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Gewinnerin der Terre Blanche Ladies Open 2026: Theresa De Bochdanovits. | © PHILIPPE MILLEREAU/KMSP

„Sehr überwältigt“: De Bochdanovits feiert Premierensieg

Theresa De Bochdanovits hat ihren ersten Turniersieg als Profi gefeiert. Bei der Terre Blanche Ladies Open der LET Access Series (LETAS) in Frankreich spielte die 26-Jährige vom Golf Club Würzburg am Finaltag eine 66 und sicherte sich mit insgesamt neun Schlägen unter Par den Titel. De Bochdanovits setzte sich mit einem Schlag Vorsprung vor der Australierin Belinda Ji durch, die mit einer 67 auf acht unter Par kam. Der Sieg im französischen Golf de Terre Blanche ist für die Tour-Neulingin nicht nur ein persönlicher Meilenstein, sondern bringt sie auch ihrem Saisonziel, der „Road to the Ladies European Tour”, ein großes Stück näher.

 

„Ich bin einfach überwältigt, glücklich und erleichtert“, sagte De Bochdanovits nach ihrem Erfolg. „Ich hätte nie gedacht, dass das passieren würde, aber ich nehme es natürlich gerne mit. Ich bin einfach froh, dass ich eine gute Runde gespielt habe.”

 

Dabei hatte die Deutsche den Titel lange nicht im Blick. Stattdessen konzentrierte sie sich darauf, ruhig zu bleiben und Schlag für Schlag zu spielen. Nach einer aus ihrer Sicht nicht optimalen Putting-Leistung am Vortag wollte sie vor allem mehr Putts versenken. Das gelang: Mit sieben Birdies und einem Bogey spielte sie eine starke Schlussrunde und setzte im Clubhaus die Marke, an der sich die Konkurrenz messen musste.

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De Bochdanovits startete mit Birdies an den Löchern zwei und vier, musste am Par 5 der Sechs jedoch einen Schlagverlust hinnehmen. Anschließend gelang ihr eine Serie von drei Birdies in Folge. Auf den letzten neun Löchern legte sie mit Birdies an der 15 und der 18 nach und brachte sich mit neun unter Par in eine aussichtsreiche Position.

 

Die Entscheidung fiel jedoch erst, als die letzten Flights auf die Schlussbahn kamen. Die Schottin Lorna McClymont hatte sich mit einer bis dahin nahezu fehlerfreien Runde eine Zwei-Schläge-Führung erarbeitet. Nach 38 Löchern ohne Bogey schien sie den Titel bereits sicher zu haben. Auf der 17 hatte sie ihren Vorsprung mit einem weiteren Birdie sogar noch einmal ausgebaut.

 

Doch am 18. Loch folgte der Einbruch: McClymont verzog ihren Annäherungsschlag nach links ins Gebüsch. Auch der anschließende Chip misslang und rollte in Richtung Wasserhindernis. Am Ende musste sie eine Neun notieren – ein Quadruple-Bogey, das ihre Siegchancen zunichtemachte. Mit einer 72 fiel sie auf insgesamt sieben unter Par zurück und teilte sich Rang drei.

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De Bochdanovits verfolgte das Geschehen am Grün. Als McClymont ihren Chip zum Doppel-Bogey nicht lochte, war der Premierensieg der Deutschen praktisch besiegelt. Ihre Freundin Lisa Marie Schumacher verpasste ihr daraufhin eine Wasserdusche.

 

„Ich konnte es einfach nicht glauben. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben und nicht zu früh Schlüsse zu ziehen. Warten wir, bis es auf der Anzeigetafel steht“, erzählte De Bochdanovits. „Rational wusste ich es, als Lorna ihren Chip nicht zum Doppel-Bogey lochte. Aber gleichzeitig wollte ich nicht zu früh feiern. Und dann fing Lisa an, Wasser über meinen Kopf zu schütten. Da dachte ich: Ja, ich glaube, das war es jetzt.“

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Dass sie mit der Situation ihrer Konkurrentin mitfühlte, hatte einen persönlichen Hintergrund. De Bochdanovits kennt das Gefühl, einen sicher geglaubten Sieg auf der Schlussbahn noch aus der Hand zu geben. Bei einer Landesmeisterschaft hatte sie einst eine Drei-Schläge-Führung verspielt, nachdem sie zwei Bälle ins Wasser geschlagen und die letzte Bahn mit einem Triple-Bogey beendet hatte. Im anschließenden Stechen landete erneut ein Ball im Wasser.

 

„Ich fühlte mich wirklich schlecht, weil ich selbst schon einmal in so einer Situation war“, sagte De Bochdanovits. Der Vorfall liege vier oder fünf Jahre zurück. Seitdem habe sie gelernt, ruhiger und gelassener zu bleiben. Solche Erfahrungen gehören zum Leben als Golferin dazu.

Sprung unter die Top sieben

Mit diesem Erfolg macht De Bochdanovits in der Saisonwertung der LETAS einen großen Schritt nach vorn. Vier Turniere vor Saisonende liegt sie nun unter den besten Sieben der Order of Merit. Die Top sieben erhalten für die Saison 2027 die volle Spielberechtigung auf der Ladies European Tour.

 

„Ich hätte nie gedacht, dass die Top sieben in meiner ersten Saison auf der Tour erreichbar wären“, erklärte De Bochdanovits. Nach einigen guten Ergebnissen habe sie zunächst die Top 32 ins Visier genommen. Nun stehe sie deutlich besser da als erwartet. „Aber es sind noch vier Turniere zu spielen, und es kann noch viel passieren. Ich werde versuchen, ruhig zu bleiben, mein Spiel zu spielen und zu sehen, was passiert.“

 

Hinter De Bochdanovits belegte Ji mit acht unter Par den alleinigen zweiten Platz und erzielte damit ihr bislang bestes Ergebnis auf der LETAS. Den dritten Platz teilten sich McClymont, die Französin Marine Griffaut, die Schweizerin Lana Guyot, Natalie Armbrüster und die Engländerin Rebecca Earl.

 

Zweitbeste Deutsche im Feld war Chiara Horder auf T29.

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