Das erste Turnier: Warum Sie sich schon früh trauen dürfen
Die Platzreife ist geschafft, die ersten Runden mit Freunden haben Sie hinter sich. Trotzdem gibt es da etwas, an die Sie sich noch nicht so recht heranwagen: das erste Turnier. Schließlich treffen Sie noch längst nicht jeden Ball sauber, brauchen manchmal drei Schläge aus dem Bunker und sind froh, wenn der Abschlag überhaupt auf dem Fairway landet. Also lieber noch ein paar Wochen üben. Oder Monate. Und dann irgendwann, wenn das Spiel endlich gut genug ist, sind Sie bereit für den ersten offiziellen Wettkampf. Das Problem an diesem Plan: Der optimale Zeitpunkt kommt womöglich nie. Denn selbst Golfer, die seit Jahrzehnten spielen, stehen gelegentlich am ersten Abschlag und fragen sich, ob sie heute überhaupt einen Ball treffen werden.
Sie müssen nicht gut sein, um ein Turnier zu spielen
Golfturniere sind keine Veranstaltungen ausschließlich für Spieler mit niedrigem Handicap. Im Gegenteil: Viele Clubs bieten ausdrücklich Wettspiele für Einsteiger und höhere Handicapklassen an. Besonders beliebt sind sogenannte Tiger-&-Rabbit-Turniere. Dabei spielen erfahrenere Golfer, die „Tiger“, gemeinsam mit Anfängern, den „Rabbits“. Die Neulinge können Fragen stellen, bekommen Unterstützung bei organisatorischen Abläufen und lernen nebenbei, wie ein Turnier funktioniert. Je nach Club unterscheiden sich die genauen Bedingungen und Spielformen. Auch Neun-Löcher-Turniere sind für den Einstieg eine gute Wahl. Sie dauern nicht so lange wie eine vollständige Runde und lassen sich häufig leichter in den Alltag integrieren.
Die Nervosität gehört dazu
Beim ersten Turnier fühlt sich manches plötzlich wichtiger an als auf einer privaten Runde. Der Abschlag an Loch eins zum Beispiel. Drei Mitspieler schauen zu, vielleicht wartet schon die nächste Gruppe. Und ausgerechnet jetzt soll der Ball möglichst gerade fliegen. Falls Sie nervös sind: Das ist völlig normal – geht selbst den Profis so. Stehen Sie zu Ihrer Aufregung. Erzählen Sie ruhig, dass Sie Ihr erstes Turnier bestreiten. Die meisten Ihrer Mitspieler werden Verständnis haben – schließlich haben sie selbst irgendwann einmal angefangen.
Versuchen Sie außerdem nicht, ein besonders gutes Golfspiel zu erzwingen. Nehmen Sie sich lieber vor, bei Ihrer gewohnten Routine zu bleiben, vernünftige Entscheidungen zu treffen und missglückte Schläge schnell abzuhaken.
Sie lernen anders als auf privaten Runden
Ein Turnier unterscheidet sich von einer privaten Golfrunde nicht nur durch die offizielle Scorekarte. Plötzlich müssen Sie genauer darauf achten, wann Sie an der Reihe sind, wie Sie Ihren Ball korrekt droppen oder was passiert, wenn er möglicherweise im Aus gelandet ist. Das klingt zunächst kompliziert. Aber gerade deshalb lohnt sich die Teilnahme. Denn viele Abläufe werden erst dann selbstverständlich, wenn Sie sie tatsächlich erleben. Sie lernen, sich auf jeden Schlag vorzubereiten, mit kleinen Unterbrechungen umzugehen und auch nach einem misslungenen Loch konzentriert zu bleiben. Sie müssen dafür nicht jede Golfregel auswendig kennen. Ein solides Grundverständnis ist wichtig, bei Unsicherheiten dürfen Sie nachfragen.
Ihr Handicap ist kein Zeugnis
Viele Anfänger fürchten, dass ein schlechtes Turnierergebnis ihr Handicap ruiniert. Dabei ist das Handicap-System gerade dafür gedacht, unterschiedliche Spielstärken abzubilden. Im World Handicap System fließen grundsätzlich die besten acht der letzten 20 handicaprelevanten Ergebnisse in die Berechnung ein. Solange noch weniger Ergebnisse vorliegen, gelten besondere Berechnungsregeln. Eine einzelne schwache Runde bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Ihr Handicap deutlich steigt. Und vor allem: Ihr Handicap sagt nichts darüber aus, ob Sie auf dem Golfplatz willkommen sind oder wie viel Spaß Sie an diesem Sport haben dürfen.
Das erste Turnier muss kein Erfolg werden
Vielleicht spielen Sie bei Ihrer Premiere besser als erwartet. Vielleicht verlieren Sie fünf Bälle und brauchen auf den letzten Löchern vor allem Geduld. Alles ist möglich. Der eigentliche Gewinn liegt aber woanders: Sie lernen, wie ein Turnier abläuft. Sie entdecken das Gefühl am ersten Abschlag, erleben eine offizielle Runde und stellen vermutlich fest, dass die anderen Teilnehmer vor allem mit ihrem eigenen Golfspiel beschäftigt sind. Deshalb müssen Sie mit der Anmeldung nicht warten, bis Ihr Schwung perfekt ist. Suchen Sie sich ein anfängerfreundliches Turnier, lesen Sie die Ausschreibung und fragen Sie im Sekretariat nach, wenn etwas unklar ist.
Und falls der erste Abschlag dann tatsächlich im Aus landet? Willkommen im Turniergolf. Das passiert den erfahrenen Spielern schließlich auch.








