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Nicht nur auf dem Grün einer der Besten: Rory McIlroy. | © golfsupport.nl/Brian Spurlock/ism

Zwölf Schläge, vier Positionen: McIlroys Putt-Coach verrät Lieblingsübung

Sie kennen das sicher auch: Ihr Drive landet perfekt auf dem Fairway, der Annäherungsschlag endet drei oder vier Meter neben der Fahne. Birdiechance! Doch dann schieben Sie den scheinbar einfachen kurzen Putt am Loch vorbei. Gerade Putts aus ein bis zwei Metern gehören für viele Amateure zu den unangenehmsten Schlägen auf einer Runde. Brad Faxon weiß, warum. Der ehemalige PGA-Tour-Sieger und langjährige Putt-Coach von Rory McIlroy sieht die Ursache häufig nicht in der Technik, sondern im Kopf. Bei einem Training im Old Marsh Golf Club erklärte Faxon, dass Probleme bei kurzen Putts meistens auf einen Mix aus Technikproblemen, Grundlagen und mentaler Einstellung ergeben. Sein Eindruck: „Ich glaube eher, dass es daran liegt, wie man denkt, als daran, wie man sich aufstellt“, erzählt er im Video (s.u.). Trotzdem beginnt für ihn alles mit einem soliden Setup. 

Die Grundlage: Ein sauberes Setup

Faxon predigt zunächst die Grundlagen. Hüfte, Knie und Sprunggelenke sollten übereinander ausgerichtet sein. Durch die Griffhaltung entsteht eine leichte Schulterneigung, der Ball liegt etwa auf Höhe der linken Ferse. Die Augen blicken möglichst senkrecht auf den Ball, die Unterarme verlaufen nahezu parallel zum Schaft. Doch selbst die beste Technik hilft wenig, wenn kurze Putts im Training kaum unter Druck geübt werden. Viele Golfer kennen die Situation: Auf der Runde wird ein kurzer Putt großzügig geschenkt, statt ihn tatsächlich zu spielen. Faxon scheint davon wenig zu halten. 

Challenge: 12 Putts aus vier Lagen

Seine Lieblingsübung ist ebenso einfach wie effektiv. Aus vier verschiedenen Richtungen rund um das Loch – bildlich gesprochen bei zwölf, drei, sechs und neun Uhr – werden jeweils drei Putts aus etwa einem bis anderthalb Metern Entfernung gespielt. Der Clou: Jeder Putt wird mit einer anderen Geschwindigkeit geschlagen. Der erste Ball soll gerade so die Vorderkante des Lochs erreichen. Der zweite wird bewusst fest gespielt, sodass er nahezu gegen die Rückseite der Lochkante prallt. Der dritte erfolgt mit normaler Platzgeschwindigkeit. So entstehen zwölf Putts mit unterschiedlichen Breaks, unterschiedlichen Einlaufwinkeln und vor allem unterschiedlichem Gefühl. 

Weg vom Ergebnis, hin zum Gefühl

Für Faxon liegt der große Vorteil dieser Übung darin, dass sie den Fokus vom Ergebnis löst. Statt ständig darüber nachzudenken, ob der Ball fällt oder nicht, beschäftigt sich der Spieler mit Tempo, Gefühl und Kreativität.
„Das macht das Ganze spielerischer“, erklärt der Amerikaner. Die Übung erinnere eher an Basketball-Würfe aus unterschiedlichen Positionen als an monotones Putt-Training. Wer verschiedene Geschwindigkeiten ausprobiert, entwickelt automatisch ein besseres Gespür für sein Tempo. 

Welches Ziel Sie sich setzen sollten

Wer die Übung regelmäßig trainiert, darf sich laut Faxon ein klares Ziel setzen: Zehn von zwölf Putts sollten fallen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, jeden Ball exakt so zu spielen wie auf dem Platz. Vielmehr sollen die Spieler bewusst experimentieren – extrem weich, extrem fest und dann wieder mit normalem Tempo. Gerade dieses Ausloten der Grenzen fördert Gefühl und Selbstvertrauen. 

Mehr Spaß auf dem Grün

Für den 64-Jährigen steckt hinter der Übung noch eine zweite Botschaft. Viele Golfer trainieren heute allein, analysieren jede Bewegung und verlieren dabei die spielerische Seite des Sports aus den Augen. „Wir vergessen manchmal, dass Golf immer noch ein Spiel ist und Spaß machen darf“, sagt Faxon. Deshalb bevorzugt er Übungen, die Herausforderungen schaffen, ohne langweilig zu werden. Ein Putt-Wettbewerb mit Freunden kann oft wertvoller sein als stundenlanges Techniktraining. Sein Fazit: Wer auf kurzen Putts sicherer werden möchte, sollte weniger über die perfekte Bewegung nachdenken und stattdessen sein Gefühl trainieren. Zwölf Putts, vier Positionen, drei Geschwindigkeiten – versuchen Sie es doch einmal! 

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