Für de Bochdanovits wird der Traum von der LET immer konkreter
Theresa de Bochdanovits ist ein Millenniums-Kind. Geboren wird sie am 4. Januar 2000 in München. Schnell zeigt sich ihr großes Talent beim Golf. Der ganz große Durchbruch bleibt aber aus. Jetzt, wo sie einen Bachelor-Abschluss in Medienwissenschaften und Wirtschaftspsychologie in der Tasche hat, will sie noch einmal angreifen. Auf dem zweiten Bildungsweg sozusagen. Was auch an Julien Froidefond liegt. Seit er in Würzburg coacht, ist das Feuer neu entfacht. Das Duo arbeitet gemeinsam an der Schlägerkopfgeschwindigkeit und vielem mehr. Mit dem Ergebnis, dass die Drives jetzt deutlich länger sind. Ihr Lieblingsschläger im Bag: der Driver. Das war nicht immer so.
„Nach der Q-School möchte ich eine erfolgreiche Saison 2026 auf der LET Access Series spielen“, hatte sie Anfang des Jahres gesagt. Und das schaut sehr gut aus. Vier Top-Ten-Finishes hat sie schon und der jüngste Premieren-Sieg bei der Terre Blanche Ladies Open in Frankreich lässt sie von der ganz großen Bühne träumen. Mit diesem Erfolg macht de Bochdanovits in der Saisonwertung der LETAS einen großen Schritt nach vorn. Drei Turniere vor Saisonende gehört sie nun zu den besten Sieben der Order of Merit – und genau die erhalten für die Saison 2027 die volle Spielberechtigung für die Ladies European Tour. Mit dem starken dritten Platz nun bei der Iberdrola Calatayud Ladies Open in Spanien (Endergebnis hier > > >), inklusive bogeyfreier 68 in der Finalrunde, hat sie ihren Top-Status gefestigt.
„Ich hätte nie gedacht, dass das in meiner ersten Saison auf der Tour erreichbar ist“, erklärt sie. Wohl werden sie im Büro ihres Heimatclubs, der Theresa de Bochdanovits unterstützt, in den kommenden Wochen eher auf ihren Schützling verzichten müssen. Aktuell arbeitet sie als Golfsekretärin im GC Würzburg. Und was macht die Tour-Spielerin aus Unterfranken, wenn sie gerade nicht golft? „Ich lese aktuell wieder mehr und arbeite gerne mit Wolle. Also Häkeln und Stricken.“ Musikrichtung gibt es keine besondere. Das hänge sehr von der Stimmungslage ab und könne schon mal von Schlager über normale Charts bis Techno gehen. Und weil sie aktuell so viel unterwegs ist und an ihrer Karte für Liga eins arbeitet, verpasste sie zuletzt einen historischen Moment zu Hause: Die Frauen aus dem GC Würzburg durften sich nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ins Goldene Buch der Stadt eintragen.
Ihr Lieblingsplatz – neben Würzburg natürlich? Der Lakewood Ranch Golf & Country Club in Florida. Ein bestimmtes Vorbild hat sie nicht und wenn sie sich ihren Traumflight für eine Runde Golf zusammenstellen könnte, wären Viktor Hovland, Nelly Korda und Bernhard Langer mit dabei. Ihre bis dato tiefste Runde? Eine 62 (-9) in Würzburg. Im Bag hat sie einige spannende Ballmarker dabei von ikonischen Golfplätzen wie St. Andrews oder Royal Troon. Die große Frage ist, wohin sie der „zweite Bildungsweg“ nun führen wird. Vor allem nach dem Triumph in Frankreich und dem Podiumsplatz in Spanien. Theresa de Bochdanovits ist ein weiteres Paradebeispiel dafür, dass man nicht gleich aufgeben darf, wenn es aufs erste Mal nicht klappt.








