sich tief beeindruckt von Team und Perspektive: „Ich bin einfach stolz. Sie haben nie aufgegeben, egal wie sie lagen. Wir konnten alles aus ihnen herausholen, was diese Woche möglich war. Wir haben als Coaches hier ja übernommen, was vor allem Esther Poburski aufgebaut hat. Was da nachkommt, macht Hoffnung für das deutsche Frauengolf, aber auch für die Tour. Die Qualität im Ballstriking und auch auf den Grüns wird immer besser. Das ist toll, zu sehen.“
 

Siegerehrung

 

Bei der Siegerehrung, die sich am Abend etwas in die Länge zog, waren zwei Dinge außergewöhnlich und bleiben in Erinnerung:

1. Der überaus traditionsbewusste Club, der bisher nur Männer in der Kategorie Platzrekord geführt hat, ehrte Andrea Revuelta für ihre ganz und gar großartige 62, die sie am zweiten Tag der Zählspielqualifikation gespielt hatte. Präsident Laurent Bailly, der unter der Woche jeden Tag als Starter präsent war, überreicht eine Medaille und ein Shirt des Clubs. Die Spanierin war sichtlich berührt von der Herzlichkeit, die diese Ehrung für den neuen Platzrekord auf einem der ganz großen Plätze Europas in sich hatte.

2. Der Präsident der Real Federación Española de Golf war die gesamte Woche bei der Mannschaft seines Landes. Der Umgang zwischen Juan Guerrero-Burgos einerseits sowie den Betreuern und Athleten andererseits war jederzeit von höchstem Respekt und großer Nähe geprägt. 

Als die Kapitänin der siegreichen Mannschaft bei ihrer Siegerrede den Präsidenten erwähnte und sich bei ihm für die Unterstützung bedankte, jubelte die Mannschaft besonders laut und mit einem besonders fröhlichen Lächeln. Auch hier menschelte es und die Herzlichkeit war greifbar.


 


 

 

ENDSTAND >>>

 

ZUM TURNIERSPECIAL >>>


 

Weiteres zum Thema

Tipps der Redaktion

Partner des DGV