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Kein falsches Wort: Gerade bei Einsteigern sollte man nicht jeden Fehler kommentieren. | © Canva

Gut gemeint – aber oft falsch: Was Anfänger nicht hören sollten

Der erste Schritt vom Übungsbereich auf den Golfplatz kostet viele Anfänger Überwindung. Nach den ersten Stunden auf der Driving Range kommt irgendwann der Moment, an dem die Grundlagen erstmals unter echten Bedingungen getestet werden. Für Neulinge ist das oft aufregend – und manchmal auch einschüchternd. Erfahrene Golfer versuchen in solchen Situationen häufig zu helfen. Doch manche gut gemeinten Ratschläge (Achtung, auch Ratschläge sind Schläge... ) können genau das Gegenteil dessen bewirken, was gewünscht ist. Sie verunsichern Anfänger, setzen sie unter Druck und nehmen ihnen den Spaß am Spiel. Wer mit Einsteigern unterwegs ist, sollte deshalb einige typische Kommentare besser vermeiden.

1) „So macht man das aber nicht“

Dieser Satz klingt vielleicht wie ein hilfreicher Hinweis, wirkt auf Anfänger aber schnell belehrend. Wer ständig hört, was alles falsch läuft, konzentriert sich automatisch auf Fehler statt auf Fortschritte. Besser ist es, gelungene Schläge hervorzuheben und positives Feedback zu geben. Wenn wirklich ein Regelverstoß passiert, kann man ihn ruhig erklären – aber ohne Vorwurf. Gerade die Golfregeln wirken auf Einsteiger ohnehin komplex genug.

2) „Halte den Kopf still“

Kaum ein Satz gehört so sehr zu den Golf-Klischees wie dieser. Technisch gesehen ist der Rat jedoch problematisch. Wer krampfhaft versucht, den Kopf völlig ruhig zu halten, schränkt oft die natürliche Bewegung des Schwungs ein. Vor allem gilt: Technik gehört in erster Linie in die Hände eines Trainers. Auf dem Platz geht es für Anfänger vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln – nicht darum, jede Bewegung zu analysieren.

3) „Beeil dich mal!“

Viele Anfänger haben ohnehin das Gefühl, sie könnten zu langsam spielen und die Gruppe hinter sich aufhalten. Wenn dann noch jemand aus dem eigenen Flight zur Eile drängt, steigt der Druck sofort. Die Folge: hektische Schläge, mehr Fehler – und letztlich noch mehr Zeitverlust. Deutlich hilfreicher ist ein entspannter Umgang mit der Situation. Ein freundliches Wort, ein bisschen Unterstützung auf dem Weg zum nächsten Abschlag oder der Hinweis, im Zweifel einmal den Ball aufzunehmen, helfen mehr als zusätzlicher Stress.

4) „Schlag einfach schneller“

Viele Einsteiger wünschen sich mehr Länge vom Tee. Doch der Versuch, einfach härter oder schneller zu schwingen, führt meist zu Kontrollverlust. Für Anfänger sind Rhythmus, Balance und ein sauberer Bewegungsablauf wichtiger als rohe Kraft. Die Distanz kommt mit der Zeit – wenn Technik und Timing besser werden.

5) „Nicht hochschauen!“

Auch dieser Klassiker taucht häufig auf dem Grün auf. Gemeint ist zwar, dass Spieler nach dem Schlag nicht sofort zum Loch schauen sollten. Doch der Satz kann dazu führen, dass Anfänger sich unnötig verkrampfen. Hilfreicher ist eine andere Formulierung, etwa: nach dem Putt kurz ruhig bleiben und erst dann schauen, wohin der Ball rollt. Solche einfachen Hinweise wirken oft entspannter als starre Verbote.

Der wichtigste Tipp: Geduld

Vielleicht der wichtigste Aspekt, der oft unterschätzt wird: Geduld. Golf ist ein komplexes Spiel, und Fortschritte brauchen Zeit. Wer Anfänger ständig mit Tipps, Kommentaren oder Erwartungen überhäuft, nimmt ihnen schnell die Freude am Lernen. Manchmal ist es deshalb das Beste, einfach nichts zu sagen. Ein freundliches Wort, ein Lächeln nach einem gelungenen Schlag und ein entspannter Flight tragen oft mehr dazu bei, dass Neulinge langfristig Spaß am Golf finden – und genau darum geht es schließlich.

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