Er ist der Spieler der Saison 2026
70 (-1), 68 (-4), 66 (-6), 65 (-6) und 66 (-6); das macht in der Summe einen Score von 23 unter Par in fünf Runden Golf. Damit ist Torben Baumann der Spieler des Jahres in der Saison 2026 der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf. Der Head-Pro aus dem GC Ulm belegte mit seinem Team hinter dem GC Wörthsee zwar „nur“ Rang zwei in der Regionalliga Süd 1, steigt aber trotzdem auf. „Da die zweite Mannschaft von Berlin-Wannsee als Meister der Regionalliga Nord nicht aufsteigen darf, weil ihre Erste in der 1. Liga spielt, rücken wir als bester Zweiter aller Regionalligen nach und dürfen 2027 in der 2. Bundesliga spielen“, erklärt Baumann.
Der heute 38-Jährige war vor seiner Trainerkarriere in Ulm als Playing Professional unterwegs. Mit tiefen Scores kennt er sich aus. Als junger Pro gewann er die Q-School zur Sunshine Tour mit einer Rekordrunde von 62 Schlägen. Er nahm an Events der Südafrika-Serie, der European wie der Asian Tour teil. „Nach dieser aufregenden Zeit kam ich 2015 zurück nach Deutschland und begann als Clubmanager und Trainer in Ulm zu arbeiten.“ Das mit Golf war bei ihm sowieso irgendwie Schicksal: Als gebürtiger Bad Waldseer war er als damals Zehnjähriger beim Eröffnungsturnier des Fürstlichen Golfresorts dabei, schoss mit dem Holz 3 ein Hole-in-One auf dem Inselgrün der 15 und war angefixt. Die Kugel hat er heute, 28 Jahre später, immer noch.
In der DGL-Saison 2026 lief's richtig rund für Baumann. Die Scores wurden von Spieltag zu Spieltag immer tiefer. Woran hat's gelegen? „Ich habe vor der Saison mein Mind-Set geändert. Ich wusste, ich habe weniger Zeit zum Trainieren, weil es meine Hauptaufgabe ist, Unterricht zu geben. Da war vielleicht der Kopf freier, mehr Leichtigkeit da, die ich zuletzt als 14-Jähriger hatte; ich habe es einfach wieder als Spiel gesehen, Vollgas auf die Kugel gehauen und die Pins attackiert.“ Diese Hopp-oder-Topp-Mentalität habe ihn aggressiver auftreten lassen und ihm eben diese Traumscores beschert. Wie es im Leben (und im Golf) eben manchmal so ist: Weniger nachdenken, sondern genießen und Spaß haben. No risk, no fun. Baumann: „Wenn dann mal was nicht klappt, ist es halb so wild.“ Die Erwartungshaltung an sich selbst sei einfach eine andere gewesen als damals, als er als Pro Ergebnisse spielen musste.
Ziel 2027? Klassenerhalt
„Ich bin ganz zufrieden mit meiner Performance und natürlich auch der Leistung des Teams. Jetzt treten wir 2027 in der 2. Bundesliga an, wollen den Klassenerhalt schaffen und uns irgendwann vielleicht an die Top Ten Deutschlands heranschieben.“ Dass dazu an der einen oder anderen Stelle Verstärkungen nötig sind, weiß der Fully Qualified Professional der PGA of Germany genau. Baumann gehört zu jenen Kandidaten, die von der neu eingeführten Regelung der DGL profitieren, dass auch Teaching Pros, die lange genug im Club sind, für die Mannschaften abschlagen dürfen. Der GC Ulm hat ja dank seiner starken Ergebnisse auch was davon. Keiner spielte 2026 besser, Baumann ist der Gewinner der Ligarangliste und ließ damit „Stars“ aus höherklassigeren Clubs wie beispielsweise Leon Breimer von Meister Habsberg hinter sich.
Im kommenden Jahr wird er mit dem GC Ulm in Liga zwei spielen. Als Aufsteiger. Was man als Neuling erreichen kann, haben sie auch in Ulm gesehen. Baumann: „Dass Habsberg gleich im ersten Jahr Deutscher Meister wird, ist eine großartige Geschichte für die Liga und für alle Spieler. Da sieht man, was möglich ist.“ Und auch den zweiten Aufstieg der Männer aus dem GC Main-Taunus haben sie mitbekommen in Ulm. Trotzdem sei das Ziel 2027 der Klassenerhalt. Aber wer weiß, was den Spieler der Saison 2026 noch erwarten wird. Dass Wunder manchmal passieren, weiß er spätestens, seitdem er als Zehnjähriger der jüngste Hole-in-One-Schütze Deutschlands war.







