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Jon Rahm spricht mit einem Regelbeauftragten. | © 2025 Getty Images

Diskutiert, bestraft und dennoch Par

Es sind oft die kleinen Momente, die im Golfsport für die größte Aufregung sorgen. So auch bei der BMW PGA Championship in Wentworth: Jon Rahm war bereits früh in seiner Runde in eine langwierige Regeldebatte verwickelt – mit Telefonaufnahmen, einem unerbittlichen Regelentscheid und am Ende einem spektakulären Par, das sinnbildlich für seine Nervenstärke stand.

 

Auf dem Par 4 der 13. Bahn hatte Rahm seinen Ball auf das Fairway geschlagen, als sich vor dem zweiten Schlag eine heikle Szene abspielte. Beim Ansprechen des Balls und dem leichten Aufsetzen seines Schlägers bewegte sich die Kugel minimal. Sofort rief der Spanier einen Offiziellen hinzu und schilderte, er sei überzeugt, dass die Bewegung nicht durch seinen Schläger, sondern durch natürliche Kräfte wie die Schwerkraft verursacht worden sei. Um die Situation zu klären, wurde sogar das Video eines Zuschauers herangezogen, das den Ablauf noch einmal deutlich zeigte.

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Nach intensiver Beratung kam der Referee zu einem klaren Urteil: Da sich der Ball nach dem Aufsetzen des Schlägers bewegt hatte, lag ein Regelverstoß vor. Für Rahm bedeutete das einen Strafschlag – unabhängig davon, ob letztlich die Gravitation der eigentliche Auslöser war. Der Ball musste zurückgelegt werden und Rahm setzte seine Runde mit einem zusätzlichen Schlag im Gepäck fort.

 

Anstatt sich über die Entscheidung aus dem Rhythmus bringen zu lassen, reagierte der Masters-Champion mit der Gelassenheit eines Routiniers. Sein dritter Schlag fand das Grün und mit einem nervenstarken Putt lochte er tatsächlich noch zum Par. Damit blieb der Schaden auf der Scorecard minimal. Rahm unterschrieb am Ende des Tages eine 71, gefolgt von zwei Runden mit 69 Schlägen sowie einer 66 im Finale. Damit schloss er das Turnier bei 13 unter Par auf Rang 13 ab.

"Unnötig streng"?

Während Rahm sportlich das Beste aus der Situation machte, äußerten viele Zuschauer in den sozialen Medien Unverständnis über die Härte der Entscheidung. Die Kommentare reichten von „unnötig streng“ bis hin zu „stupide Regel“ – ein Hinweis darauf, dass die Golfregeln in ihrer Detailtiefe auch heute noch Diskussionsstoff liefern. Für Rahm selbst blieb es letztlich eine Episode, die zeigte: Selbst wenn die Regeln einmal gegen ihn sprechen, macht seine Klasse auf dem Platz den Unterschied.

Das sagt DGV-Regelfachmann Dietrich von Garn dazu:

„Wieder haben wir einen Fall, bei dem die Empörung in der Öffentlichkeit groß ist, weil sich die Zuschauer und Leser auf die Seite des Spielers stellen. Genau dort stehen die Referees auch, denn die Spielleitung ist darauf aus, im Zweifel immer für den Spieler zu entscheiden, wenn dies geht. Das Problem sind dann die Fälle, in denen eine Entscheidung zu Gunsten des Spielers nicht mehr zulässig ist. Warum gibt es dann solche Regeln, wenn man sich allgemein einig ist, dass derartige Strafen zumindest „lästig“, wenn nicht sogar „unangemessen“ sind? 

 

Das Problem besteht darin, dass es eine Regel geben muss, die das Bewegen des Balls durch den Spieler unter Strafe stellt, denn wenn im Golf verlangt wird, den Ball zu spielen, wie er liegt, muss es eine Strafe dafür geben, wenn der Spieler den Ball nicht dort liegen lässt, wo dieser hingehört. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies aus Versehen oder absichtlich geschieht, denn wie soll man dies unterscheiden?

 

Steht ein Spieler am Ball und sein Ball bewegt sich plötzlich, könnte man natürlich den Spieler fragen, ob er den Ball bewegt hat. Die ehrliche Antwort wird so gut wie immer sein „Das wollte ich nicht“, aber dann besteht immer noch ein Unterschied zu der Aussage „Das war ich nicht“. Auch hier in diesem Fall bei Jon Rahm dürfen wir glauben, dass er den Ball nicht bewegen wollte und auch nicht davon überzeugt war, dass er die Bewegung des Balls verursacht hatte. Er konnte es nicht wissen, aber er war nicht vorsichtig genug. Es hätte gereicht, wenn er den Schläger nicht aufgesetzt hätte, dann hätte es keinen Anlass gegeben, den Spieler als Verursacher der Bewegung anzusehen. 

 

Die Situation, in die Jon Rahm sich gebracht hatte, ergab jedoch leider als einzige Möglichkeit einen Strafschlag, da es aufgrund der Umstände als „bekannt oder so gut wie sicher“ angesehen werden musste, dass der Spieler die Ursache für die Bewegung des Balls war.

 

Hier ist es so wie mit allen Regelverstößen: Es wird ihm nicht wieder passieren.“

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