SLR-Männer marschieren, Stuttgarts Frauen feiern Champion Briem
Fürth fordert Flexibilität. Nicht nur, was die Schwierigkeit des Platzes angeht (der Baum mitten im Fairway der zweiten Bahn ist und bleibt einzigartig). Die Wetterkapriolen verlangten den Frauen der 1. Bundesliga Süd am zweiten DGL-Spieltag ebenfalls einiges ab. Um 8 Uhr morgens hatte Wettspielleiter Max Brunner die ersten Gruppen auf die Runde geschickt. 50 Minuten später saßen alle im Clubhaus, weil wegen eines Gewitters für gut eine Stunde unterbrochen werden musste. Die Temperaturen fielen kurzfristig auf schattige zwölf Grad. Kurz vor Mittag waren es dann über 30.
Rauf und runter ging’s auch für den Gastgeber. „Wir sind heute mit einer sehr starken Besetzung am Start und wollen zeigen, dass wir in der 1. Bundesliga mithalten können“, sagte Gregor Asteroth. Der Captain des 1. GC Fürth konnte gemeinsam mit Coach Michael Heffner auf Lisa Marie Schumacher zurückgreifen, die vor wenigen Tagen starke Dritte beim LETAS-Turnier in Österreich geworden war. Und auch Nathalie Hartman sollte Fürth pushen. Wenige Tage vor dem zweiten DGL-Spieltag hatte sie bei einem Event der Bavarian Junior Golf Tour in Gerolsbach mit einer 67 (Six-Seven!) einen Platzrekord aufgestellt. So richtig heiß liefen Schumacher und Hartman nicht, obwohl mit Pudeldame Molly das Maskottchen der Fürtherinnen am Fairway-Rand unterwegs war.
Dafür war mal wieder auf Franziska Bremm Verlass. Sie beflügelte ihren 1. GC Fürth mit einer 68 (-4) und damit dem Tagesbestscore, den sie mit der Münchnerin Annabelle Sapper, IAM-Siegerin 2025, teilte. Apropos München: Die Frauen aus der Landeshauptstadt spielen diesmal eine sehr ordentliche Rolle und wahren die Chance auf den Gesamtsieg. „Es ist zwar immer etwas nervig, wenn du nach einer Gewitterpause wieder in deinen Rhythmus und in die Konzentration finden musst, aber meine Mädels haben das heute vor allem in den Einzeln großartig gemacht. Darauf kann man definitiv aufbauen“, so MGC-Coach Alexander Linner, der in der Gewitterpause noch Yardages checkte, während sich Frankfurts Frauen mit dem Gesellschaftsspiel „Die Werwölfe von Düsterwald“ die Zeit vertrieben.
Eher weniger zufrieden mit dem Start seiner Mannschaft in den 2. DGL-Spieltag dürfte Sebastian Buhl sein. Hatten seine Frauen aus dem GC St. Leon-Rot Runde eins zu Hause noch klar dominiert, schwächelte der amtierende Deutsche Meister in den ersten beiden Durchgängen am Samstag etwas. In den Einzeln kein einziges Resultat unter Par – das sorgt für Gesprächsbedarf bei den Favoritinnen, die allerdings mit einer sehr jungen Auswahl am Start sind. Gesprächsthema Nummer eins bei den Frauen aus Stuttgart ist selbstverständlich der LET-Sieg von Helen Briem. „Wir freuen uns alle riesig für sie. Helen ist inzwischen ein Vorbild für alle. Vielleicht gibt das unserer Mannschaft einen Push. Wir freuen uns, wenn sie vielleicht den einen oder anderen Spieltag dabei sein kann“, erklärt Soliltude-Coach Heiko Burkhard.
Bei den Männern SLR vor München und Frankfurt
Die Männer der 1. Bundesliga Süd sind knapp zwei Autostunden südlicher unterwegs, um den Tagessieger des zweiten Spieltages zu ermitteln. Und es bleibt dabei: Der GC St. Leon-Rot marschiert mal wieder vorneweg. Die Mannschaft von Marco Schmuck führt das Klassement nach Einzeln und Vierern am Samstag mit gesamt -22 vor starken Münchnern (-12) und dem Frankfurter GC (-11) an. In den Einzeln war bei Team SLR zwar noch etwas Sand im Getriebe, zumal der enge und selektive Kurs des GC Augsburg durchaus Taktik und Geduld erfordert. Aber mit zwei 67er-Runden in den Vierern am Nachmittag setzte sich der Favorit dann doch ab.
SLR-Coach Marco Schmuck hatte gemischte Gefühle: „Mit unseren Einzeln war ich unzufrieden, da wir entgegen unserer Absprache sehr emotional reagiert haben. Deswegen sind wir nicht so in den Rhythmus gekommen. In den Vieren haben die Jungs das dann deutlich besser gemacht. Wir wissen, dass wir morgen nochmal eine Schippe drauflegen müssen, um den Spieltag in Augsburg erfolgreich zu gestalten.“
Auch im Süden hoffen Spieler, Trainer und Betreuer, am Sonntag abschlagen zu können. Für die gesamte Region sind am Nachmittag vereinzelt Gewitter angesagt. Ein Donnerwetter dürften Habsbergs Männer von ihrem Coach Peter Wolfenstetter erlebt haben. Am ersten Spieltag hatte der Aufsteiger noch mit Platz zwei geglänzt und überrascht, in Augsburg kam der Motor allerdings noch nicht zum Laufen. Dafür kann Münchens Coach Arne Dickel mit der Performance seiner Mannschaft und Rang zwei sehr zufrieden sein.
„Wir haben uns nach anfänglichen Schwierigkeiten in den Einzeln am Vormittag auf den Back Nine dann von unserer stärkeren Seite gezeigt. Das ist eigentlich das Minimum, was ich von meiner Mannschaft erwarte. Auch in den Vierer hatten wir Startschwierigkeiten, konnten uns aber auch dort stabilisieren und haben alles zusammen gesehen eine sehr solide Leistung geboten. Wir freuen uns auf morgen und werden alles geben, um den Spieltag spannend zu machen und um den Sieg spielen“, so MGC-Coach Dickel.
Weitere Stimmen
Felix Eibl, Trainer Augsburg Männer: „Wir sind so weit zufrieden mit den Einzeln. In den Vierern haben wir nicht die besten Runden erwischt. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir morgen nochmal angreifen können. Unser Auftreten auf dem Heimatplatz sowie die Stimmung sind gut. Die Grüns sind super und die gesamte Anlage ist sehr stark. Von den Gegnern haben einige schon von Little Augusta gesprochen.“
Jan Pelz, Trainer Frankfurt Männer: „Unser erster Tag war ordentlich. Das war sehr solide. Am Sonntag werden wir mit Edward Horn einen Jugendlichen in den Einzeln bringen.“
Verena Scholz, Trainerin Frankfurt Frauen: „Das war heute ein eher holpriger Start, nicht ganz so wie erwünscht. Wir hatten allerdings krankheits- und verletzungsbedingt die eine oder andere Auswechslung. Wir werden versuchen, gut zu regenerieren und mit vollem Fokus in den Sonntag gehen.“
Michael Heffner, Trainer 1. GC Fürth Frauen: „Mit unserer Leistung bin ich sehr zufrieden. Ich freue mich für Franzi, dass sie geteilt die beste Runde des Tages gespielt hat – als Lokalmatadorin. Wir stehen jetzt ganz gut da und haben eine gute Ausgangsposition für Sonntag. Unser Ziel und unsere Marschroute ist, alles zu geben und vielleicht für eine kleine Überraschung zu sorgen.“







