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Die Birdie Bande – ein Projekt mit Durchschlagskraft
Die Birdie Bande – ein Projekt mit Durchschlagskraft | © GVNRW

Wie die Birdie Bande immer mehr Kinder für Golf begeistert

Teilweise mehr als 150 Kilometer einfache Strecke nehmen Eltern in Kauf, um ihre Kids zu den Treffen der Birdie Bande zu bringen. Der Grund: Hier können Kinder zwischen sechs und acht Jahren gemeinsam mit Gleichaltrigen die Faszination Golf erleben. Eine Möglichkeit, die in vielen Clubs fehlt. Dort trainieren die Jüngsten häufig mit deutlich älteren Kindern – und verlieren dadurch nicht selten irgendwann die Lust am Golf.

 

„Die Kinder trainieren dann häufig gemeinsam mit den Zehn- bis Vierzehnjährigen. Dass ein sechsjähriges Kind irgendwann die Lust am Golf verliert, wenn es größtenteils deutlich Ältere um sich hat, ist eigentlich kein Geheimnis“, erklärt Richard Grünen, Leistungssportkoordinator beim Golfverband Nordrhein-Westfalen und treibende Kraft hinter der Birdie Bande.

 

Das gemeinsame Golfspielen mit Gleichaltrigen war der Antrieb für dieses innovative Projekt. Als Ausgangspunkt diente ein Blick auf die Altersverteilung in verschiedenen Golfclubs. Schnell fiel das beschriebene Dilemma auf. Die Lösung war dann so einfach wie wirkungsvoll: den Aktionsradius vom einzelnen Club auf eine ganze Region zu erweitern. Genauer: Statt ausschließlich im Heimatclub zu trainieren, treffen sich die Kinder regelmäßig auf wechselnden Golfanlagen mit anderen Nachwuchsgolfern aus der Region. Das vergrößert die Gruppe und macht das Training unter Gleichaltrigen möglich.

Von 40 auf 90 Kinder

Um die Kinder wirklich zu begeistern, waren auch der Auftritt und das Drumherum der Birdie Bande von entscheidender Bedeutung. „Es sollte etwas Cooles sein, etwas Junges“, ergänzt Grünen. „Vielleicht ein bisschen wie früher ‚Die Wilden Kerle‘. Etwas, womit sich die Kinder identifizieren können. Dazu gehört natürlich auch, dass sie ein eigenes Polo oder eine Kappe bekommen.“

 

Wie wichtig solche kleinen Details werden können, zeigt eine Geschichte aus dem Projektalltag. „Ein Vater hat uns erzählt, sein Sohn sei normalerweise kaum davon abzuhalten, sich beim Spielen von Kopf bis Fuß schmutzig zu machen. Seit er allerdings sein Birdie-Bande-Polo besitzt, zieht er es sogar beim Essen vorsichtshalber aus. Schließlich soll das gute Stück bloß keine Flecken bekommen“, berichtet Grünen.

 

Die Zahlen sind bislang beeindruckend: Im ersten Jahr meldeten sich rund 40 Kinder an. 2026 waren es bereits 90. Während im ersten Jahr meist 15 bis 20 Kinder zu den Trainingseinheiten kamen, sind es mittlerweile häufig zwischen 30 und 40. Die Nachfrage entwickelte sich damit sogar schneller als erwartet. Teilweise so schnell, dass es schwierig wurde, genügend geeignete Trainer zu finden. Doch auch dieses Luxusproblem ist mittlerweile gelöst: Zur Verfügung steht ein Pool von etwa 15 Coaches, die die Veranstaltungen begleiten.

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Spaß steht an erster Stelle

Die Gestaltung des Trainings ist bewusst locker und unterhaltsam gewählt. Das Übungsareal verwandelt sich in eine große Spiel- und Bewegungslandschaft mit Parcours, Geschicklichkeitsübungen, verschiedenen Golfstationen und jeder Menge Herausforderungen, bei denen sich die Kinder ausprobieren können. „Unsere Treffen haben Kindergeburtstagscharakter“, so Grünen. „Wir stecken sehr viel Herzblut hinein, damit die Kids einen unvergesslichen Tag erleben.“

 

Dafür braucht es Trainer, die nicht nur Golf vermitteln, sondern vor allem Kinder begeistern können. Einer der Coaches ist Peter Wright, der sich auch außerhalb der Birdie Bande auf Kindertraining spezialisiert hat. Seine langjährige Erfahrung sorgt dafür, dass in den drei Stunden des golferischen Miteinanders eine abwechslungsreiche Mischung aus Spiel, Spaß, Bewegung und Technik entsteht. Und damit die Begeisterung für den Golfsport. 

 

Dass aus den jüngsten Teilnehmern irgendwann auch ambitionierte Nachwuchsgolfer werden können, ist dabei nicht die primäre Motivation, aber ein willkommener Nebeneffekt. „In Deutschland gibt es bei den Landesgolfverbänden verschiedene Förderangebote, die häufig ab einem Alter von neun oder zehn Jahren beginnen“, erklärt Grünen. „Wir wollten deshalb mit der Birdie Bande auch ein Angebot schaffen, das genau diese Lücke schließt. Und natürlich ist es auch eine schöne Bestätigung, wenn wir später Kinder in unseren Kadern wiedersehen.“

Ein Konzept mit Zukunft

Für das kommende Jahr soll das Angebot weiter ausgebaut werden. Geplant sind zusätzliche Trainingstermine, die sich noch gleichmäßiger über das Jahr verteilen. Perspektivisch soll die Birdie Bande ihre Aktivitäten auf elf Monate ausdehnen – von den ersten Indoor-Veranstaltungen im Februar bis zur gemeinsamen Weihnachtsfeier im Dezember. Auch über die Landesgrenzen hinaus hat sich das Konzept etabliert. Andere Landesgolfverbände haben die Idee aufgegriffen und erste Treffen organisiert.

 

Fest steht: Die Idee zündet. Es braucht nicht zwangsläufig große Investitionen oder aufwendige Förderstrukturen, um mehr Kinder für den Sport zu begeistern. Manchmal reicht schon der pragmatische Ansatz, diejenigen besser zusammenzubringen, die sowieso schon da sind.

 

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