Platzreife geschafft: Vier Tipps für die erste Runde ohne Pro
Die erste Runde ohne Golfpro an der Seite kann sich anfühlen wie die erste Autofahrt ohne Fahrlehrer. Plötzlich sind Sie auf sich allein gestellt. Sie stehen am ersten Abschlag und stellen fest, dass da heute niemand ist, der Ihnen sagt, was als Nächstes zu tun ist. Kein Pro, der den passenden Schläger empfiehlt, auf den Verlauf der Bahn hinweist, den Wind einschätzt oder bei einer Regelfrage hilft. Vier Tipps für Ihre erste Runde nach der Platzreife:
1) Sagen Sie ruhig, dass Sie Anfänger sind
Vielleicht sind Sie trotzdem nicht allein unterwegs. Sie spielen in einem Flight mit erfahrenen Mitspielern – und gerade deshalb ist die Nervosität groß. Wichtig ist: Sie müssen am ersten Abschlag nicht so tun, als hätten Sie bereits 200 Runden hinter sich. Ein freundliches „Ich bin noch ziemlich neu, sagt mir bitte Bescheid, wenn ich etwas übersehe“ nimmt häufig sofort den Druck aus der Situation. Fragen sind erlaubt. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie Ihren Trolley abstellen sollen, wer gerade an der Reihe ist oder wie Sie in einer bestimmten Situation verfahren müssen, fragen Sie Ihre Mitspieler. Nur bei einem Thema sollten Sie vorsichtiger sein: Schwungtipps. Drei Mitspieler können Ihnen innerhalb von fünf Minuten vier verschiedene Ratschläge geben – nicht immer läuft es dann wirklich besser ...
2) Sie dürfen Fehler machen – nur nicht unnötig langsam spielen
Das ist wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis für die ersten Runden. Niemand im Flight wird erwarten, dass Sie Fairways und Grüns in Serie treffen. Ein Anfänger braucht nun einmal mehr Schläge. Trotzdem können Sie zügig spielen. Gehen Sie direkt zu Ihrem Ball, überlegen Sie rechtzeitig, welchen Schläger Sie benötigen, und seien Sie bereit, wenn Sie spielen können. Auch Kleinigkeiten machen einen Unterschied: Stellen Sie Ihr Bag am Grün bereits in Richtung des nächsten Abschlags und schreiben Sie den Score erst dort auf. Und wenn es auf einer Bahn bei einer privaten Runde völlig schiefläuft? Dann muss aus einer 11 nicht unbedingt eine 14 werden. Sprechen Sie mit Ihren Mitspielern und heben Sie gegebenenfalls den Ball auf. Beim Turnier gelten selbstverständlich andere Vorgaben.
3) Beobachten Sie Ihre Mitspieler
Ihre erste Runde ist gleichzeitig Anschauungsunterricht. Wo stellen die anderen ihre Bags ab? Wann gehen sie zum nächsten Abschlag? Wer spielt zuerst? Wann wird eine Pitchmarke ausgebessert? Vieles, was auf dem Golfplatz selbstverständlich wirkt, lernt man erst beim Spielen. Ein paar Grundlagen sollten trotzdem sitzen: Seien Sie ruhig, wenn ein anderer Spieler schlägt, bewegen Sie sich nicht störend in dessen Nähe und achten Sie darauf, niemanden zu gefährden. Harken Sie nach einem Bunkerschlag Ihre Spuren und bessern Sie Pitchmarken auf dem Grün aus. Und fliegt Ihr Ball in Richtung anderer Menschen, rufen Sie laut „Fore!“. So, wie Sie es gelernt haben.
4) Lassen Sie sich nicht vom Niveau der anderen verrückt machen
Ihr Mitspieler schlägt den Ball 220 Meter mitten aufs Fairway. Sie toppen Ihren Abschlag 30 Meter nach vorne. Nicht schlimm! Eine der angenehmsten Eigenschaften des Golfsports ist, dass Menschen sehr unterschiedlicher Spielstärke gemeinsam eine Runde spielen können. Sie müssen weder die Länge noch den Score Ihrer Mitspieler erreichen. Orientieren Sie sich lieber an Ihrem eigenen Spiel. Vielleicht gelingt Ihnen an diesem Tag ein guter Abschlag, ein sauberer Chip oder sogar das erste Par. Das sind die Momente, die hängen bleiben. Sollte zwischendurch Unsicherheit aufkommen, denken Sie daran: Auch der souveräne Golfer neben Ihnen hat irgendwann einmal am ersten Abschlag gestanden und vieles nicht gewusst, was heute selbstverständlich ist für ihn.








